Osnabrück Über ein Gesetz, das zu Problemen führen wird
Die Ampel-Koalition hat das neue Selbstbestimmungsgesetz beschlossen. Es ermöglicht leichter den Wechsel des Geschlechts. Allerdings bleiben Zweifel, ob das so funktioniert.
Heutzutage macht es in unserer aufgeklärten Gesellschaft im Prinzip keinen Unterschied mehr, ob jemand als Mann oder Frau durch die Welt geht. Selbst wenn jemand ein Leben abseits seines körperlichen Geschlechts nach seiner gefühlten Identität führen will, ist er oder sie heute schon frei, das zu tun. Dennoch oder vielleicht gerade deswegen nimmt die Debatte über die Geschlechter immer mehr (politischen) Raum ein – zu Recht?
Natürlich: Minderheitenschutz muss sein, das gilt selbstverständlich auch für Transgender-Personen, die künftig leichter ihren amtlichen Geschlechtseintrags und Vornamen ändern können. Aber ist dieses Thema wirklich so wichtig, dass es als große gesellschaftliche Reform von der Ampel-Koalition gefeiert werden kann? Es besteht durchaus die Gefahr, dass leichtfertig mit der Geschlechter-Identität umgegangen wird. Das Wechseln des Geschlechts auf dem Amt ist zwar nur ein kleiner Schritt, hat aber für die Betroffenen sehr weitreichende Folgewirkungen.
Zudem trägt die Ampel-Regierung mit dem neuen Selbstbestimmungsgesetz dazu bei, die Grenzen zwischen den Geschlechtern zu verwischen. Es schafft auch ein erhebliches Maß an Verwirrung und ruft bei vielen Bürgern zurecht Unbehagen hervor. Dabei gibt es unumstößliche Gewissheiten. Wir werden geboren, wir altern und wir müssen sterben. Das alles ist in den Chromosomen der menschlichen Zellen angelegt. Die Gene bestimmen natürlich auch, ob jemand Mann oder Frau ist.
Die Annahme, dass die biologische Bestimmung völlig unabhängig vom sozialen Geschlecht sei, ist vor diesem Hintergrund äußerst zweifelhaft, auch wenn die queere Bewegung immer wieder das Gegenteil betont. Denn die Genetik beeinflusst selbstverständlich auch das soziale Verhalten des Menschen. Von daher fußt das neue Gesetz zunächst einmal auf einer Fiktion, wenn es von der völligen Wahlfreiheit der Geschlechter ausgeht. Es bleibt abzuwarten, ob und wie es sich in der Praxis bewährt.