Königshaus für Wiesmoor Erstmals kandidieren drei Männer als Blütenkönige
Am 3. September erhält Wiesmoor neue Majestäten. Es wird eine Zeitenwende. Die Jury wählte drei Kandidatinnen und drei Kandidaten aus und stellte sie vor.
Wiesmoor - Die Wahl der Majestäten des Blütenfestes in Wiesmoor wird Zeichen für die Zukunft setzen, es wird eine Zeitenwende: Denn erstmals war die Bewerbung für dieses traditionsreiche Amt offen für alle Geschlechter. Diese Ankündigung führte zu einem sprunghaften Anstieg der Bewerbungen, sodass Bürgermeister Sven Lübbers (parteilos) gemeinsam mit dem Veranstalter die Vorauswahl der sechs Bewerber treffen musste. Erstmals stehen somit neben drei Frauen auch drei Männer zur Wahl. Das letzte Wort werden allerdings die Zuschauer bei der Wahl des Königshauses am Sonntag, 3. September, auf der Freilichtbühne haben.
Für Wiesmoor ist das vor fünf Jahren überhaupt noch kein Thema gewesen und auch für das Jubiläum im vergangenen Jahr sollte traditionell eine Blütenkönigin gewählt werden. „Doch Wiesmoor ist eine junge dynamische Stadt mit einem jungen und dynamischen Bürgermeister und von daher war der Zeitpunkt für eine Öffnung gekommen“, erklärte Friedrich Völler, Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins, bei der Vorstellung der Kandidaten und Kandidatinnen.
Scheidende Majestäten in höchsten Tönen gelobt
Auch Bürgermeister Sven Lübbers (parteilos) bekräftigte, dass es bei diesem ernst zu nehmenden Amt darum gehe, die Stadt Wiesmoor zu repräsentieren. „Und es gibt keinen einzigen Grund, warum Männer dazu nicht in der Lage sein sollen“, so der Bürgermeister. Sicher werde diese Entscheidung in der Stadt und im Umfeld vor allem in der älteren Generation diskutiert und es bleibe spannend, wie bei dem Festakt am 3. September auf der Waldbühne von den Zuschauern abgestimmt wird.
Sowohl Völler als auch Lübbers lobten das scheidende Königshaus in den höchsten Tönen. Blütenkönigin Rudbeckia I, Jana Gerdes, und ihre beiden Prinzessinnen Justine Brazda und Finja Krause seien ein vorbildliches Könighaus, das die Stadt in herausragender Weise bei regionalen und überregionalen Veranstaltungen repräsentiert habe. „Glauben Sie mir, bei einem gemeinsamen Besuch der Grünen Woche in Berlin, war ich nur schmückendes Beiwerk unserer wunderbaren Majestäten“, erzählte Sven Lübbers mit einem Augenzwinkern.
Es gab 14 Bewerber für das Amt
Bei ihrem Rückblick auf das vergangene Jahr merkte man den drei jungen Frauen an, dass sie als Team zusammengewachsen sind und gemeinsam mit Überzeugung ihr Amt ausgeübt haben. „Wir scheiden mit einem lachenden und einem weinenden Auge, weil wir drei eine schöne Zeit hatten und vielen Menschen unsere Heimatstadt Wiesmoor näherbringen konnten. Wir wünschen dem neuen Königshaus genauso viel Spaß, wie wir ihn gehabt haben“, sagte Jana Gerdes, auch im Sinne ihrer Prinzessinnen.
Für das Amt der Blütenkönigin oder des Blütenkönigs wurden 14 Bewerbungen abgegeben. Sechs waren von jungen Männern. Nach intensiven Prüfungen und Einzelgesprächen habe sich das Gremium einstimmig für die nachfolgend vorgestellten Kandidaten entschieden, erläuterte Friedrich Völler den Auswahlprozess.
Sie wollen Wiesmoor repräsentieren
Der 21-jährige Kevin Janssen aus Wiesmoor wartet schon längere Zeit auf die Zulassung von Männern im Königshaus der Stadt. Als Fachkraft für Lagerlogistik arbeitet er in Großefehn und restauriert in seiner Freizeit Oldtimer. Gerne würde er Wiesmoor als Blütenkönig repräsentieren, auch wenn er bisher wenig Berührungspunkte mit dem Blütenfest hatte. Seine Lieblingsblume: Rose.
Die Altenpflegerin Leonie Landherr (23) ist in Wiesmoor aufgewachsen, engagiert sich für den Fußballverein VfB Germania und möchte die Stadt nie verlassen. Schon als Kind träumte sie davon, als Blütenkönigin im Korso mitzufahren und die Stadt zu vertreten. Sie möchte mit ihrer offenen Art überzeugen. Ihre Lieblingsblume: Vergissmeinnicht.
Der Informatik-Student Ole Leister ist mit 19 Jahren der jüngste Bewerber. Für den DLRG-Rettungsschwimmer ist Wiesmoor mehr als nur ein Ort – es ist sein Zuhause, seine Heimat. Er hat seit seiner Geburt kein Blütenfest verpasst und hat 2019 auf der Bühne die Diademe für das Königshaus angereicht. Dabei hat er gehofft, die Krone einmal selbst zu tragen. Seine Lieblingsblume: gemeine Seerose.
Auch Kim Schlüter (21) aus Wiesmoor träumt bereits seit ihrer Kindheit davon, Blütenkönigin zu werden. Die Kauffrau für Groß- und Außenhandelsmanagement engagiert sich für den Erhalt der plattdeutschen Sprache und spielt an der Niederdeutschen Bühne Theater. Als Jägerin ist sie durch die Pflege eng mit Fauna und Flora verbunden. Ihre Lieblingsblume: Dahlie.
Die 22-jährige Projektmanagerin Pia Weseler wohnt in Holtland und ist vor zwei Monaten von Papenburg zugezogen. Auch wenn sie noch relativ neu in der Region ist, würde sie gerne die Stadt Wiesmoor bei vielen Veranstaltungen repräsentieren. Sie engagiert sich bei den Organisationen Kinderhilfe und Leukin ehrenamtlich für schwer erkrankte Kinder. Ihre Lieblingsblume: Sonnenblume.
Mit 32 Jahren ist Yannik Willms aus Großheide im Leben angekommen. Der Einzelhandelskaufmann hat seine Kindheit und Jugend in Wiesmoor verbracht und interessiert sich in seiner Freizeit für Autos, Mode und Reisen. Eine Freundin von ihm war vor zehn Jahren bereits Blütenkönigin und nun möchte er als Blütenkönig die Stadt repräsentieren. Seine Lieblingsblume: Sumpfdotterblume.