Spitzenspiel in der Frauen-Oberliga  Die Minimalistinnen vom Ellernfeld

| | 21.08.2023 15:09 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Der Schockmoment: Emily Reens bleibt im Kunstrasen hängen und verdreht sich das Knie. Foto: Helmut Vortanz
Der Schockmoment: Emily Reens bleibt im Kunstrasen hängen und verdreht sich das Knie. Foto: Helmut Vortanz
Artikel teilen:

Die SpVg-Frauen benötigen nur wenige Chancen beim 2:0 gegen den SV TiMoNo. Die Gedanken sind bei einer verletzten Spielerin.

Aurich - Ausgelassen tanzten die Auricher Frauen nach dem 2:0-Derbysieg in der Oberliga gegen den SV TiMoNo über den Kunstrasen am Ellernfeld. Im Kreis ihrer Mitspielerinnen huschte auch Emily Reens wieder ein kleines Lächeln über das Gesicht. Die Mittelfeldspielerin war schon früh im Spiel im Rasen hängengeblieben und hatte sich am Knie verletzt. Ein genaue Diagnose steht noch aus, aber SpVg-Trainer Tammo Pfeiffer wird wohl längere Zeit auf sie verzichten müssen.

Pfeiffer bekam die ausgelassene Freude seiner Spielerinnen nicht mehr richtig mit. Er eilte mit dem Schlusspfiff zu seinem Auto, die Arbeit wartete auf ihn. Die knappen Antworten im Gespräch passten zum Auftritt der SpVg-Mannschaft. „Im Moment sind wir Minimalisten“, sagte Pfeiffer und hatte wohl recht mit dieser Einschätzung. Zweimal tauchten die Auricherinnen wirklich frei vor dem Gästetor auf, zweimal nutzten sie diese Chancen zum 2:0-Erfolg über die Spielgemeinschaft aus Timmel, Moormerland und Nortmoor. Vieles erinnerte Pfeiffer an den ersten Ligaauftritt in Andervenne. Ein wenig behäbig und wenig zielführend, aber eben auch gnadenlos effizient. Doch von einem meisterlichen Auftritt waren die SpVg-Spielerinnen noch um ein gutes Stück entfernt. „Auch das Anlaufen in den Pressing-Situationen hat mir überhaupt nicht gefallen“, sagte Pfeiffer.

SpVg nach taktischen Umstellungen besser

So erspielten sich die Gäste um Trainer Jan-Henrik Koppelkamm eine optische Überlegenheit in der ersten Halbzeit. Nach einem Duell zweier Spitzenmannschaften sah es aber über weite Strecken des Spiels nicht aus. Viele Zuspiele fanden nicht ihr Ziel, was aber auch am Untergrund lag. Die Platzwahl sorgte vor allen Dingen bei den Gästen für Unverständnis. Die Zuschauer saßen so in der prallen Sonne, hinter ihnen der prächtig geratene Rasen des Stadions. Fast hätten die lautstarken Anhänger des SV TiMoNo jubeln dürfen, die letzten Minuten vor der Halbzeit gehörten klar den Gästen. Anneke Kuper lief in der 40. Minute von außen in den Strafraum und scheiterte an SpVg-Torhüterin Jule Götz, die einen starke Parade zeigte.

„Wir haben dann taktische Änderungen vorgenommen, danach lief es besser für uns“, sagte Pfeiffer. In der Tat: Die Spielerinnen der SpVg waren nun präsenter und näherten sich nun dem gegnerischen Tor. In der 57. Minute jubelten dann die Auricherinnen. Mareike Assing wurschtelte sich an der Toraußenlinie gekonnt an ihrer Gegenspielerin vorbei und lupfte den Ball an Torhüterin Anna-Maria Tews vorbei – der Ball hüpfte zur Auricher Führung ins Tor.

Der Gegentreffer zeigte Wirkung bei den Spielerinnen des SV TiMoNo. Waren sie zuvor noch gut organisiert gewesen, machten sie es dem Gegner in Halbzeit zwei entschieden zu leicht. Zu spät in den Zweikämpfen, in der Offensive nur noch wenig zielstrebig und nach dem Rückstand offen für Konter. Eine Überzahlsituation nutzten die Auricherinnen zur 2:0-Führung. Die emsige und flinke Angelina-Michelle Wunder setzte sich gegen zwei Gegenspielerinnen durch und legte den Ball quer in den Strafraum. Dort lauerte bereits Emma Schurwonn und schob den Ball über die Linie. Der zweite Wirkungstreffer ließ den Widerstand des Derbygastes erlahmen. Die SpVg-Spielerinnen schaukelten den komfortablen Vorsprung mit wenigen Wacklern ins Ziel. Die Punkte im Spitzenduell nahmen die Auricherinnen gerne mit, der Start ist gelungen. „Aber es ist auch noch viel Luft nach oben“, musste SpVg-Trainer Tammo Pfeiffer feststellen.

Ähnliche Artikel