Bonn So viel Wasser verbraucht Spülen per Hand im Vergleich zur Spülmaschine
Was ist sparsamer? Spülen von Hand oder die Geschirrspülmaschine? Wir haben nachgerechnet.
Knapp 75 Prozent der deutschen Haushalte haben laut Statistischem Bundesamt eine Spülmaschine. Praktisch ist sie, ohne Frage, aber ist es nicht belastender für die Umwelt, die Maschine spülen zu lassen, statt selbst Hand anzulegen? Schließlich wird bei der Maschinenwäsche neben Wasser auch Strom verbraucht.
Was sparsamer ist, damit hat sich eine Studie der Universität Bonn mit 200 Haushalten in Deutschland, Italien, Schweden und Großbritannien befasst. Allerdings wurde die Studie von vier Haushaltsgeräte- und Spülmittelherstellern finanziert.
Das Ergebnis: Spülen mit dem Geschirrspüler braucht im Durchschnitt 50 Prozent weniger Wasser und 28 Prozent weniger Energie als Handspülen.
Nach Berechnungen von Ökotest verbraucht ein neueres Spülmaschinen-Modell im Eco-Modus 9,5 Liter Wasser sowie 0,64 Kilowattstunden Strom.
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Die Bonner Wissenschaftler fanden auch heraus, wie unterschiedlich die einzelne Nationalitäten abspülen. Testpersonen aus verschiedenen Ländern sollten insgesamt 140 Teller, Tassen, Gläser und Besteckteile spülen.
Der durchschnittliche Wasserverbrauch lag bei 46 Litern. Das entspricht etwa zwei Spülbeckenfüllungen. Spanier und Portugiesen sind beim Handspülen besonders verschwenderisch: Sie verbrauchten im Schnitt etwa 170 Liter. Ein Teilnehmer der Studie kam sogar auf über 400 Liter.
Zum Vergleich: Eine Spülmaschine reinigte 2011 laut Studie dieselbe Menge Geschirr mit lediglich 15 Litern und schneidet zudem beim Energieverbrauch besser ab. Neue Geschirrspüler sind noch sparsamer.
Der höhere Energieverbrauch beim Spülen per Hand resultiert daraus, dass die Energie größtenteils dazu benötigt wird, das Wasser zu erhitzen. Wird mehr Wasser erhitzt, steigen auch die Stromkosten.
Nicht berücksichtigt wurde allerdings, wie das Spülwasser erhitzt wird, ob mit kaltem oder warmen Wasser nachgespült wurde und wie viel Spülmittel verwendet wurde.
Kritiker bemängelten zudem, dass die Studie die Energie, die zur Herstellung und für den Transport einer Spülmaschine notwendig ist, außen vor lässt. Dazu kommt, dass auch die Herkunft der verwendeten Energie für die Umweltbilanz eine Rolle spielt – sowohl beim Geschirrspüler, als auch beim händischen Abwasch. Und letztlich spielt für eine genaue Berechnung auch die Lebensdauer der Maschine eine Rolle.
Und dann kommt es natürlich auf die Spültechnik an: Wer unter fließendem, heißem Wasser abwäscht und das Spülmittel direkt auf den Schwamm gibt, wird in der Energie- und Umweltbilanz immer hinter denjenigen Spülern landen, die das Wasser ins Becken einlassen.
Es gibt also einige Stellschrauben, die eine pauschale Aussage erschweren. Allerdings kommt auch der Bund der Energieverbraucher zu dem Schluss: „Für die Mehrzahl der Haushalte ist die Spülmaschine vermutlich im Wasser- und Energieverbrauch sparsamer als das Spülen von Hand.“
Damit der Geschirrspüler sein Sparpotential voll ausreizt, muss er richtig bedient werden. Folgende Tipps sollten Sie beachten: