Krummhörn/Wittmund  Nach Rechtsrockkonzert: Unternehmen verliert Bauauftrag für die Bundeswehr

Claus Hock
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Von Claus Hock
| 11.08.2023 11:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Schätzungsweise zwischen 100 und 200 Gäste nahmen am vergangenen Wochenende an dem Rechtskonzert in Ostfriesland teil. Foto: dpa/Daniel Schäfer
Schätzungsweise zwischen 100 und 200 Gäste nahmen am vergangenen Wochenende an dem Rechtskonzert in Ostfriesland teil. Foto: dpa/Daniel Schäfer
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Am vergangenen Wochenende fand im ostfriesischen Krummhörn ein Rechtsrockkonzert auf dem Gelände des Lohnunternehmens Voß statt. Das hat nun Folgen: Die Papenburger Baufirma Johann Bunte entzieht dem Unternehmen einen wichtigen Auftrag.

Das Lohnunternehmen Voß aus Krummhörn, das aufgrund eines von Neonazis organisierten Konzerts in die Schlagzeilen geraten war, hat einen wichtigen Auftrag verloren. Demnach wurde Voß als Subunternehmen von der Firma Johann Bunte aus Papenburg die Beteiligung am Umbau des Flugplatzes vom Jagdgeschwader Richthofen entzogen.

Entsprechende Hinweise bestätigte die Bundeswehr. Die Firma Voß war als Subunternehmer für die Firma Johann Bunte tätig, die wiederum Hauptauftragnehmer des Staatlichen Baumanagements für den Umbau des Flugplatzes Wittmundhafen ist. Das bestätigte auch ein Sprecher des dort ansässigen Richthofen-Geschwaders der Ostfriesen-Zeitung. „Nachdem in der Presse geschildert wurde, dass Voß seine Halle für das Konzert zur Verfügung stellte, hat die Firma Bunte Voß mit sofortiger Wirkung rausgeschmissen“, so der Sprecher.

Maike Klaassen, Juniorchefin des Krummhörner Lohnunternehmens, ist offenbar um Schadensbegrenzung bemüht. „Es ist geplant, dass wir in der kommenden Woche ein Gespräch mit der Geschäftsleitung der Firma Bunte führen“, so Klaassen. Man arbeite schon jahrelang für die Firma Bunte und hoffe auf eine Fortsetzung in der Zukunft. Rechtliche Schritte gegen die Kündigung wolle man zunächst nicht einleiten.

Das Krummhörner Lohnunternehmen hatte am vergangenen Wochenende trotz massiver Proteste aus der Bevölkerung sein Gelände für ein Konzert zur Verfügung gestellt, welches von Neonazis organisiert wurde. In der Hauptband des Abends spielten Rechtsextreme, auch Anmelder, Sicherheits- und Sanitätsdienst sind der rechten Szene zuzuordnen.

Auch der Niedersächsische Verfassungsschutz bestätigt gegenüber der Ostfriesen-Zeitung, dass es „klare Bezüge der in die Organisation eingebundenen Personen in rechtsextremistische Strukturen“ gibt.

Das Konzert, zu dem schätzungsweise zwischen 100 und 200 Gäste kamen, wurde von einem groß angelegten Polizeieinsatz begleitet. Neben hiesigen Beamten waren auch die Bereitschaftspolizei, der Zoll und der Staatsschutz im Einsatz.

In der Nähe des Veranstaltungsortes in der Krummhörner Ortschaft Canum versammelten sich zudem rund 250 Gegendemonstranten. Mit einer kurzen Mahnwache sowie Plakaten wollten die Teilnehmer ein Zeichen gegen Rechts setzen.

Dieser Artikel entstand mit Material der Ostfriesen-Zeitung aus Leer.

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