Rund um den Rebensaft Gemütlicher Start ins Marienhafer Weinfest
Noch bis Sonnabendabend gibt es im Brookmerland edle Tropfen zu genießen. Und Überraschendes zu erfahren.
Marienhafe - Mit einem gemütlichen Abend, der vor allem von Firmengruppen genutzt wurde, ist am Donnerstag das zweite Marienhafer Weinfest gestartet. Pünktlich zur offiziellen Eröffnung des Festes durch den 2. Vorsitzenden der Interessengemeinschaft der Marienhafer Kaufleute (IG), Ernst Moltz, ließ sich sogar kurz die Sonne blicken.
Vorsorglich aber hatten die Winzer und Kaufleute ein kleines Pagodenzeltdorf aufgebaut, in dem es sich die Gäste gemütlich machten. Erlesene Weine aus fast allen Anbaugebieten konnten ausgiebig probiert werden. Viele Besucher nutzten die Gelegenheit, um auch mit den Winzern ins Gespräch zu kommen.
Gegrilltes und Flammkuchen
Wie im vergangenen Jahr waren die Weingüter Hans Josef Knipp und die Winzerfamilie Heiko und Heike Dettweiler dabei. Edeka Kruse, der Weinservice Henriette Meyer und das Weinkontor St.Kilian komplettieren das Angebot. Dazu boten das „Hotel Zur Waage“ Leckeres vom Grill und „Brookmers Happy Place“ Flammkuchen an. Für musikalische Unterhaltung sorgte am Donnerstagabend „Matze Musik“, der auch schon bei der Maifeier in Marienhafe auftrat.
Die beiden Winzer kommen gerne nach Marienhafe, denn sie verbinden persönliche Kontakte zu den Kaufleuten. Winzer Hans Josef Knipp ist im kleinen Moselort Neef zuhause. Auf dreieinhalb Hektar Wein baut er in Steillagen seinen Wein an. Gegenüber seinem Weinberg wird an Europas steilstem Weinberg am Bremmer Calmont Riesling angebaut. Neben Wein keltert Hans Josef Knipp auch seinen eigenen Sekt. An seinem Stand kosteten Wiebke und Jessica aus Südbrookmerland. Ein Rivaner und ein Rosé-Riesling waren ihre Favoriten.
Guter Jahrgang erwartet
Zwölf Hektar groß´ist das Weingut Dätwyl in Wintersheim. Hier kultivieren Heike und Heinz Dettweiler ihren Wein und lassen auch Sekt produzieren. 15 verschiedene Weine haben sie mit nach Marienhafe gebracht. Der Jahrgang 2023 werde sowohl an Mosel wie auch in Rheinhessen sehr gut, bestätigten die Winzer übereinstimmend. Die Reben seien gesund, freut sich Hans Josef Knipp. Den Regen, der hier im Norden zu viel gefallen ist, habe man im Süden dringend benötigt, hieß es. Jetzt sehe alles sehr gut aus und wenn es keinen Witterungseinbruch gebe, werde es ein toller Wein, sagen die Weinexperten voraus.
Auf den freut sich auch schon Peter Reiser vom Weinkontor St.Kilian aus Stuhr. Von ihm erfuhren die Besucher, das nahezu alle deutschen Weine auf aufgestockten amerikanischen Rebstöcken wachsen. Der Grund. Die amerikanischen Rebstöcke sind gegen die Reblaus resistent. Urdeutsche Rebstöcke findet man nur in sehr kleinen Anbaugebieten mit stark sandigen Böden. „Die mag die Reblaus nicht“, erklärte der Weinkenner.
Heimspiel für Großheiderin
Ein Heimspiel hatte der Weinservice von Henriette Meyer aus Großheide. Hier setzte das Team der Mühlen-Apotheke sofort auf den „Winner“, einem Landwein, den sie im vergangenen Jahr hier kennengelernt haben. Der Landwein vom Bornheimer Weingut Chumbderhof ist ein Cuvèe aus Bacchus und Silvaner, erklärte Henriette Meyer dazu.
Noch bis heute Abend erwarten die Winzer und Weinhändler die Besucher. Wiard Boomgarden, Mitglied der „Boom Family“, wird solo Musik spielen. Geöffnet ist das Marienhafer Weinfest von 17 bis 24 Uhr.