Osnabrück Photovoltaik auf 500 Dächern – das Land geht mit gutem Beispiel voran
Wer den Bürgern bei der Energiewende viel abverlangt, muss Vorbild sein. Wenn Niedersachsen 500 landeseigene Gebäude mit Photovoltaikanlagen aufrüstet, ist das also nur konsequent. Doch es bleibt viel zu tun.
Nur wenn Energie künftig viel stärker als bisher aus Wind, Sonne und Biomasse gewonnen wird, kann Deutschland die vereinbarten Klimaschutziele erreichen. Das Land Niedersachsen forciert deshalb den Ausbau von Photovoltaik (PV).
Bereits seit diesem Jahr müssen alle Gebäude so konzipiert werden, dass eine Nachrüstung durch PV-Anlagen möglich ist. Seit Anfang 2023 besteht zudem eine Solarpflicht für gewerbliche Neubauten, ab 2024 dann auch für öffentliche; von 2025 an schließlich für allen Neubauten.
Wer aber die Bürger in die Pflicht nimmt, muss selbst mit gutem Beispiel voran gehen. Deshalb ist der nun geschlossene Pachtvertrag des Landes mit dem Energieunternehmen Enercity zur Errichtung von Solaranlagen auf 500 landeseigenen Gebäuden eine erfreuliche Nachricht. Es bleibt aber viel zu tun.
Rund 5500 Gebäude sind in landeseigenem Besitz. Für sie gibt es bereits ein Photovoltaik-Kataster. Dort sind für jedes der Bauwerke Größe und Neigung der Dachfläche sowie beeinträchtigende Dachstrukturen wie Schornsteine, Lüftungsanlagen oder Dachgauben erfasst. Die Voraussetzungen für den beschleunigten Solar-Ausbau sind also nicht schlecht.
Die Vorteile der Sonnenenergie liegen auf der Hand: keine Schadstoffproduktion, kein Import fossiler Brennstoffe, unbegrenzte Verfügbarkeit.
Den Schutz des Klimas allein per Solar-Pflicht-Gesetz verordnen zu wollen, genügt aber nicht. Noch profitieren niedersächsische PV-Anlagebesitzer nicht von ganz so vielen Fördermöglichkeiten wie in anderen Bundesländern. Schön wäre es, wenn Niedersachsen hier nachzieht. Dann können sich vermutlich auch mehr Hausbesitzer eine solche Anlage leisten.
Und grundsätzlich gilt: besser Solaranlagen stehen auf Dächern und Betonflächen als auf Feldern.