Frankfurt  Änderung in Telefonbüchern: Damit soll der Enkeltrick erschwert werden

Henry Borgelt
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Von Henry Borgelt
| 02.08.2023 15:56 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Gerade ältere Menschen sind im Visier von Telefonbetrügern Foto: IMAGO images/Eibner
Gerade ältere Menschen sind im Visier von Telefonbetrügern Foto: IMAGO images/Eibner
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Durch Telefonbetrug entstehen Schäden in Millionenhöhe. Nun wollen „Das Örtliche“ und „Das Telefonbuch“ mit neuen Maßnahmen dagegen vorgehen.

Verunfallte Familienmitglieder, falsche Polizisten und vermeintliche Geldgewinne: Telefonbetrüger schrecken bei der Auswahl ihrer Betrugsmaschen vor nichts zurück. Mit Schockanrufen und Horror-Szenarien werden die Opfer am Telefon überredet, hohe Summen an die Täter zu überweisen. Zusammen wollen „Das Telefonbuch“ und „Das Örtliche“ nun verstärkt gegen Trickbetrüger vorgehen.

Die Auskunftsverzeichnisse haben mit Polizeibehörden einen Maßnahmenkatalog entwickelt, um den Betrug per Telefon zu erschweren. Gleichzeitig sollen Bürger weiterhin erreichbar sein.

Weiterlesen: Telefon-Betrug: Polizei warnt vor Fake-Anrufen von Amazon und Paypal

Um die gezielten Anrufe bei Senioren zu verhindern, werden Vornamen in den Telefonbüchern „Das Örtliche“ und „Das Telefonbuch“ von nun an abgekürzt. Das betrifft die gedruckten Telefonbücher sowie die Online-Verzeichnisse.

Trickbetrüger nutzen die Vornamen, um vermeintlich ältere Personen zu finden. Durch das Abkürzen von Namen wie Ilsetraud Müller oder Alfred Maier zu I. Müller und A. Maier soll den Betrügern diese Identifikationsmöglichkeit genommen werden.

Die Möglichkeit, mit sogenannten Wildcards nach Namen zu suchen, wird ebenfalls verschwinden. Mit diesen war es in der Vergangenheit möglich, Namen ergänzen zu lassen und so durch die Eingabe „ilse***“ Einträge zum Namen Ilsetraud zu finden.

Die Abkürzung des Vornamen kann online, per Brief oder per Fax bei der DTM Deutsche Tele Medien beantragt werden.

Für viele Menschen ist das Telefonbuch noch immer die einzige Möglichkeit, mit entfernten Bekannten oder ehemaligen Freunden in Kontakt zu treten. Die Abkürzung der Vornamen und die Einschränkung der Online-Suche sollen die Verbraucher schützen und dennoch weiterhin ein funktionstüchtiges Telefonbuch gewährleisten.

Immer wieder werden vor allem ältere Menschen Opfer von Telefonbetrügern. Mithilfe von koordinierten Gesprächstaktiken versetzen Betrüger sie in psychische Ausnahmesituationen, um Geld, Schmuck oder Gold zu erbeuten. Die Polizei Hamburg hat allein im Jahr 2022 einen Schaden von über vier Millionen Euro durch Telefonbetrüger ausgemacht.

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