Berlin  Wissing feiert das Deutschlandticket: Es wäre eine Schande, wenn es dabei bliebe

Sören Becker
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Von Sören Becker
| 30.07.2023 13:42 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Deutschlandticket Foto: BORIS ROESSLER
Deutschlandticket Foto: BORIS ROESSLER
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Volker Wissing feiert das 49-Euro-Ticket. Ja, das Deutschlandticket geht in die richtige Richtung. Es gibt jedoch noch eine Menge zu tun.

Das Deutschlandticket ist ein „Riesenerfolg“, findet Volker Wissing. Immerhin eine Million Menschen sind wohl seit dem Ticketstart auf Bus und Bahn umgestiegen. Das ist tatsächlich ein Erfolg.

Individualverkehr auf der Straße schadet nicht nur der Umwelt und dem Geldbeutel, sondern nimmt auch eine Menge Platz weg und führt täglich zu Toten und Schwerverletzten. Daher ist alles, was diesen Verkehr auf die Schiene oder wenigstens in den Bus verlagert, eine gute Sache. Es wäre jedoch eine Schande, wenn das 49-Euro-Ticket das Ende dieser Entwicklung wäre.

Gerade im ländlichen Raum ist es nach wie vor deutlich umständlicher, mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs zu sein, als mit dem eigenen Auto. Eine Taktung im Stundenbereich, lange Fahrtzeiten und mehrfaches Umsteigen selbst auf kurzen Strecken sind für Pendler vom Land keine Seltenheit. Das gilt natürlich nur, wenn überhaupt ein Bus kommt und der Zug keine absurde Verspätung hat, weil er auf einer maroden Strecke liegen geblieben ist.

Bis sich diese Zustände ändern, ist es in vielen Fällen wohlfeil den Umstieg zu fordern.  Wer vom ÖPNV redet, darf über seinen erbärmlichen Zustand in weiten Teilen des Landes nicht schweigen. 

Auch gibt es keinen Grund dafür, dass das Deutschlandticket auf ewig 49 Euro kosten muss. Wenn man die Preise auf 49 oder sogar neun Euro runtersubventionieren kann, warum dann nicht auf null? So wird es schon in Luxemburg gemacht.

Ein steuer- oder abgabenfinanzierter öffentlicher Verkehrssektor wäre nicht nur ein großes Mobilitätsplus für Familien mit wenig Geld: Es würde auch den Verkehrsunternehmen eine Menge Zeit und Geld sparen, weil es keine Fahrkartenautomaten und Ticketkontrollen bräuchte. Zudem: Wenn das Ticket schon bezahlt ist, erscheinen die Kosten für die Tankfüllung noch höher. Das würde sehr viel mehr als eine Million Pendler von der Straße auf die Schiene bringen. Den wer dann noch mit dem Auto zur Arbeit fährt, tut das nicht aus finanziellen Gründen.

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