Hannover Es braucht eine Offensive fürs Ehrenamt
Das Ehrenamt spielt in Niedersachsen schon jetzt eine wichtige Rolle. Aber es gibt auch noch Potenzial. Land und Kommunen müssen in die Offensive gehen.
Warme Worte, Auszeichnungen und hin und wieder ein Händedruck vom Ortsvorsteher oder der Bürgermeisterin: Diese Würdigungen ehrenamtlichen Engagements sind ohne Zweifel wichtig und ein schönes Zeichen der Anerkennung.
Dass es in Niedersachsen für die vielen Ehrenamtlichen im Land aber noch ein Instrument der Wertschätzung gibt, das sich in barer Münze auszahlt, ist vielen offenbar gar nicht bekannt. Gemeint ist die Ehrenamtskarte, mit der es bei Vorlage günstiger ins Schwimmbad oder Museum geht oder auch Rabatt bei Einkäufen gibt.
Nach Angaben des Landes sind in Niedersachsen etwa 3,2 Millionen Menschen freiwillig für das Gemeinwohl tätig, allerdings verfügen nur etwa 12.000 von ihnen über die Ehrenamtskarte. Gut, dass das Land die Hürden für den Erhalt nun noch einmal gesenkt hat. Wer die Bedingungen erfüllt, sollte sich nicht scheuen, die Karte zu beantragen und die Vorzüge zu nutzen.
Gleichwohl kann es sich nur um eine symbolische Anerkennung handeln, denn was die vielen Ehrenamtlichen in Niedersachsen Tag für Tag leisten, ist unbezahlbar. Und es gibt durchaus noch Potenzial: Menschen, die Zeit und Lust haben, sich freiwillig zu engagieren, aber nicht so recht wissen, wie und wo. Hier sind das Land und vor allem die Kommunen gefordert, auf Angebote aufmerksam zu machen.
Eine Ehrenamtskarte ist gut, besser aber noch wäre eine echte Ehrenamts-Offensive. Denn am Ende gewinnen beide Seiten: Tafeln, Vereine, Kitas und Seniorenheime etwa, die von dem freiwilligen Engagement profitieren und auch diejenigen, die ihre Zeit sinnstiftend einbringen können. Klar ist: Vor allem die vielen Ehrenamtlichen sind es, die Niedersachsen, zu dem machen, was es ist: ein Land mit einem ausgeprägten Zusammenhalt.