Werbekampagne in Wirdum Vorerst über den Berg
Um ihre Feuerwehr zu retten, geben die Wirdumer Brandbekämpfer alles. Mit Erfolg, wie sich jetzt zeigt.
Wirdum - Vorerst über den Berg ist die Feuerwehr Wirdum. Ihre engagierte Werbekampagne zeigt Erfolg. Mehrere Interessierte sind inzwischen in die Wehr eingetreten. „Es ist ein Anfang. Wir sind zufrieden“, sagt Ortsbrandmeister Christian Lücht.
Zur Erinnerung: Der Feuerwehr in Wirdum mangelt es bekanntlich an Einsatzkräften. Nach Angaben von Lücht sank die Zahl der Aktiven binnen kurzer Zeit von 27 auf 18 (wir berichteten). Für die Feuerwehrführung war das alarmierend. Mit Hochdruck suchte sie nach neuen Mitgliedern und fand diese auch. Drei Männer und zwei Frauen – alle aus Wirdum – hätten ihren Beitritt erklärt, berichtete Lücht auf Anfrage. Die Freude darüber ist groß. Einschließlich der Neuzugänge habe die Feuerwehr Wirdum jetzt 21 aktive Einsatzkräfte. Einschließlich zweier weiterer Mitglieder, die zeitgleich auch Mitglied der Feuerwehr in Upgant-Schott sind, sind es sogar 23, die bei Einsätzen tagsüber verfügbar sind. Die Doppelmitgliedschaft sei rechtlich zulässig, erklärt Lücht.
Vorbereitung für Lehrgang
Die Neulinge würden derzeit auf ihren ersten Lehrgang, den sogenannten Truppmann 1, eine Ausbildung, die zur Übernahme von grundlegenden Tätigkeiten im Lösch- und Hilfeleistungseinsatz befähigen soll, vorbereitet.
Damit zahlen sich die intensiven Bemühungen der Wirdumer Feuerwehrleute aus.
Wochenlang hatten sie sich richtig ins Zeug gelegt, um Interessierten zu zeigen, wie sie arbeiten. Um neue Mitglieder zu werben und um ihre Feuerwehr dauerhaft zu erhalten, zogen sie alle Register. Beispielsweise gab es binnen kurzer Zeit zwei öffentliche Dienstabende. Lücht stellte den Teilnehmern die Wehr kurz vor und verdeutlichte ihnen die prekäre Personallage. Dabei hob er deutlich hervor, dass es um nicht weniger als den Fortbestand der Wirdumer Feuerwehr gehe.
Dann ging es ans Werk. Die Löschgruppe zeigte den Neulingen, wie ein Löschangriff abläuft. Schläuche legen, Pumpe bedienen, Wasserversorgung aufbauen und schon schoss Wasser aus den Strahlrohren der Löschtrupps. Beim zweiten Anlauf durften die Gäste selbst mit anpacken, hatten dabei richtig Spaß und zeigten sich beeindruckt davon, wie alles funktioniert. Schläuche auswerfen, das Löschen mit einer Kübelspritze – wer wollte, konnte alles ausprobieren. Bevor der Grill für den Abschluss eines gelungenen Schnupper-Dienstabends angeheizt wurde, zeigten die Wehrkräfte den Neulingen noch, welche Ausrüstung in ihrem Löschfahrzeug verstaut ist.
900 Faltblätter verteilt
Auch gingen die Brandbekämpfer buchstäblich Klinken putzen. An jeder Haustür in der Gemeinde klingelten sie. Vom Wirdumer Altendeich bis Wirdumer Neuland fuhren sie in jeden Winkel der Gemeinde und trugen ihr Anliegen persönlich vor. Außerdem wurden 900 Faltblätter gedruckt, verteilt und aus der Mannschaftskasse bezahlt. Zudem rührten sie in sozialen Netzwerken und auf verschiedenen Veranstaltungen die Werbetrommel. „Das Klinkenputzen hat sich gelohnt“, sagte Lücht.
Die ersten Erfolge stimmten zuversichtlich. Man werde aber in dem Bemühen nicht nachlassen. „Wir hören nicht auf, weiter für den Erhalt unserer Feuerwehr zu kämpfen“, so der Ortsbrandmeister. Je mehr Mitglieder die Wehr habe, desto besser. Zwei weitere Neulinge sind in Aussicht: In Kürze wechseln laut Lücht zwei Mitglieder der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung.