ON-Serie: Sommer in Südbrookmerland Rückenwind auf dem Großen Meer
Binnen fünf Tagen kann man in der Surfschule in Bedekaspel Surfen lernen. Lena-Johanna Cordes hat für die ON das Abenteuer gewagt und sich in die Fluten gestürzt.
Bedekaspel - Sommer in Südbrookmerland: Einmal in der Woche stellen die ON Freizeitangebote in der Gemeinde vor. Mal sportlich, mal tierisch, mal kulturell. Heute geht es um einen Windsurfkurs am Großen Meer.
Ein angenehmer Windzug und einzelne Sonnenstrahlen: Das perfekte Wetter für einen Windsurfkurs. Denn ohne Wind liefe beim Surfen gar nichts, erklärt mir Jens Radde. Er ist Surflehrer am Großen Meer in Südbrookmerland. Zusammen mit zwölf weiteren Surfschülern habe ich am Montag einen ersten Einblick in die Kunst des Windsurfens erhalten.
Erstmal etwas Theorie und Übungen an Land
Im Einsteigerkurs erlernen die Teilnehmer den Sport innerhalb von fünf Tagen. Ich begleite sie am Einstiegstag. Nach einer kleinen Vorstellungsrunde geht es auch schon los – zumindest theoretisch. Denn vor der eigenen Praxiserfahrung zeigt Radde mir die Grundlagen des Windsurfens. Aufgeteilt werden wir in eine Kinder- und Erwachsenengruppe. Ich lerne in der Erwachsenengruppe zunächst viel Theorie.
Daten zum Kurs
Alter: ab 5 Jahren Kosten: ab 235 Euro Dauer: 5 Tage jeweils 3 Stunden Anmeldung: Surf- und Segelschule am Großen Meer unter Tel. (0177) 8 87 91 84 Anmerkungen: Für Fortgeschrittene werden Aufbaukurse angeboten. Der Windsurfing-Grundschein kann ab 14 Jahren gemacht werden.
Die Kinder zieht es hingegen schneller ins kühle Nass: Die Kleinsten lernen nämlich mehr durch Praxiserfahrungen. Beim Windsurfen gibt es einige Kernbegriffe. Es ist besonders wichtig zu wissen, aus welcher Richtung der Wind kommt. Für Anfänger ist es nämlich schwierig, gegen den Wind zu surfen. Ich lerne, dass „Luv“ die dem Wind zugewandte und „Lee“ die vom Wind abgewandte Seite ist. Und am Surfbrett gibt es hinten das Heck und vorne den Bug.
Sodann gibt es für jeden ein Segel, um das Erlernte zu testen. Beim Windsurfen geht es nicht um Kraft, sondern um die richtige Haltung. Daher üben wir an Land, wie ich vor dem Segel stehen muss. Und das ist gar nicht so einfach – schon da bemerke ich, wie viel Kraft der Wind hat. „Nicht ihr seid Chef, sondern der Wind“, sagt Radde. Deshalb müsse man sich beim Windsurfen immer nach dem Wind richten.
Windsurfen wird zur Herausforderung
Nach einer Stunde und einer Menge neuer Informationen geht es ins Wasser. Ausgestattet mit Neoprenanzug und Surfbrett bin ich erstmal auf mich allein gestellt. „Ich kann euch alles erklären, aber fühlen, spüren und machen müsst ihr selbst“, sagt Radde.
Er surft mit Leichtigkeit über das Wasser, dabei beobachtet er die ersten Versuche seiner Schüler. Was bei Radde wie ein Kinderspiel aussieht, ist für mich erstmal schwierig. Aus dem kalten Wasser ist es mühsam, aufrecht stehend auf das Brett zu kommen. Schwankend stehe ich die ersten Sekunden – bis ich im Wasser lande. Die anderen Surfschüler und ich können uns anfangs schwer auf den Brettern halten. Angestrengt wage ich einen neuen Versuch – nun durchnässt.
Immer wieder geht‘s kurz ins Wasser
Der Wind wirkt kälter durch die nassen Haare, trotzdem bin ich motiviert. Aber auch beim zweiten Mal fühle ich mich nicht besser koordiniert. So lande ich noch das ein oder andere Mal unerwartet im Wasser. Überraschend nass zu werden, gehört beim Windsurfen auf jeden Fall dazu. Das sorgt für eine ausgelassene Stimmung unter uns Teilnehmern. Denn das Große Meer ist mit durchschnittlich einem Meter stehtief – gute Voraussetzungen für Anfänger wie mich.
Gleichgewicht halten, den Wind prüfen und auf die Körperhaltung achten – das Windsurfen stellt mich weiterhin vor Herausforderungen. Besonders der Richtungswechsel ist bei mir eine knifflige Angelegenheit. Denn so ganz macht der Wind nicht, was ich will. Zusammen mit Surflehrer Radde arbeite ich an meiner Technik. Langsam merke ich, worauf es ankommt. Mit Wind im Rücken und einzelnen warmen Sonnenstrahlen genieße ich dann die Atmosphäre des Großen Meeres.
Die ersten Erfolge schon am ersten Tag
Umso schöner sind dann die ersten Erfolgserlebnisse. Das erste Mal surfen, ohne sofort vom Brett zu fallen, macht wirklich Spaß. Ich fühle den Wind und nehme zum ersten Mal das Rauschen der Wellen wahr. Und das sei auch das Ziel, denn sofort werde man kein Profi, so Radde. „Ein bisschen geradeaus zu fahren und auf dem Brett zu stehen reicht am ersten Tag.“ Richtig surfen könnten die meisten erst am dritten Tag des Kurses. In den letzten Kursstunden seien einige dann schon richtige Profis.
Ob Profi oder nicht, das Windsurfen ist für mich ein besonderes Erlebnis. Ich lerne am ersten Tag des Einsteigerkurses viel über den Sport. Spaß und gute Laune sind garantiert.