Auricher Theaterszene Das neue „Lazarett“ gewährt erste Einblicke
Das ehemalige Lazarett an der Oldersumer Straße in Aurich wird zu einem Theaterspielhaus mit festem Spielplan umgebaut. Start ist im Oktober – es fehlt jedoch noch etwas.
Aurich - Bei einer ersten öffentlichen Probe am Sonntag ist das zukünftige Theaterhaus an der Oldersumer Straße der Öffentlichkeit präsentiert worden. Der ostfriesische Figurenspieler Eike Schmidt und die Regisseurin Anna Renner stellten sich als künstlerische Leiter dem künftigen Publikum vor. Sie gewährten den Zuschauern Einblicke in die ersten Stücke, in das restaurierte Gebäude und in die Organisation des Theaters.
Noch sind die Wände kahl und vom Fußboden fehlt jegliche Spur. Der Innenraum ist noch lange nicht fertig und die Fußbodenheizung wird gerade erst installiert. Aber von außen strahlt das restaurierte Lazarettgebäude bereits im neuen Glanz. Lange Zeit musste es still und heimlich als Lager herhalten. Jetzt wird durch die Idee von Eike Schmidt und seinem Team neues Leben in das denkmalgeschützte Gebäude eingehaucht.
Debütvorstellung am 20. Oktober
Mit etwa sechs Personen wollen sie nach eigenen Angaben ein Theater erschaffen, dass vor allem mit visuellen Effekten, Figuren und Objekten arbeitet. Das Spielprogramm enthält dabei sowohl Stücke für Erwachsene als auch für Kinder. Figurenspieler und künstlerischer Leiter Eike Schmidt will dazu auch andere Künstler aus seinem Bekanntenkreis für die Aufführungen nach Aurich holen. „Wir wollen Synergieeffekte schaffen, damit auch andere Kunstschaffende was davon haben.“
Das Theater „Lazarett“ wird einen festen Spielplan bieten und mit den Stücken „Der Teetrinker“, „Die Fluten“, „Nils Holgersson“ und „Der Schimmelreiter“ ab dem 20. Oktober debütieren. Dazu sollen laut Schmidt unter anderem interaktive Projektionen und auch Livemusik zum Einsatz kommen. „Das erste Stück ist bereits fertig“, fügte Anna Renner hinzu.
Kostprobe auf der Baustelle
Das kann man von dem Gebäude noch nicht behaupten, denn der Innenausbau scheint noch in einer frühen Phase zu stecken. Schmidt erzählte den Zuschauern von seinen Vorstellungen, wie es bald aussehen könnte. Im Eingangsbereich wird eine kleine Bar stehen, an der Snacks und Getränke zu sich genommen werden können. Eine kleine Wendeltreppe wird vor dem Aufführungsraum in das Obergeschoss führen. Dort sollen Garderobe, Aufenthaltsraum und eine Galerie für die Techniker entstehen. Für die Installation einer Dusche wurde der Dachboden sogar extra abgesenkt.
Im Anschluss präsentierten Schmidt und Renner ihr schauspielerisches Können auf einem einfachen Tisch im Gartenbereich des Lazaretts. Anna Renner erklärte den Zuschauern, wie schnell gewisse Merkmale von Objekten mit Gesichtern verknüpft werden, während Eike Schmidt mit wenigen Handgriffen eine sprechende Teetasse erschuf. Schmidt präsentierte auch zwei seiner Figuren: Einen klassischen quirligen Kasperle mit Zipfelmütze und einen alten Schäfer mit Stock und Hut.
Künftige Zuschauer waren neugierig
Laut Schmidt sollen die Eintrittspreise für normale Stücke bei etwa 32 Euro für Erwachsene und 19 Euro für ermäßigte Karten liegen. Für Kinderstücke kalkuliert er mit Eintrittspreisen von 18 Euro und neun Euro. Damit seien aber die Kosten noch nicht gedeckt. Für die erfolgreiche Umsetzung sei das Theater „Lazarett“ auf weitere finanzielle Unterstützung angewiesen. Dazu hat der Trägerverein des Theaterhauses bereits einen Förderverein gegründet, in dem sich jeder finanziell beteiligen kann. Auch Fördergelder von verschiedenen Stiftungen seien bereits zur Finanzierung einiger Projekte zum Einsatz gekommen. Schmidt und Renner hoffen auf weitere Unterstützung von außen. „Wir sind noch auf der Suche nach weiteren Finanzierungsmodellen“, so Renner.
Bei den Zuschauern der offenen Probe am Sonntag schien das Konzept gut anzukommen. Begeistert applaudierten sie und stellten viele Fragen. Renner und Schmidt wirkten sichtlich erfreut, dass ihre Idee des Lazarett Theaters viel Anklang bei den Anwesenden fand. Wie genau die Figuren mit den visuellen Effekten und der Musik später zusammenspielen werden, scheint noch eine Überraschung zu bleiben. Doch es ließ sich nicht verkennen, dass solch ein Theaterspielhaus mit professionellen Darstellern die kulturelle Landschaft in Aurich sehr bereichern könnte.
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