Frauen-Fußball-WM  Torreicher Deutscher Sieg zum WM-Auftakt macht Lust auf mehr

Wolf-Rüdiger Saathoff und Silke Meyer
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Von Wolf-Rüdiger Saathoff und Silke Meyer
| 24.07.2023 18:54 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die deutschen Spielerinnen feiern den Treffer zum 1:0 durch Alexandra Popp gegen Marokko. Am Ende steht ein 6:0-Sieg für Deutschland zum Start in die Frauen-WM. Foto: DPA
Die deutschen Spielerinnen feiern den Treffer zum 1:0 durch Alexandra Popp gegen Marokko. Am Ende steht ein 6:0-Sieg für Deutschland zum Start in die Frauen-WM. Foto: DPA
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Hiesige Experten freuen sich über den gelungenen Einstand. Sie trauen der DFB-Frauenmannschaft noch viel zu. Aber es gibt auch Nachdenkliches.

Aurich - Der Anfang ist gemacht: Mit einem 6:0-Sieg gegen Marokko ist die ambitionierte deutsche Nationalmannschaft am Montag in Australien in die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen gestartet. Aber wie ist dieser Sieg zu werten?

Für den Trainer der B-Juniorinnen-Mannschaft der SpVg Aurich, Stefan Wilts, war der Gegner erschreckend schwach. Das ist das einerseits. Andererseits aber wollen sechs Tore auch erst einmal erzielt sein. Denn in den bisherigen Spielen haben sich einige Favoriten zu knappen und glücklichen Siegen gequält oder gar ihr Spiel verloren.

Ungefährlicher Gegner

Und was sagt Wilts zur Defensive der deutschen Mannschaft, deren Leistung zuletzt in den Testspielen in der Kritik stand? „Die Abwehr war gegen Marokko wenig gefordert.“ Nur ein Distanzschuss der Marokkanerinnen hatte für ihn den Ansatz von gefährlich.

Die Aussichten der deutschen Mannschaft sind für Wilts schwierig einzuschätzen. Die Vorrunde zu überstehen sollte aber möglich sein. Er selbst ist mit seiner neu formierten B-Juniorinnen-Mannschaft gerade aus dem zehntägigen Trainingslager aus Hannoversch Münden zurückgekehrt. Aktuell sind die Spielerinnen alle in ihrer Heimat. Am Sonntag erwartet er sie zurück in Aurich. Die Weltmeisterschaft gemeinsam zu gucken ist bisher nicht geplant.

„Macht Freude auf mehr“

Für Jan-Henrik Koppelkamm, Trainer der 1. Frauenmannschaft des SV TiMoNo, hat die deutsche Elf „einen tollen Start hingelegt, der Freude auf mehr macht“. Koppelkamm hat vor allen Dingen „die Mentalität und Leidenschaft“ und der Torhunger überzeugt. „Sie waren selbst nach dem 3:0 oder 4:0 noch gierig. Diese Mentalität vermisse ich bei den Männern“, gab er zu bedenken. Nicht nur das. Er findet, dass sich die Spielerinnen auch jenseits des Spielfeldes hervorragend präsentieren. Allen voran Kapitänin Alexandra Popp. Sie käme gut rüber und mache einen ausgezeichneten Job als Aushängeschild für das deutsche Team. Keine Frage, Koppelkamm wird sich auch das nächste Gruppenspiel der deutschen Elf anschauen. Am Sonntag gegen Kolumbien wird er aber nicht alleine vor dem Bildschirm sitzen, sondern die Frauenmannschaft von TiMoNo ist mit dabei.

„Wir haben dann ein Trainingslager und werden gemeinsam frühstücken, dann die WM schauen und danach ein Testspiel austragen.“ Koppelkamm glaubt an den zweiten deutschen Sieg bei der WM, aber das Spiel wird kein Selbstgänger. Er gab zu bedenken: „Kolumbien wird ein richtiger Prüfstein. Die werden sich richtig wehren und es dürfte hart zur Sache gehen, aber am Ende wird Deutschland mit 3:1 gewinnen.“ Ein Erfolg auf dem Weg ins Finale. Nach seiner Einschätzung hat die deutsche Elf das Potenzial für den Einzug ins Endspiel.

Spielfreude war überzeugend

Daran glaubt auch Siggi Sneider, Stadionsprecher bei den Bundesliga-B-Juniorinnen der SpVg Aurich. Er tippt auf einen 3:0-Sieg und glaubt daran, dass die Mannschaft es sehr weit bringen kann. Das Finale eingeschlossen, so Sneider. Großen Anteil am klaren Erfolg gegen Marokko hatte nach Sneider insbesondere Torjägerin Popp: „Ihre schnellen Tore waren schon die halbe Miete. Mich hat die Spielfreude und die Harmonie im Team überzeugt.“ Die deutschen Frauen haben den WM-Test zum Auftakt überzeugend bestanden, so Sneider – und er gestand: „Man kann besser Frauen- als Männerfußball im Fernsehen schauen.“

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