Solaranlagen und Treibhausgase Klimawandel bestimmt Arbeit im Fehntjer Bauamt
Seit drei Wochen ist der neue Bauamtsleiter in Großefehn im Dienst. Besonders der Klimawandel wird ihn beschäftigen.
Großefehn - Auseinandergelebt haben sich die beiden Fachgruppen Bauplanung und Bautechnik in der Gemeinde Großefehn. Denn nachdem Erwin Adams als ehemaliger Bauamtsleiter zum Großefehntjer Bürgermeister wurde, gab es keinen Fachbereichsleiter mehr. Das hat sich am 1. Juli geändert. Detlef Meyer ist als neuer Fachbereichsleiter dafür zuständig, die beiden Fachgruppen wieder miteinander zu verzahnen. „Er wird das Gesicht der Fehntjer Bauverwaltung“, sagt Erwin Adams. Denn Meyer soll nicht nur in den Ausschüssen des Rates, sondern auch in den Ortsräten alle Baupläne vorstellen und Ansprechpartner bei allen Fragen sein.
Der 56-Jährige war zuletzt in der Bauverwaltung in Varel beschäftigt, konnte aber auch Erfahrungen im Amt für Landentwicklung sammeln. Seine Aufgabe in Großefehn werde vor allem vom Klimawandel geprägt sein, sagt Meyer im Pressegespräch. Nötig werde nun wie in allen Kommunen die Potenzialstudie zu Freiflächenphotovoltaikanlagen sowie eine Treibhausgasbilanz. Die Studie für die Solarenergie sei grade in Auftrag gegeben worden.
Gewerbegebiete dürfen nicht zu grün werden
Auch die kommunale Wärmeplanung werde kommen. Dabei muss die Gemeinde Großefehn für ihr Gebiet schauen, welche Energieträger an welchen Stellen zur Verfügung stehen. Das hat dann Einfluss darauf, wie die Erschließungsträger zum Beispiel in neuen Baugebieten die Wärmeversorgung einrichten. Steht zum Beispiel in der Nähe eine Biogasanlage zur Verfügung, könnte mit einem Nahwärmenetz geplant werden. Alternativ können Bauherren auf Photovoltaik, Wärmepumpen oder Wasserstoff setzen. Die Daten aus der kommunalen Wärmeplanung helfen dabei nur bei der Entscheidungsfindung. Eine Vorgabe sind sie nicht.
In der Stadt Aurich sollen, so will es ein alter Beschluss des Stadtrats, Gewerbegebiete möglichst ökologisch eingerichtet werden. Es soll Grünflächen geben, Wasser soll die Möglichkeit zum Versickern haben. Detlef Meyer mahnt dabei allerdings zur Vorsicht. Es dürfe nicht sein, dass für die Ökologie zu viel Fläche verbraucht werde. „Wenn man zu grüne Gewerbegebiete entwirft, wird auch mehr Fläche beansprucht.“ Man könne natürlich versuchen, den Versiegelungsgrad zum Beispiel mit Rasengittersteinen statt einer durchgängigen Pflasterung zu reduzieren. Zusätzliche Flächen einzuplanen, um grüne Bereiche im Gewerbegebiet zu haben, sei aber der falsche Weg.
Energiepark Flumm auf dem Weg
Eine Ansicht, die von Erwin Adams geteilt wird. „Wir haben lieber einen 100 Hektar großen Kompensationspool statt vieler kleiner Insellösungen.“ Das bringe für den Natur- und Klimaschutz meist mehr. So werde es auch gehalten bei der Erweiterung des Gewerbegebietes Ulbargen. Dort soll nun die Bauleitplanung für zusätzliche 20 Hektar Fläche beginnen. Des Weiteren kommen im Gewerbegebiet Großefehn-Mitte rund neun Hektar hinzu.
Nicht nur Gewerbegebiete, so Erwin Adams, auch die Stromgewinnung aus Windenergie soll weiter befördert werden. Dafür werde der Energiepark Flumm auf den Weg gebracht. Der Energiepark Flumm könnte den Strom der neuen Windräder nutzen, um einen Elektrolyseur zur Herstellung von Wasserstoff zu betreiben. Die Vermarktung des Wasserstoffs könnte dann zusammen mit der benachbarten Materialkreislauf- und Kompostwirtschaft GmbH (MKW) Großefehn des Landkreises Aurich erfolgen. Vorstellbar seien zum Beispiel mit Wasserstoff betriebene Müllwagen, so Erwin Adams bei einem Pressegespräch Ende vorigen Jahres. „Die Fahrzeuge bieten sich für eine Umstellung an.“ Im Mai dieses Jahres machte der Gemeinderat den Weg frei für die weitere Entwicklung des Energieparks Flumm.