Neue Leichtathletikanlage Fehntjer Rat macht Weg frei für den SV Großefehn
In einem Sitzungsmarathon haben die Fehntjer mal wieder gezeigt, dass sie auch zu schnellen Lösungen fähig sind. Davon profitiert nun nicht nur der SV Großefehn.
Großefehn - Es ist eine alte Weisheit: Wenn die öffentliche Hand etwas baut, wird es immer teurer als zunächst geplant. Dass es auch anders geht, beweist derzeit die Gemeinde Großefehn. Dort wird ein neues Gerätehaus für die Feuerwehr Großefehn-Zentrum gebaut. Veranschlagt waren 2,6 Millionen Euro für den Bau. Nun wird es wohl etwas günstiger, wie Günther Siefken vom Bauamt der Gemeinde in einem Pressegespräch mitteilte. „Und im Zeitplan sind wir auch.“ Das bedeute, dass die Feuerwehr wohl Ende dieses Jahres den Neubau übernehmen kann.
Günstiger und deutlich schneller fertig wird auch die Leichtathletikanlage auf dem Sportplatz in Ostgroßefehn. Denn eigentlich sollte in diesem Jahr nur der Kunstrasenplatz gebaut werden. Damit ist in diesen Tagen begonnen worden. Für die Leichtathletikanlage aber hatte die Gemeinde keine Fördergelder bekommen können. Drei Versuche blieben laut Bürgermeister Erwin Adams erfolglos.
SV Großefehn billiger als die Gemeinde
Darum hat der SV Großefehn das selbst in die Hand genommen und Sponsoren aufgetrieben. Nun überweist Großefehn den ohnehin fälligen Gemeindeanteil an den Sportverein – und die Firma, die den Kunstrasenplatz anlegt, kann in einem Rutsch ab kommenden Montag auch die neuen Leichtathletikanlage bauen. Spätestens im Frühjahr kommenden Jahres wird so alles fertig sein.
Das Beste daran, so Erwin Adams: Weil der Verein im Gegensatz zur Gemeinde nicht an Vergaberichtlinien gebunden ist, wird das ganze Vorhaben rund 130.000 Euro günstiger. Denn, so Adams, es müsse zum Beispiel kein Planungsbüro eingeschaltet werden, um die Ausschreibungsunterlagen zu erstellen. Geld werde auch dadurch gespart, dass das Unternehmen wegen des Kunstrasenplatzes sowieso vor Ort sei. Und es müssten keine Provisorien gebaut werden, die dann später wieder abgerissen werden müssten.
Entstehen soll eine 400-Meter-Bahn, eine 100-Meter-Bahn sowie eine Weitsprung- und eine Hochsprunganlage. Neben der neuen Anlage sollen die Speerwerfer ihren Platz bekommen. Unabhängig von dem jetzigen Vorhaben soll im kommenden Jahr noch eine Anlage für die Kugelstoßer errichtet werden.
Siefken hofft für den Bau der Laufbahnen auf einen milden Winter. Denn der Belag benötige eine gewisse Temperatur beim Einbau. Sollte es zu kalt sein, wird dieser Teil der Leichtathletikanlage erst im Frühjahr fertig. Eigentlich hatte sich die Fehntjer Politik in die Sommerpause verabschiedet. Aber die Entscheidung, das Geld für den Verein freizugeben, damit die Baufirma sofort loslegen kann, musste jetzt erfolgen. Darum gab es am Mittwochnachmittag einen kleinen Sitzungsmarathon im Fehntjer Bürgerhaus.
Neue Anlage nutzt sogar der Fehntjer Feuerwehr
Nacheinander tagten der Schulausschuss, der Finanzausschuss, der Verwaltungsausschuss sowie am Ende der Gemeinderat, um das Projekt zu beschließen. Am Ende gab es vier einstimmige Empfehlungsbeschlüsse für den Vorschlag der Gemeindeverwaltung. Damit kann das Vorhaben sofort umgesetzt werden. Das Geld ist im Haushalt für dieses Jahr vorhanden. Allerdings war es auch für den Traumspielplatz vorgesehen, der nun zunächst leer ausgehen wird. Für den Spielplatz soll ein neuer Förderantrag gestellt werden, damit dieses Vorhaben verwirklicht werden kann.
Der Nutzen sei immens, nicht nur für den SV Großefehn mit seiner aufstrebenden Leichtathletikabteilung, so Erwin Adams. Auch die KGS Großefehn profitiere davon. „Die Schule wäre fast Landessieger geworden.“ Hätte man die neue Anlage schon gehabt, hätte das auch geklappt, ist sich der Fehntjer Bürgermeister sicher. „Wir planen für einen Bedarf, der bereits da ist.“ Denn auch die Grundschulen würden künftig den Sportplatz in Ostgroßefehn anfahren. Und selbst die Fehntjer Feuerwehren müssten zum Lauftraining nun nicht mehr in die Nachbargemeinde Ihlow fahren.
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