Unterstützung im Schwimmbad  Sicherheitsdienst im Auricher „De Baalje“ im Einsatz

Neelke Harms
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Von Neelke Harms
| 16.07.2023 15:33 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Im Sommer, wie hier 2019, lockt das Auricher Bad zahlreiche Besucher an. Foto: Jan-Michael Heimann
Im Sommer, wie hier 2019, lockt das Auricher Bad zahlreiche Besucher an. Foto: Jan-Michael Heimann
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Eine Schulung zum Thema „Deeskalation“ gab es Ende des Frühjahres für das Personal des Schwimmbades. Warum die Mitarbeiter seit Kurzem nun auch Unterstützung von Sicherheitskräften bekommen.

Aurich/Großefehn/Norddeich - Unterstützung von der Security bekommt seit Kurzem das Personal im Auricher Schwimmbad „De Baalje“. Das bestätigen Stadtsprecher Johann Stromann und Auricher Bürgermeister Horst Feddermann auf ON-Anfrage. Das Sicherheitspersonal soll den Schwimmmeistern eine Hilfe sein, wenn es Probleme mit den Besuchern gibt.

Bisher sei der Einsatz jedoch nur eine reine Vorsichtsmaßnahme, so der Auricher Bürgermeister. Es sei nichts Konkretes vorgefallen. Es komme jedoch vor, dass Besucher die Anweisungen der Schwimmmeister missachten.

Personal braucht Unterstützung

Auch wenn es noch keine schlimmeren Vorfälle gegeben hat, steht für den Bürgermeister fest: Die Schwimmmeister brauchen die Unterstützung. Diese würden am Beckenrand gebraucht, um für die Sicherheit der Badegäste zu sorgen. Dazu, wie viele Schwimmmeister im De Baalje derzeit gleichzeitig eingesetzt sind, konnte Feddermann keine Angaben machen. Aber: „Wir haben so viele Schwimmmeister, dass wir den Betrieb aufrecht erhalten können. Aber auch nicht mehr“, so der Auricher Bürgermeister.

Bei dem Sicherheitspersonal handele es sich um eine Gruppe, die ohnehin am Auricher Hafen und dem Großen Sett unterwegs sei, so Feddermann. Diese würde nun in unregelmäßigen Abständen auch Stopp am Baalje machen, sei also nicht immer vor Ort.

Schulung zur Deeskalation für Personal

Mit der Security wolle man ein sichtbares Zeichen setzen, sagt Stadtsprecher Johann Stromann. Für das Personal des Auricher Schwimmbades habe es Ende des vergangenen Frühjahrs eine Schulung zur Deeskalation gegeben. Auch das sei eine rein präventive Maßnahme, so Stromann.

Am Badesee in Tannenhausen sind die Sicherheitskräfte nicht im Einsatz. Derzeit gebe es dort keinen Bedarf und eine Verstärkung dort sei auch nicht geplant, sagt Feddermann.

Viel los ist an heißen Tagen am Badesee in Tannenhausen. Foto: Romuald Banik
Viel los ist an heißen Tagen am Badesee in Tannenhausen. Foto: Romuald Banik

Ostfriesische Schwimmmeister beobachten Veränderungen

In anderen deutschen Städten sorgt zunehmende Gewalt in Schwimmbädern für Probleme. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) sprach sich in der laufenden Debatte für eine Polizeipräsenz in Freibädern aus. In Berlin-Neukölln war nach Auseinandersetzungen Ende Juni ein Freibad von Polizisten geräumt worden.

Auch wenn es das Problem in Ostfriesland in diesem Ausmaß nicht gibt, beobachten die Schwimmmeister Veränderungen. So zum Beispiel im „Ocean Wave“ in Norddeich. Ungeduldiger und gereizter, meist aber unproblematisch seien die Gäste dort mittlerweile, so Vollmar Constapel, Leiter Bäder der Wirtschaftsbetriebe der Stadt Norden GmbH. In dem Norddeicher Bad sind pro Schicht jeweils drei Fachkräfte für die Badeaufsicht zuständig. Wenn es zu Auseinandersetzungen mit Gäste komme, gehe es häufig um Verstöße gegen die Haus- und Badeordnung, wie zum Beispiel Sprünge vom Beckenrand. Alle Altersklassen, Familien und Gruppen quer durch die Gesellschaft könnten Probleme machen, so Constapel. Dazu brauche es manchmal nur eine kleine Ursache.

Erfahrungen von Kollegen außerhalb Ostfrieslands

Im Freibad in Holtrop gibt es kaum Probleme mit den Gästen, sagt Schwimmmeister Heiko Wiese den ON. Einen Grund dafür sieht er in der Größe des Bades. Denn dort gibt es nur ein Becken. Auch wenn es nicht häufig vorkommt, hat aber auch er schon Anfeindung erlebt. So sei er beispielsweise als „Nazi“ beschimpft worden, als er eine Gruppe des Bades verwiesen hatte. Diese hatte gegen die Badeordnung verstoßen.

Heiko Wiese nimmt die Vorfälle noch lachend hin, kennt aber von Kollegen aus größeren Städten auch andere Vorfälle. In einem Bad nahe Delmenhorst komme es häufiger zu Auseinandersetzungen. Noch würde das Personal das jedoch ohne Sicherheitsdienst bewältigen können, weiß er von einem Kollegen. Doch manche Badegäste hätten den Respekt vor Schwimmmeistern verloren, so Wiese.

Gewalt für Auricher DLRG kein Thema

Für die Ortsgruppe der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) in Aurich ist Gewalt kein Thema, teilt Michael Rieken von der Ortsgruppe mit. Weder im De Baalje noch am Badesee hätten er und seine Kollegen Probleme mit den Besuchern. Eine Situation, die nicht von den Schwimmmeistern gelöst werden konnte, habe er noch nicht erlebt.

Das bestätigt auch Polizeisprecherin Wiebke Baden. Die Auricher Polizei sei noch nicht zur Verstärkung gerufen worden und es würden auch keine Anzeigen wegen Körperverletzung oder Ähnlichem vorliegen. „Bislang sind wir froh, dass Aurich so friedlich ist und hoffen, dass es so bleibt“, sagt der Auricher Bürgermeister.

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