Hundebesitzer in Sorge Verdacht – Giftköder am Marienhafer Kiessee
Unbekannte sollen am Kiessee in Marienhafe vergiftete Wurst ausgelegt haben. Das weckt Erinnerungen an einen Fall Ende Mai.
Marienhafe - Hundebesitzer im Brookmerland sind beunruhigt und besorgt: Grund ist eine Warnung vor angeblichen Giftködern, die Unbekannte im Naherholungsgebiet Tjücher Moortun in Marienhafe ausgelegt haben sollen. Verifizieren lässt sich das bisher nicht. Der Hinweis wurde anonym auf der Plattform „Dogorama“, einer App für Hundebesitzer, veröffentlicht. Viele verbreiteten die Nachricht weiter, ohne zu wissen, vom wem sie kam und wie groß ihr Wahrheitsgehalt ist.
„Giftköder am Kiessee in Marienhafe“, heißt es dort. Und weiter: „Am Kiessee wurde Rattengift in Wiener Wurst entdeckt! Passt auf Eure Hunde auf!“, wird in dem Eintrag berichtet.
Polizei ist nichts bekannt
Der Polizei ist davon bisher nichts bekannt, sagte deren Sprecherin Wiebke Baden am Donnerstag auf Anfrage. Bei einem ersten Überblick konnte sie keine Strafanzeigen aus dem Raum Brookmerland finden, die dazu passten. Üblich sei, dass die Hundebesitzer sich untereinander in den entsprechenden Foren warnten. Anzeigen würden erfahrungsgemäß erst erstattet, wenn Tiere zu Schaden gekommen seien.
Davon berichtet der Verfasser der Warnung bei „Dogorama“ nichts. Auch werden dort keine weiteren Einzelheiten zum genauen Fundort und der Beschaffenheit des Köders genannt. Fotos von der Giftfalle gibt es ebenfalls nicht.
Gift-Attacke in Upgant-Schott
Hinweise auf mutmaßliche oder tatsächliche Giftköder, die für Hunde bestimmt sind, gibt es auch im Brookmerland immer wieder. Die aktuelle Warnung weckt Erinnerungen an einen Fall in Upgant-Schott, wo Ende Mai Giftköder gefunden worden waren (wir berichteten). Um ein Haar war ein sieben Monate alter Australian Shepherd Opfer einer Gift-Attacke geworden. Die 25-jährige Besitzerin des Tieres und ihr Partner, die ungenannt bleiben möchten, waren mit dem Vierbeiner in den Schottjer Grooden auf dem Weg „Deeps Grooden“ mit ihrem Vierbeiner spazieren gegangen. Das Tier lief an einer Schleppleine. Plötzlich sei der noch junge Rüde aufgeregt in das hohe Gras am Wegrand gesprungen. Da nicht erkennbar gewesen sei, was den Vierbeiner anlockte, zog das Paar den Hund umgehend zurück. Da aber hatte dieser offenbar bereits an einem bewusst ausgelegten Köder geschleckt. Der bestand aus einer Plastikdose, die mit einer erdigen Paste gefüllt war, die intensiv nach Leberwurst gerochen habe. Darin befanden sich kleine Körnchen. Die 25-Jährige vermutet, dass es sich dabei um zerkleinertes Rattengift handelt. Da das Gemisch in der Dose angetrocknet war, gelang es dem Australian Shepherd glücklicherweise nicht, davon zu fressen. Die Hundebesitzerin erstattete Strafanzeige. Die Polizei ermittelte wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz.
Wie die 25-jährige Upgant-Schottjerin am Donnerstag auf Nachfrage sagte, gehe es ihrem Australian Shepherd inzwischen wieder gut. Zum Glück habe der Rüde in der Folge keine Vergiftungserscheinungen gezeigt. Zum Gassigehen lege sie ihrem Hund jetzt immer einen Maulkorb oder einen Giftköderschutz an.
Polizeisprecherin Wiebke Baden empfahl allen Hundebesitzern, ihre Tiere stets im Blick zu haben, für die Gefahr sensibilisiert zu sein und darauf zu achten, was die Tiere aufnehmen.