Ermittlungen führen zu Ergebnis  Festnahme nach Autoexplosion in Wittmund

| 06.07.2023 12:52 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
•Ein BMW war in der Nacht zum 15. Mai in einer Wittmunder Wohnsiedlung explodiert. Archivfoto: Ullrich
•Ein BMW war in der Nacht zum 15. Mai in einer Wittmunder Wohnsiedlung explodiert. Archivfoto: Ullrich
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Mitte Mai war nachts in Wittmund ein BMW in die Luft gesprengt worden. Jetzt wurde ein Verdächtiger festgenommen – ein junger Mann.

Wittmund - Die Polizei hat an diesem Mittwoch einen jungen Mann festgenommen, der Mitte Mai in Wittmund ein Auto in die Luft gesprengt haben soll. Er gilt als dringend verdächtig, so die Staatsanwaltschaft Osnabrück in einer Mitteilung von Donnerstag. Vorausgegangen waren demnach umfangreiche und intensive Ermittlungen der Polizeiinspektion Aurich-Wittmund. Bei dem Verdächtigen handelt es sich um einen 20-Jährigen aus Wittmund. Er ist inzwischen wieder auf freien Fuß. Festgenommen worden war er an seinem Arbeitsplatz. Die Ermittlungen dauern an. Weitere Informationen gibt es deshalb zunächst nicht, betont die Staatsanwaltschaft.

Die BMW-Limousine war am 14. Mai kurz vor Mitternacht in der Wittmunder Ledastraße gesprengt worden. Der laute Knall ließ viele Anwohner noch im weiteren Umkreis aufschrecken. Verletzt wurde niemand. Aber das Auto wurde zerstört. Es entstand ein Schaden im hohen fünfstelligen Bereich, hatte die Polizei damals mitgeteilt. Bei den ersten Ermittlungen vor Ort hatte es demnach auch einen heftigen Streit zwischen verschiedenen Personen gegeben, die zum Tatort geströmt waren. Zusätzliche Polizisten waren angefordert worden. Außerdem unterstützten Spezialisten des Landeskriminalamts Niedersachsen die Ermittlungen. Bis in die Morgenstunden wurden Spuren gesichert und Vernehmungen durchgeführt. Einige Tage später waren nach Wohnungsdurchsuchungen bereits zwei Männer vorübergehend festgenommen worden – das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Aufgrund fehlender Haftgründe waren sie kurz darauf wieder entlassen worden.

Diese Strafen sind möglich

Der Haftbefehl gegen den 20-Jährigen war von der Zentralstelle zur Bekämpfung krimineller Clanstrukturen der Staatsanwaltschaft Osnabrück erwirkt worden. Ein Richter des Amtsgerichts Osnabrück hat ihn gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt, heißt es in der Mitteilung. Deshalb ist der Mann wieder auf freiem Fuß. Ob die Bombe am BMW der Angriff eines Clans auf einen anderen gewesen sein könnte, bleibt weiterhin offen. Zumindest Mitte Mai haben die Ermittler einen möglichen Zusammenhang zum Clan-Milieu gesehen. Dass die Sache noch immer in Osnabrück liegt, heißt aber nicht zwangsläufig, dass die Ermittlungen das bestätigt haben.

Für das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion können Erwachsene mit einer Freiheitsstrafe zwischen einem und fünfzehn Jahren bestraft werden. Aufgrund seines Alters könnte bei dem 20-jährigen Verdächtigen jedoch auch das Jugendstrafrecht zur Anwendung kommen, erklärt Oberstaatsanwalt Volker Brandt in der Mitteilung.

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