Jubiläum in Moorhusen Spielkreis besteht seit 50 Jahren
Der Spielkreis Moorhusen besteht seit 50 Jahren. Das wurde groß gefeiert. Wie lange er noch als Spielkreis existiert, ist allerdings fraglich.
Moorhusen - Das Wetter machte allen am Samstagnachmittag einen kleinen Strich durch die Rechnung, dennoch ließ sich niemand dadurch die tolle Stimmung im Kinderspielkreis Münkeboe-Moorhusen verderben. Es wurde improvisiert und die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Jubiläum des Kinderspielkreises von draußen nach drinnen verlegt.
Dort begrüßten die Kinder ihre Eltern, Großeltern und Geschwister sowie Gäste mit einigen Liedern wie „Jeder Tag im Kindergarten ist für mich ein schöner Tag“ oder „Wir sind Kinder einer Welt und trommeln wie es uns gefällt“.
Reden fielen kurz aus
Mit Rücksicht auf die kleinen Hauptdarsteller gab es kurze und prägnante Redebeiträge des Vorsitzenden und der Vertreter der Politik.
Ein großes Lob sprach die Leiterin des Spielkreises, Barbara Topp-Janssen, im Gespräch mit den Ostfriesischen Nachrichten der Elternschaft aus. Sie sei immer zur Stelle und stünde parat, wenn Hilfe gebraucht würde. In über 38 Jahren als Vorsitzender des Kinderspielkreises, ergänzte Hilko Gerdes, habe es bis heute nicht eine einzige Elternbeschwerde gegeben, um die er sich hätte kümmern müssen.
Eltern loben Engagement des Teams
Dass die Eltern sehr zufrieden sind, bestätigte Kathrin Broers. Als ihr Sohn anfänglich Schwierigkeiten hatte, alleine ohne sie im Spielkreis zu bleiben, hätten die Mitarbeiterinnen ihm die Angst genommen und Vertrauen zu ihm aufgebaut, jetzt gehe er gerne hin, das sei ganz toll gewesen. Erfreulich sei für sie und ihren Mann die Notbetreuung in den Ferien. Das Konzept im Spielkreis sei sehr abwechslungsreich, es werde viel unternommen.
„Mir und meinem Team macht die Arbeit unglaublich viel Spaß. Das spiegelt sich auch in der Fröhlichkeit der Kinder wider“, so Barbara Topp-Janssen, ihr stehen zwei Erzieherinnen und vier Sozialassistentinnen zur Seite, die die beiden Gruppen mit jeweils 25 Kindern betreuen. Barbara Topp-Janssen machte deutlich, dass sie die Strukturen, als sie die Leitung von Voelke Lübbers übernahm, so beibehalten habe. Warum hätte sie etwas ändern sollen, was gut sei. Gearbeitet wird nach dem Niedersächsischen Orientierungsplan, an den sich alle Kindergärten halten müssen, und einem eigenen Konzept.
Spielkreis soll zur Kita werden
Wie lange der Spielkreis noch Spielkreis sein wird, entscheidet sich demnächst. Es ist von der Gemeinde Südbrookmerland und der Landesschulbehörde angedacht, dass der Spielkreis Mitte 2024 ein Kindergarten werden soll. Da die Richtlinien für Spielkreise anders sind als die für Kindertagesstätten, sind allerdings noch einige Umbaumaßnahmen erforderlich, um einige Räumlichkeiten in der ehemaligen Grundschule an das Kita-Niveau anzupassen. Der Kinderspielkreis Münkeboe-Moorhusen arbeitet schon seit Jahren entsprechend, ansonsten hätte er keine Betriebserlaubnis, betonte Barbara Topp-Janssen.
Etwas ganz Besonderes im Kinderspielkreis ist der „Rausschmisstag“, der von den Eltern zelebriert wird. Die Kinder, die in die Schule kommen, werden symbolisch aus dem Spielkreis „herausgeschmissen“ auf Matratzen. Danach fahren die Kinder mit dem „Manni-Ommen-Express“ um die Schule, um anschließend Party mit ihren Eltern sowie den eingeladenen Erzieherinnen und Sozialassistentinnen zu feiern. Am Mittwoch war es wieder soweit. Einst waren es engagierte Mütter, die sich zusammentaten, um einen Kinderspielkreis zu gründen, damit ihren Kindern im Vorschulalter ein besserer Start ins Schulleben ermöglicht würde, so Hilko Gerdes.
Früherer Nachteil gilt heute als Vorteil
Damals war noch der Anteil der plattdeutsch sprechenden Kinder relativ hoch, so dass es im ersten Schuljahr mit einem Teil der Lehrer, die oft keine Ostfriesen waren, Verständigungsprobleme gab. Deshalb war es ein Ziel der Verantwortlichen des Kinderspielkreises, diesen „Nachteil“ für ihre Kinder möglichst weit auszugleichen.
Inzwischen haben sich die Verhältnisse stark gewandelt, der Anteil der hochdeutsch sprechenden Kinder überwiegt. Die Wissenschaft bezeichnet die Zweisprachigkeit heutzutage nicht mehr als Nachteil, sondern als großen Vorteil für die geistige Entwicklung der Kinder.
In Moorhusen leisteten seinerzeit Anni Jaspers, Anita Ludwigs, Berta Gerdes, Margareta Meyerhoff und Anne Keck die Pionierarbeit der ersten Stunde. „Sie haben damals wegen der genannten Probleme nicht zuallererst nach dem Staat gerufen, wie es heute eher üblich ist, sondern mit echtem Bürgersinn das Heft selbst in die Hand genommen“, lobte Hilko Gerdes. Die ersten Betreuungskräfte waren Erika Kalkwarf, Henni Janssen, Marie Hagen, Annchen Giesenberg, Voelke Lübbers und Berta Gerdes. Ihre und die später folgenden Kräfte waren und sind die wesentlichste Grundlage des Erfolges des Kinderspielkreises, so Gerdes weiter. Mit der Verleihung des Gütesiegels bewertete der Landkreis Aurich die vorzügliche Arbeit.