Norder Rat gibt Geld für Bau frei Doch wieder alles anders beim Norddeicher Freibad
Eigentlich war das neue Freibad schon im Jahr 2021 geplant worden. Jetzt präsentierte die Verwaltung komplett neue Pläne mit verschiedenen Becken und neuen Außenanlagen.
Norden-Norddeich - Ursprünglich sollte im neuen Norddeicher Freibad ein großes Becken entstehen. Jetzt soll alles ganz anders werden. Das Freibadgelände wurde komplett neu strukturiert. Bürgermeister Florian Eiben stellte die Pläne am Dienstag im Rat der Stadt Norden der Öffentlichkeit vor. Danach sollen drei bis vier kleine Becken entstehen – je nach Nutzungsbedarf unterschiedlich in der Größe und Wassertiefe.
Für Schwimmer ist ein 25 Meter langes und 20 Meter breites Becken mit acht Bahnen inklusive Schwimmstreifen geplant. Die Wassertiefe soll hier 1,35 Meter betragen. Das Wasser soll mit Solar beheiztes Seewasser sein. Farbige Unterwasserscheinwerfer sollen das Becken ins rechte Licht rücken.
Auch Nichtschwimmer und Kleinkinder sollen eigene Becken erhalten
Das nächst größere Becken ist das Nichtschwimmerbecken mit einer Größe von etwa 20 mal 20 Metern und einer Wassertiefe von 0,60 bis 1,10 Metern, mit nach hinten abfallendem Beckenboden. Für die Kinder soll es sowohl eine Wassergewöhnungstreppe als auch Rampenanlagen geben. Auch hier soll mit Solar beheiztes Seewasser genutzt werden. Auch hier soll es farbige Unterwasserscheinwerfer geben. Zusätzlich sollen Wasserattraktionen wie eine Schaukelbucht, einen Wasserpilz oder ähnliches für die Kinder eingebaut werden.
Auch für die Jüngsten ist ein eigener Bereich geplant: ein neun mal neun Meter großes Kinderbecken mit einer maximalen Wassertiefe von 30 Zentimetern mit einem flach abfallenden Beckenboden. Das Becken soll mit Wasserattraktionen ausgestattet werden, außerdem soll ein Sonnensegel mit sturmfesten Pylonen über dem Becken als Sonnenschutz befestigt werden. In unmittelbarer Nähe zum Kinderbecken soll ein 125 Quadratmeter muschelförmiger Wasserspielplatz entstehen mit diversen Wasserspielmöglichkeiten für die Kinder.
Neues Freibad soll gestalterisch das „Deck“ fortsetzen
Gestalterisch soll das neue Freibad das angrenzende „Deck“ fortsetzen, mit einem typischen Landschaftsbild im Vordeichbereich der Nordseeküste. Als prägende Form haben die Planer großflächige, muschelförmige Bereiche gewählt. Eine muschelförmige Badeplatte mit dem Bahnen-Becken und dem Nichtschwimmerbecken, eine Badeplatte mit Kleinkindbecken und Wasserspielpark, die nördlichste Muschel wird als Freibadstrand und Multifunktionsfläche geplant.
Neben den Badeplatten soll es Aufenthaltsbereiche mit Liegen, Sonnenschirmen und Freizeitsport-Einrichtungen geben. Die Liegewiesen sollen großzügig und abgestuft sein. Eingesäumt werden soll das ganze Gelände durch Dünen und ortstypische Bepflanzungen. Trotzdem soll der Blick aufs Meer weiter möglich sein. Auch ein gastronomischer Bereich ist eingeplant.
Neue Pläne deutlich teurer
Das Problem mit den neuen Planungen: Sie sind deutlich teurer als die bisherigen Ideen. Nach der aktuellen Baukostenplanung rechnet die Stadt Norden mit insgesamt elf Millionen Euro für die Anlage. Die Kosten teilen sich die Stadt Norden in Höhe von 4,4 Millionen Euro, die Wirtschaftsbetriebe der Stadt Norden in Höhe von 4,25 Millionen Euro und einer zurzeit noch fest geschriebenen Förderung von 2,43 Millionen Euro. Die Stadt werde aber versuchen, ob diese Fördermittel aufgestockt werden können, sagte der Erste Stadtrat Marcus Aukskel auf 4,4 Millionen Euro.
Die Fördermittel sind bis zum 31. Dezember 2025 gültig. Das bedeutet für die Stadt: Die Zeit drängt. Der Plan geht nur auf, wenn alles optimal und reibungslos verläuft. Und auch ein bisschen Glück dabei ist, wie Eiben es sagte. Und er ist auch nur einzuhalten, weil die Norder Ratsmitglieder am Dienstag ihr Okay für das neue Freibad und dessen Finanzierung gegeben haben. Volker Glumm, Fraktionsvorsitzender der CDU, machte es deutlich: „Wenn wir heute nicht entscheiden, verzögert sich der Bau wieder um ein Jahr.“ Obwohl die Ratsmitglieder die neuen Pläne erst vor einer Woche präsentiert bekommen haben, stimmten sie alle zu.
Gebaut werden kann nur von April bis Oktober. Die ersten Arbeiten könnten im Frühjahr 2024 beginnen. Gebaut werden soll über zwei Jahre. „Es ist sehr ambitioniert, aber das Ziel ist eigentlich, dass wir im September 2025 alles fertig haben“, sagte Eiben. Er wollte aber nicht ausschließen, dass es letztlich bis zum Frühjahr 2026 dauern werde. Aufgrund der hohen Investitionssumme müssten einige Arbeiten europaweit ausgeschrieben werden. Nach aktueller Baukostenschätzung spricht Eiben von einer Investitionssumme von elf Millionen Euro. Davon sind zwei Millionen Euro Fördergelder. Aufgrund der gestiegenen Baukosten hofft Eiben auf einen weiteren Förderbescheid aus Berlin, der die Kostensteigerung anerkennt und dadurch weitere Zuwendungen zu erhalten.