Geplante Umwandlung zum RGZ Johann Saathoff lobt Norder Ratsbeschluss zur UEK
Der Bundestagsabgeordnete hat zwar selber für die Umwandlung des Norder Krankenhauses gestimmt. Gleichzeitig fordert er aber mehr Transparenz und eine Beteiligung der Norder.
Norden/Aurich - Zwar hat auch der Bundestagsabgeordnete Johann Saathoff (SPD) am Mittwoch im Auricher Kreistag für die Schließung des Norder Krankenhauses gestimmt – gleichzeitig lobte er aber die Beschlüsse des Norder Rates zur Ubbo-Emmius-Klinik (UEK). „Mir gefällt bei dem Beschluss des Stadtrates, dass nicht nur die Rücknahme der Umwandlungsentscheidung gefordert wird. Man hat sich auch Gedanken dazu gemacht, was zu tun ist, wenn die Entscheidung nicht zurück genommen wird oder werden kann“, teilte Saathoff unserer Zeitung auf Nachfrage mit.
Weiter Zoff über Klinik-Kommunikation
Klinik-Projekt Statamed startet zum 1. April 2024
Rettungsdienst braucht wegen UEK-Herabstufung mehr Personal
Wenige Besucher, aber viele Antworten zur Gesundheitsversorgung
Auch, dass der Norder Rat eine umfassende Information der Bürger gefordert hat, trifft bei Saathoff auf offene Ohren. Er selbst hatte am Mittwoch die „Performance der Kreisverwaltung“ zum Thema Umwandlung des Norder Krankenhauses in ein Regionales Gesundheitszentrum (RGZ) als „katastrophal“ bezeichnet. Es reiche nicht, eine Homepage mit Fragen zu schalten. Er selbst würde nicht eine Infoveranstaltung anbieten, sondern zehn, hatte Saathoff in Richtung Kreisspitze gesagt.
Saathoff fordert Transparenz im Umwandlungsprozess
Ein weiterer Punkt im Norder Beschluss, wird Saathoff nach eigenen Aussagen noch länger beschäftigten. Der Norder Rat hatte in seiner Beschlussvorlage die Unsicherheiten hinsichtlich der Notfallversorgung inklusive des Rettungsdienstes angesprochen. Konkret fordern die Norder eine personelle Verstärkung des Rettungsdienstes mit Notärzten, Rettungssanitätern, Rettungsassistenten und Rettungswagen, gegebenenfalls auch mit Hubschraubern. „Damit werde ich mich wie angekündigt nochmal intensiver beschäftigen“, so Saathoff. Auch bei diesem Themenbereich gelte: „Um den Ängsten der Menschen begegnen zu können, muss Transparenz geschaffen werden.“
Wie berichtet, bedeutet die geplante Herabstufung des Norder Krankenhauses zu einem RGZ auch für den Rettungsdienst erhebliche Veränderungen. Laut Mit-Geschäftsführer Marcel Schäfer brauche der Rettungsdienst mehr Rettungswagen und mehr Personal. Das sei vor allem deshalb notwendig, weil die Transportwege für Patienten aus dem Norder Raum länger werde, so Schäfer. Insgesamt brauche man wohl 30 bis 40 zusätzliche Mitarbeiter, so Schäfer. Bis zum Herbst sollen zehn Notfallsanitäter und neun Rettungssanitäter eingestellt werden. Erster Kreisrat Dr. Frank Puchert hatte im Gesundheitsausschuss des Landkreises betont, der Rettungsdienst bestimme das Tempo bei der Klinikumwandlung in Norden.
Saathoff: Dürfen kein weiteres Personal verlieren
Für Saathoff ist ein weiterer Punkt im Norder Beschluss wichtig. Dieser befasse sich mit dem „Prozess der Umstrukturierung, der ebenfalls nicht wirklich transparent ist.“ Außerdem sprächen sich die Norder weiter klar für den Bau der Zentralklinik aus. Deshalb komme die Entscheidung des Landes Niedersachsen zur Finanzierung der Zentralklinik der Stadt Norden entgegen.
Auch die Forderung nach einem Arbeitskreis, der sich mit der Zukunft des Standorts Norden beschäftigt, findet bei Saathoff großen Anklang. „Nach meiner Lesart ist die Idee dabei, dass die Menschen nicht nur informiert, sondern aktiv beteiligt werden. Das sehe ich genauso“, teilte Saathoff mit. Dabei sei ihm die „sozialpartnerschaftliche Zusammenarbeit“ sehr wichtig. „Wir dürfen kein weiteres Personal durch die entstandenen Verunsicherungen verlieren“, betonte der Bundestagsabgeordnete.
Eine Infoveranstaltung zur Umwandlung des Norder Krankenhauses findet nun am Donnerstag, 6. Juli (17 Uhr, Oberschule Norden) statt. Landrat Olaf Meinen (parteilos) betonte im Kreistag, dass er daran, entgegen einer vorherigen Meldung in der Presse, selber teilnehmen werde.