Gesundheitspolitik im Landkreis Aurich Nach UEK-Aus in Norden – welche Versprechen werden noch gebrochen?
Das Ende der UEK Norden ist besiegelt. Die Empörung ist groß, aber die Fakten sprechen für die Entscheidung. Verheerend ist aber der Vertrauensverlust. Ein Kommentar.
Am Ende war der Protest vergebens: Die UEK Norden wird geschlossen. Das hat der Kreistag in dieser Woche besiegelt. Wut und Verärgerung über dieses Vorgehen des Landkreises und der Klinikleitung sind enorm.
Landrat Olaf Meinen wurde nach eigener Aussage im Internet der Tod gewünscht. Aber auch von diesem geschmacklosen Fall abgesehen, ergehen sich Klinikbefürworter in sonderbaren Fantasien: Sie fordern etwa die Abspaltung des Altkreises Norden von Aurich. Realitätsflucht aus schierer Verzweiflung.
Katastrophale Kommunikation
Einige Kreistagsmitglieder kritisierten in der Sitzung am Mittwoch den Landrat zu Recht für die katastrophale Kommunikation. Meinen und Klinik-Chef Dirk Balster stellten Mitarbeiter und Öffentlichkeit vor vollendete Tatsachen.
Ein großer Fehler. Doch am Ende sprechen die Fakten für sie: Es fehlt an allen Ecken und Enden an Personal, um im Landkreis zwei Krankenhäuser zu betreiben. Wirtschaftlich zu rechtfertigen ist das schon lange nicht mehr. An diesen Tatsachen ändern auch Info-Veranstaltungen oder Bürgersprechstunden nichts.
Scherben des zerstörten Vertrauens zusammenkehren
Schlimmer und auch langfristig folgenschwer ist vielmehr ein gebrochenes Versprechen: dass der Norder Standort bis zur Eröffnung der Zentralklinik in Südbrookmerland erhalten bleibt. Das hatten Ex-Landrat Harm-Uwe Weber und Ex-Klinikchef Claus Eppmann beteuert.
Andernfalls hätten sie in Norden kaum die nötigen Stimmen für die Zentralklinik zusammenbekommen. Meinen und Balster müssen nun die Scherben des zerstörten Vertrauens zusammenkehren.
Was ist, wenn auch der Zentralklinik Personal fehlt?
Mal sehen, welche weiteren Versprechen noch kassiert werden. Beim Trommeln für die Zentralklinik wurden diese zuhauf gemacht. Sie gingen bis hin zur absurd klingenden Behauptung, die Baukosten – damals waren es angeblich noch 250 Millionen Euro – ließen sich durch Überschüsse aus dem laufenden Betrieb bezahlen. Und was ist mit dem Versprechen, die Zentralklinik löse die Personalprobleme?
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Grober Patzer in Sachen UEK wird wiederholt
Dass die bessere Qualität mehr Ärztinnen und Pfleger aufs platte Land lockt, ist bisher nur eine Behauptung. Was aber, wenn auch das eine Fehlannahme ist? Dann hat man auf der grünen Wiese womöglich eine mehr als eine Milliarde Euro teure Klinik gebaut, die personell unterversorgt ist. Das wäre dann wirklich ein Desaster.