Osnabrück  Wer soll bei dem Kartenchaos noch den Überblick behalten?

Corinna Clara Röttker
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Von Corinna Clara Röttker
| 30.06.2023 13:34 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Ab dem 1. Juli wird das gewohnte Maestro-Logo bei vielen neuen Girokarten – den ehemaligen EC-Karten – nicht mehr auf der Vorderseite prangen. Foto: dpa/Fabian Sommer
Ab dem 1. Juli wird das gewohnte Maestro-Logo bei vielen neuen Girokarten – den ehemaligen EC-Karten – nicht mehr auf der Vorderseite prangen. Foto: dpa/Fabian Sommer
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Ab Juli geben Banken keine neuen EC-Karten mit Maestro-Funktion mehr aus. Das macht die Verwirrung der Bankkunden perfekt, bereits jetzt herrscht ein Kartenchaos. Und auch die neuen Angebote haben ihre Tücken.

Einige Portemonnaies gleichen einem Kartenspiel: Die Girocard mit dem Maestro-Aufdruck steckt da neben der Kreditkarte von Visa und der Mastercard mit der Debit-Markierung. Und jetzt mal ehrlich: Kennen Sie die Unterschiede, was welche Karte kann und wann sich welche am besten eignet? Ohne Ihnen zu nahe treten zu wollen, aber die meisten vermutlich nicht. Denn kaum etwas erscheint derart komplex wie das deutsche Bankenkarten-System.

Wer sich informiert, hört und liest von Debit- und Kreditkarten in Gold, Platin und Schwarz, mit und ohne diverse Sonderkonditionen und Extraleistungen, von digitalen Girocards und natürlich von der XY-Card der jeweiligen Hausbank. Und auch dann kann es immer noch passieren, dass man mit der falschen Debitkarte oder ohne Co-Badge oder was auch immer vor irgendeiner Kasse alt aussieht. Dabei geht es ja eigentlich nur um zwei einfache Bedürfnisse: das bargeldlose Bezahlen und die Möglichkeit, Bargeld abzuheben.

Dass bei so viel Wirrwarr nun das Maestro-Aus zusätzlich Verwirrung stiftet, ist logisch. Schließlich hat das Logo mit dem roten und blauen Kreis dafür gesorgt, dass sich die Girocard – ein rein deutsches Bezahlsystem – auch im Ausland als Zahlungsmittel einsetzen lässt. Banken, die die Girocards ausgeben, arbeiten deshalb mit internationalen Kreditkartenanbietern zusammen. Praktischerweise haben Visa und Mastercard bereits ein neues Angebot, das ihre Marktmacht weiter vergrößern wird: Statt der Girocard bekommen viele Verbraucher eine neue Debitkarte, die endlich auch sowas wie Onlineshopping ermöglicht. Doch was nach einem Upgrade klingt, hat ihre Tücken. Einige Geschäfte akzeptieren die Debitkarte bislang noch gar nicht, weil für sie dann höhere Gebühren fällig werden. Das Kartenchaos nimmt also kein Ende.

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