Ausschuss stimmt für Erweiterung  Anbau für Norder Stadtbibliothek auf den Weg gebracht

| | 26.06.2023 07:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Wie man an den Wänden sieht, muss auch das Bestandsgebäude der Stadtbibliothek dringend saniert werden. Foto: Rebecca Kresse
Wie man an den Wänden sieht, muss auch das Bestandsgebäude der Stadtbibliothek dringend saniert werden. Foto: Rebecca Kresse
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Der Ausschuss für Jugend, Bildung, Soziales und Sport plant eine Erweiterung der Norder Stadtbibliothek. Erste Schritte sind gemacht, doch es gibt einige Probleme.

Norden - Die Norder Stadtbibliothek ist zentral gelegen und hat – im alten Vossenhus untergebracht – eine ganz besondere Atmosphäre, die immer mehr Menschen anzieht. Sie hat aber ein Problem: Sie ist baulich in die Jahre gekommen, ist nicht barrierefrei und mittlerweile viel zu klein für das Angebot und das Bibliothekskonzept. Seit 2019 sucht die Stadt Norden nach einer Lösung für diese Probleme. Nun hat der Ausschuss für Jugend, Bildung, Soziales und Sport die geplante Erweiterung auf den Weg gebracht.

Das Problem: Das bisherige Gebäude, das Vossenhus, ist stark sanierungsbedürftig und nicht barrierefrei. Mit einer nutzbaren Fläche von 358 Quadratmetern ist es aber auch viel zu klein. Nach Empfehlungen der Bibliotheksfachstelle braucht die Norder Bibliothek aufgrund der Bevölkerungs- und Medienzahlen insgesamt rund 1500 Quadratmeter.

Der Vorteil des Vossenhus ist der Standort. Direkt am Marktplatz gelegen, ist die Stadtbibliothek zum einen sehr zentral, zum anderen hat sich dieser Standort bei der Bevölkerung über die Jahre sehr etabliert. Deshalb hat sich die Verwaltung dazu entschieden, das vorhandene Gebäude im Rahmen des Städtebauprogramms „Lebendige Zentren“ zu modernisieren und instand zu setzen. Außerdem will die Stadt ein Gebäude in unmittelbarer Nähe zum Vossenhus in die Bibliotheksnutzung mit einbinden. Dieses Gebäude in der Osterstraße 158 hat die Stadt im Rahmen der städtebaulichen Entwicklung bereits erworben. Es liegt in unmittelbarer Nähe zum Vossenhus, grenzt im hinteren Teil bis auf wenige Meter an die bisherige Stadtbibliothek. Ein noch zu errichtender Neubau soll die alte und dann neue Bibliothek miteinander verbinden und zu einem Gesamtgebäudeensemble vereinen. Einen entsprechenden Vorschlag hat die Verwaltung der Politik am Mittwoch vorgestellt.

Die Norder schätzen die zentrale Lage der Stadtbibliothek direkt am Marktplatz. Viele kommen auch kurz vorbei, um eben in die Zeitung zu schauen. Foto: Rebecca Kresse
Die Norder schätzen die zentrale Lage der Stadtbibliothek direkt am Marktplatz. Viele kommen auch kurz vorbei, um eben in die Zeitung zu schauen. Foto: Rebecca Kresse

Die Verwaltung geht davon aus, dass die Gesamtnutzungsfläche bei dem Ensemble zwar nur bei etwa 1100 Quadratmeter liegen dürfte. Weil die Stadtbibliothek am Marktplatz aber gut erreichbar ist und als Standort bei der Bevölkerung etabliert ist, soll dieser Standort erhalten bleiben. Die Vorteile dieses Standortes sind laut Verwaltung höher zu gewichten als eine mögliche größere Nutzfläche an einem weniger zentral gelegenen Alternativstandort.

Die Kosten für das Bauprojekt schätzt die Verwaltung derzeit anhand von Erfahrungswerten auf rund 5,6 Millionen Euro.

Um die Kosten nicht alleine tragen zu müssen, hat die Verwaltung das Vorhaben „Erweiterung der Stadtbibliothek Norden“ für das Förderprogramm „Zuschüsse für investive Kulturmaßnahmen im Inland – KulturInvest“ angemeldet. Dieses Programm habe regelmäßig eine Förderrate von 50 Prozent. Darüber hinaus will die Stadt weitere potenzielle Förderprogramme prüfen.

Längst werden nicht mehr nur Bücher in der Bibliothek ausgeliehen. Doch von der Bibliothek der Dinge findet nur ein kleiner Teil Platz im Ausstellungsraum. Foto: Rebecca Kresse
Längst werden nicht mehr nur Bücher in der Bibliothek ausgeliehen. Doch von der Bibliothek der Dinge findet nur ein kleiner Teil Platz im Ausstellungsraum. Foto: Rebecca Kresse

Die Sanierung des Bestandgebäudes und der Erweiterungsbau sollen nach Ansicht der Verwaltung weitestgehend parallel abgewickelt werden. Im städtischen Haushalt 2022 wurden für die Erweiterung der Stadtbibliothek bereits 200.000 Euro eingestellt. Diese Mittel stehen weiter als Haushaltsrest zur Verfügung und können für die ersten Planungsarbeiten verwendet werden. Für die kommenden Haushalte wurden weiter Finanzmittel in Höhe von 200.000 Euro (2023), 700.000 Euro (2024) und 566.000 Euro (2025) angemeldet. Das sind 1,666 Millionen Euro mit dem vorhandenen Haushaltsrest.

Nachdem die Verwaltung jetzt von einem höheren Flächenbedarf und einer anderen Ausstattung ausgeht, müssten die Eigenmittel auf 2,8 Millionen Euro erhöht werden (bei einer Förderquote von 50 Prozent). Das bedeutet, weitere 1,134 Millionen Euro müssten zusätzlich in den Haushalten der Stadt von 2025 und 2026 angemeldet werden.

Zwar stimmten die Ausschussmitglieder der Idee der Sanierung, plus der Erstellung eines Gebäudeensembles grundsätzlich zu. Vorschnell über so viel Geld entscheiden wollten die Ratsmitglieder denn aber doch nicht. Und so beauftragten sie die Verwaltung damit, eine qualifizierte Kostenschätzung und Planung für den Erweiterungsbau zu machen. Erst wenn dies vorliegt, wollen die Ausschussmitglieder die notwendigen Summen im Haushalt anmelden.

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