Zweite Chance für SpVg-Frauen  Auricher Fußballerinnen spielen erneut um Regionalliga-Aufstieg

Silke Meyer
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Von Silke Meyer
| 23.06.2023 17:49 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
So wie im Oberliga-Punktspiel gegen den SV TiMoNo wollen die Spielerinnen der SpVg Aurich (links Emily Reens, rechts Ana-Carolin Hoffmann) am Sonntag im Aufstiegsspiel zur Regionalliga Gegner Hamburger SV II in die Zange nehmen. Foto: Helmut Vortanz
So wie im Oberliga-Punktspiel gegen den SV TiMoNo wollen die Spielerinnen der SpVg Aurich (links Emily Reens, rechts Ana-Carolin Hoffmann) am Sonntag im Aufstiegsspiel zur Regionalliga Gegner Hamburger SV II in die Zange nehmen. Foto: Helmut Vortanz
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Im entscheidenden Spiel trifft das Team am Sonntag in Bremen jetzt auf die zweite Mannschaft des Hamburger SV. Die Auricherinnen freuen sich drauf.

Aurich - Es ist eine Riesenmöglichkeit: „Die kriegst du so schnell nicht wieder“, sagt der Trainer der Frauen-Fußballerinnen der SpVg Aurich, Tammo Pfeiffer. Es ist für seine Mannschaft als Meister der Oberliga-West-Staffel die Chance, im Nachrückverfahren doch noch in die Regionalliga aufzusteigen. Im entscheidenden Spiel trifft sie am Sonntag, 25. Juni, um 14.30 Uhr in Bremen auf der Sportanlage Stadtwerder von ATS Buntentor auf die zweite Mannschaft des Hamburger SV, die U23-Spielerinnen.

Beide Mannschaften hatten im ersten Anlauf den Sprung in die Regionalliga verpasst. Dass es jetzt überhaupt zu dieser zweiten Chance kommt, machte die erste Mannschaft des Hamburger SV möglich. Sie schaffte in der Relegation den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Dadurch wurde ein zusätzlicher Platz in der Regionalliga Nord frei. Pfeiffer geht mit guten Eindrücken aus dem Training in das Zugabe-Spiel. Er ist sich sicher: „Die Spielerinnen haben die Niederlage gegen Braunschweig abgeschüttelt.“ Jenes 1:4 vom 11. Juni in Barsinghausen gegen Eintracht Braunschweig, gegen den Meister der Oberliga, Staffel Ost. Inzwischen ist die Enttäuschung gewichen, neue Motivation eingekehrt.

Auricherinnen freuen sich auf zweite Chance

„Wer hätte vor der Saison gedacht, dass wir als Aufsteiger erneut um den Aufstieg spielen. Wir sind sehr froh, dass wir eine weitere Chance bekommen“, so SpVg-Spielerin Sophie Musal. Die Mannschaft sei motiviert und werde sich intensiv auf die Begegnung vorbereiten, so dass sie gegen die Hamburgerinnen ihre bestmögliche Leistung abrufen könne. Pfeiffer beschreibt die Gefühlslage so: „Fokussiert.“ Die ein oder andere vielleicht ein bisschen aufgeregt. In der Vorbereitung hat er wenig Richtung Gegner geschaut. Nur ein Spiel der Hamburgerinnen hat er per Video gesehen. Aber der SpVg-Trainer hat das Netzwerk spielen lassen und sich Informationen eingeholt. In erster Linie hat er sich jedoch mit seiner Mannschaft beschäftigt. Denn Kenntnisse über den Gegner seien in solch einer Begegnung nicht unbedingt das Entscheidende.

Die Hamburgerinnen gehen als Meister der Oberliga Hamburg mit der Empfehlung von 22 Siegen aus 22 Spielen in das Aufstiegsspiel gegen die Auricherinnen. Sie hatten mit 105 Toren die stärkste Offensive. In Laura Henke mit 27 Treffern die Top-Torjägerin. In der Aufstiegsrunde zur Regionalliga siegten die Hamburgerinnen gegen den Meister der Oberliga Schleswig-Holstein, den Kieler MTV, mit 4:2 Toren. Sie verloren anschließend aber das entscheidende Spiel mit 0:1 Toren bei Werder Bremen II. Ein Unentschieden hätte den Hamburgerinnen zum Aufstieg gereicht. Die Bremerinnen waren mit 16 Siegen in 16 Spielen und einem Torverhältnis von 161:1 Meister der Verbandsliga geworden.

Vorherige Ergebnisse sagen nicht unbedingt viel aus

Für Pfeiffer sind diese Statistiken relativ: „Bremen und Hamburg sind im Vergleich zu Niedersachsen kleine Landesverbände. Da sagen solche Ergebnisse nicht unbedingt viel aus.“ Die Hamburgerinnen hatten auf die zweite Chance gehofft. „Wir werden die Köpfe hochnehmen und für den Fall der Fälle gerüstet sein“, hatte ihr Trainer Dominik Jordan gleich nach der Niederlage in Bremen gesagt. Der Aufstieg der ersten Mannschaft habe seinem Team noch einmal einen Motivationsschub gegeben, so Jordan im Vorfeld der Partie gegen die SpVg. Sein Team brauche eine gute und konzentrierte Leistung gegen einen starken Gegner. Wenn sie das schafft, ist er überzeugt, steigt sie auch auf.

Da es nur dieses eine Entscheidungsspiel gibt, wird es in geografischer Mitte auf neutralem Platz ausgetragen. Auf dem Kunstrasenplatz 2 von ATS Buntentor. Der Belag dort entspricht genau dem des Kunstrasens auf dem Auricher Ellernfeld, hat Pfeiffer recherchiert: „Es ist dasselbe Granulat.“ „Aber auch die Hamburgerinnen haben ihre Spiele überwiegend auf Kunstrasen ausgetragen“, lässt er erst gar keine Gedanken an einen kleinen Vorteil aufkommen.

Personell kann der SpVg-Trainer in Bestbesetzung antreten. Ob die Mannschaft mit Spielerinnen aus dem B-Jugend-Bundesligateam der SpVg Aurich verstärkt wird, wird sich zeigen. Da lässt sich Pfeiffer nicht in die Karten blicken. Nur so viel: „Wir sind im Austausch.“ Die Auricherinnen planen für den Sonntag so, dass sie zwei Stunden vor Spielbeginn vor Ort sind. Wie immer. „Und dann schauen wir mal, was am Ende herauskommt“, sagt Pfeiffer.

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