Gewerbegebiete Groß-Erweiterung von Schirum I auf den Weg gebracht
Mit einer großen Mehrheit stimmte der Bauausschuss der Stadt für die Erweiterung des Gewerbegebietes Schirum I. Nächste Woche hat der Rat das Wort – es gibt noch unentschlossene Mitglieder.
Aurich - Im zweiten Anlauf hat es geklappt: Die Mitglieder des Auricher Bauausschusses haben mehrheitlich der Erweiterung von B-Plast 2000 im Gewerbegebiet Schirum I zugestimmt. Nun müssen noch Verwaltungsausschuss und Rat ihr Einverständnis geben. Anfang Mai hatte sich der Bauausschuss bereits einmal mit dem Thema der Erweiterung des Betriebsgeländes um zehn Hektar befasst. Damals war das Anliegen von B-Plast 2000 zurück in die Fraktionen gegeben worden.
Denn viele Fragen waren offengeblieben. Anwohner hatten Sorgen geäußert wegen der zu großen Lärmbelästigung. Auch die Entwässerung des Gebietes wirft Fragen auf.
Wasserschutzgebiet und wertvolle Böden
Aber trotz weiterer Beratungen und einer nicht öffentlichen Informationsveranstaltung durch das Schirumer Unternehmen bleiben Fragen offen. Das formulierte Gunnar Ott (Grüne) sehr deutlich. „Schon die schiere Größe hat uns stutzig gemacht.“ Bislang hat B-Plast 2000 in Schirum I rund 8,6 Hektar belegt. Dort stehen elf Hallen, zwei weitere befinden sich im Bau. Nun sollen zehn Hektar hinzukommen. „Das könnte man dann gleich Schirum VII nennen“, so Ott. Das sei keine Erweiterung eines Betriebes, sondern Spekulation. „Wo ist das Ende der Fahnenstange?“
Denn schließlich würden dort auch noch Menschen wohnen, und es handele sich um ein Wasserschutzgebiet samt zahlreicher Wallhecken und einem wertvollen, geschützten Eschboden. „Auch das Thema Lärm beeindrucke ihn sehr“, so Ott. „Wir sind nicht die Büttel der Wirtschaft, sondern die Schutzmacht der Einwohner.“
Vertrag soll Interessen der Einwohner sichern
Dankbar für die Worte dürfte Anwohnerin Astrid Lübben gewesen sein. Sie hatte sich mit Bedenken bereits Anfang Mai zu Wort gemeldet und war nun wieder zu Gast im Bauausschuss. Sie hob als Problem vor allem die Entwässerung des großen Areals hervor. „Unser Land wird bereits jetzt regelmäßig bei Regen überflutet.“
Es handele sich nur um einen Aufstellungsbeschluss zur Änderung von Flächennutzungsplan und Bebauungsplan, so Vorsitzender Manfred Möhlmann (CDU). Alle Details, auch zum Lärmschutz, würden im weiteren Verfahren geklärt. Bodo Bargmann (CDU) sagte jedoch zu, dass es bei der Entwässerung eine deutliche Verbesserung der Situation geben werde. Die Interessen sowohl der einzelnen Bürger als auch die der Stadt würden in einem städtebaulichen Vertrag mit B-Plast 2000 festgehalten. Abgesehen davon werde es bis zu 20 Jahre dauern, ehe das Gebiet tatsächlich bebaut werde.
Rat entscheidet kommende Woche
Noch nicht festgelegt hat sich die Linke. Einerseits, so Hendrik Siebolds, sei der Naturschutz wichtig. Andererseits aber werde dort Industrie angesiedelt, die „für unseren Bedarf arbeitet“. Irgendwo müsse die ja hin. Dem stimmte Ingeborg Hartmann-Seibt (SPD) zu. „Wir sind für die Bürger gewählt worden.“ Und für die Bürger würden Unternehmen angesiedelt, mit deren Steuereinnahmen die Stadt gestaltet werden könne. Auch die Größe der Erweiterung verteidigte sie. Das Land werde zunächst wieder von dem Landwirt gepachtet, der nun verkaufe. „Aber er wollte nicht nur einen kleinen Streifen veräußern, sondern das ganze Gebiet.“
Am Ende stimmten nur die Grünen gegen den Beginn des Bauleitverfahrens. Die Linksfraktion hat im Bauausschuss kein Stimmrecht. In der kommenden Woche müssen Verwaltungsausschuss und am Donnerstag, 29. Juni, der Rat entscheiden.
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