Hamburg  Günther Jauch mit schweren Vorwürfen ans ZDF – Ex-Konkurrent muss lachen

Mark Otten
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Von Mark Otten
| 18.06.2023 12:54 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Günther Jauch Foto: dpa
Günther Jauch Foto: dpa
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Moderator Günther Jauch hat brisante Details über seine Zeit beim ZDF offengelegt und dabei dem Sender politische Einflussnahme vorgeworfen. Demnach habe ein verärgerter Politiker als Entschädigung drei Themen für die Nachrichtensendung „heute“ vorgeben dürfen. Auch die Vorgabe eines begehrten Jobs ärgert Jauch noch heute.

Günther Jauch sagte im Rahmen eines Interviews mit dem „Offenen Kanal Bitburg“, dass es nach einem von ihm moderierten ZDF-Jahresrückblicks „Menschen“ zum Eklat kam. Auslöser soll gewesen sein, dass der damalige rheinland-pfälzische SPD-Ministerpräsident Kurt Beck verärgert war, dass er während der rund dreistündigen Sendung seltener im Bild zu sehen war als der damalige Oppositionsführer Johannes Gerster von der CDU.

„Tatsächlich fand ein Deal statt danach zwischen dem Intendanten des ZDF und Kurt Beck, dass er sich drei Themen für die ‚heute-Sendung‘ aussuchen durfte, um da wieder entsprechend einen Ausgleich zu bekommen“, so Günther Jauch. Diesen Vorgang habe er als „unfassbar“ empfunden und deshalb darauf verzichtet, die Sendung erneut zu moderieren.

Jauch stand beim ZDF-Jahresrückblick von 1989 bis 1995 vor der Kamera. Zuerst hatte die „Bild“-Zeitung über den Fall berichtet.

Laut Günther Jauch habe der politische Einfluss auch seine ZDF-Karriere beeinflusst. „Ich habe ein ganz frühes Angebot mal bekommen, dass ich zweiter Mann im ‚heute Journal‘ werden sollte. Das wäre für mich das Größte gewesen“, so Jauch. Auf diesen Posten habe „angeblich die CSU die Kralle drauf gehabt“.

Laut dem Moderator habe er als Mann vom Bayerischen Rundfunk sogar ein Vorstellungsgespräch gehabt – doch die CSU soll „die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen“ haben. Der Grund laut Jauch: „Ich war alles andere als CSU, ich war völlig unabhängig.“

Anstelle von Günther Jauch bekam der Journalist Sigmund Gottlieb den Zuspruch. Der langjährige Chefredakteur des Bayerischen Rundfunk zeigte sich über die Jauch-Aussagen verwundert, wie er gegenüber der „Bild“-Zeitung schilderte: „Ich muss lauthals lachen, dass er mit diesem alten Hut an die Öffentlichkeit geht“, zitierte das Blatt Gottlieb. Und an Jauch gewandt, sagte er:

Das ZDF äußerte sich auf eine Anfrage der „Bild“: „Das ZDF ist staatsfern und unabhängig in seinen Programmentscheidungen.“ Das lässt viel Interpretationsspielraum.

Jauch hatte die Aussagen bereits Ende April in einem Interview mit dem „Offenen Kanal Bitburg“ gemacht. Der offene Kanal hat das Video aus bisher unbekannten Gründen aus seinem Youtube-Kanal gelöscht. Ein Ausschnitt daraus ist jedoch weiterhin auf der Videoplattform zu finden.

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