Kindertagesstätten  Angebot in der Stadt Aurich wird ausgebaut

Heino Hermanns
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Von Heino Hermanns
| 16.06.2023 11:34 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Von der Sparkasse ist nur ein SB-Bereich geblieben. Der Rest der Räume soll an die Kita Lindenbaum als Erweiterung gehen. Foto: Romuald Banik
Von der Sparkasse ist nur ein SB-Bereich geblieben. Der Rest der Räume soll an die Kita Lindenbaum als Erweiterung gehen. Foto: Romuald Banik
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Mangelware sind Plätze in Kindertagesstätten seit einigen Jahren. In der Stadt Aurich kommen nun einige Plätze neu dazu.

Aurich - Mehr Plätze in den Kindertagesstätten wird es demnächst in Aurich geben. Sowohl in Wallinghausen als auch in Haxtum sollen zusätzliche Plätze eingerichtet werden. Das berichtete die zuständige Fachbereichsleiterin bei der Stadt Aurich, Sandra Grau, am Dienstag im Sozialausschuss.

Im Jahr 2016 wurde neben der IGS Aurich ein Integrationsstützpunkt gebaut. Dort soll nun eine Kita entstehen. Foto: Romuald Banik
Im Jahr 2016 wurde neben der IGS Aurich ein Integrationsstützpunkt gebaut. Dort soll nun eine Kita entstehen. Foto: Romuald Banik

Demnach soll die städtische Kindertagesstätte Lindenbaum ausgebaut werden. Denn die Sparkasse Aurich-Norden hat ihre Filiale, die sich im selben Gebäude befindet, geschlossen. Nur noch ein SB-Angebot hält die Sparkasse am Heerenkamp noch vor. Die Fläche wurde nun der Stadt zur Miete angeboten.

Altersübergreifende Gruppe an der KVHS

Bislang, so Sandra Grau, gebe es in Wallinghausen drei Gruppen. Zwei davon allerdings seien wegen der beengten Verhältnisse kleiner als normale Regelgruppen. Außerdem gebe es nur vormittags ein Angebot. Das könnte sich ändern: mit dem Ausbau der Kindertagesstätte Lindenbaum würden 14 neue Plätze geschaffen. Außerdem würde ein Ganztagsangebot möglich werden.

In Haxtum plant die Kreisvolkshochschule eine eigene Kindertagesstätte. In einer altersübergreifenden Gruppe sollen laut Sandra Grau 19 Kinder betreut werden, darunter vier, die jünger als drei Jahre sind. Entstehen wird die neue KVHS-Kita in einer der Flüchtlingsunterkünfte, die vor sieben Jahren als Integrationsstützpunkte errichtet worden sind. Bis zu 70 Asylbewerber sollten dort nicht nur wohnen, sondern fit gemacht werden für ein Leben in Deutschland. Sechs Monate lang sollten die Menschen in den drei neuen Gebäuden wohnen und dabei das Integrationsprogramm der KVHS durchlaufen. Ein Konzept, das damals in Niedersachsen einzigartig war.

Städtische Kitas sollen FSJler bekommen

Das Konzept soll auch nicht aufgegeben werden. Laut Christel Foortmann, Sprecherin des Landkreises Aurich, stehen derzeit ausreichend Unterkünfte für Flüchtlinge zur Verfügung. Es seien gut 400 Plätze. Beim Zuzug von Familien mit Kindern sei aber auch die Frage einer Kinderbetreuung von großer Bedeutung. Denn eine Integration samt einer Teilnahme an Sprachkursen könne oft nur wahrgenommen werden, wenn die Kinder untergebracht seien. Die neue Kita, die zum 1. Oktober starten wird, ist aber grundsätzlich für alle Kinder im Stadtgebiet zugänglich.

Für mehr personelle Unterstützung bei der Kinderbetreuung in den städtischen Einrichtungen will die Stadt künftig auf junge Menschen zurückgreifen, die ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) oder den Bundesfreiwilligendienst absolvieren wollen. Dafür nötig ist laut Sandra Grau die Anerkennung als Einsatzstelle. Private Kita-Betreiber seien diesen Weg auch in der Stadt Aurich bereits gegangen. Pro FSJler koste die Stadt das 6000 Euro im Jahr. „Das ersetzt natürlich keinen ausgebildeten Erzieher“, sagt Sandra Grau. Aber es könne sicherlich helfen. Immerhin würden FSJler Verträge über 39-Stunden-Wochen erhalten.

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