Friedhofsgebühren  Aurich will mehr Geld für Gräber

Heino Hermanns
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Von Heino Hermanns
| 15.06.2023 19:31 Uhr | 3 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
In Sandhorst befindet sich einer der vier städtischen Friedhöfe in Aurich. Foto: Romuald Banik
In Sandhorst befindet sich einer der vier städtischen Friedhöfe in Aurich. Foto: Romuald Banik
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Nicht kostendeckend sind seit vielen Jahren die Gebühren für die städtischen Friedhöfe in Aurich. Das ändert sich nun – mit teilweise deutlichen Kostensteigerungen.

Aurich - Seit 2017 wurden die Friedhofsgebühren für die vier Auricher Friedhöfe Sandhorst, Walle, Tannenhausen und Brockzetel nicht mehr angepasst. Nun wurde die entsprechende Satzung überarbeitet. Herausgekommen sind deutliche Steigerungen, aber auch Gebührensenkungen bei einigen Tarifen. Das geht aus einer Beschlussvorlage hervor, die seit Anfang Juni in den Ortsräten diskutiert wird. Am kommenden Dienstag wird sich der Auricher Finanzausschuss damit befassen.

Unterm Strich sollen mit der Änderung Mehreinnahmen für die Stadt in Höhe von 60.000 Euro erreicht werden. Gleichzeitig, so heißt es in der Beschlussvorlage, könnte das Defizit von 80.000 Euro auf 20.000 Euro verringert werden.

Neue Bestattungsformen wurden aufgenommen

Nicht nur an den Gebührensätzen wurde geschraubt, es wurden auch neue Bestattungsformen erstmalig in die Satzung aufgenommen und mit Preisen hinterlegt. Dazu gehören zum Beispiel Rasenreihengräber, die bislang in der Gebührensatzung nicht vorgesehen sind. Für eine Nutzungsdauer von 25 Jahren werden dafür künftig 3760 Euro fällig. Angehoben wird der Satz für Reihengräber. Statt bislang 595 Euro müssen dafür künftig 1325 Euro gezahlt werden. Teurer werden auch Urnengräber. Das Urnenreihengrab kostet statt 595 Euro künftig 940 Euro. Für die vor sechs Jahren neu geschaffenen Rasenurnengräber werden 3800 Euro fällig für eine 25-jährige Nutzungsdauer. Auch Rasenreihengräber (3760 Euro) und Rasenwahlgräber (3800 Euro) wurden neu in die Gebührensatzung aufgenommen.

Im nördlichen Bereich des Friedhofs der Lamberti-Gemeinde wurde 2017 eine Urnengrabanlage eingerichtet. Damit wird neuen Bestattungstrends Rechnung getragen. Foto: Heino Hermanns
Im nördlichen Bereich des Friedhofs der Lamberti-Gemeinde wurde 2017 eine Urnengrabanlage eingerichtet. Damit wird neuen Bestattungstrends Rechnung getragen. Foto: Heino Hermanns

Der Finanzausschuss der Stadt hat bereits vor zwei Jahren die Verwaltung beauftragt, den sogenannten Kostendeckungsgrad bei den Friedhöfen zu überprüfen. Bislang deckten die Gebühren, die für Beerdigungen auf den städtischen Friedhöfen gezahlt werden müssen, nur 80 Prozent der Kosten. Anders sieht dies bei kirchlichen Friedhöfen aus. Dort wird ein Kostendeckungsgrad von 100 Prozent erreicht. Bis zum Ende des Jahres 2021 sollte geprüft werden, wie dies bei den städtischen Friedhöfen erreicht werden kann. Das könnte durch Einsparungen oder Gebührenanhebungen erfolgen.

Umwandlungsgebühr wurde neu ersonnen

Daher wurde nun eine völlig neue Gebührenkalkulation erstellt, mit der ein Kostendeckungsgrad von 100 Prozent erreicht werden soll. Nur bei den Friedhofskapellen erfolgt laut Beschlussvorlage eine reduzierte Gebühr in Höhe von 184 Euro. Bislang waren dies 380 Euro.

Für die Kalkulation der Gebühren, die im Gegensatz zu Steuern oder anderen Abgaben nicht höher sein dürfen als die Kosten, die für die Dienstleistungen entstehen, wurden umfangreiche Berechnungen angestellt. Zugrunde gelegt wurden dabei die Bestattungszahlen der Jahre 2020 bis 2022, um damit die Kosten und Einnahmen für die Jahre 2023 bis 2025 vorherzusagen.

Eine Nutzungsdauer von 25 Jahren ist eine lange Zeit. Nicht immer sind Familienangehörige vor Ort, um sich um die Gräber zu kümmern. Dann besteht offenbar immer öfter der Wunsch, bestehende Grabfelder in Rasengräber umzuwandeln. Bislang gab es dafür keine Gebühr. Nun werden für die Umwandlung 125 Euro berechnet. Die Pflege des Rasengrabes wird dann mit jährlich 97,50 Euro berechnet – bis zum Ende der vereinbarten Nutzungsdauer.

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