Berlin Heizungsgesetz: Verbraucher sollten keine vorschnellen Entscheidungen treffen
Das Heizungsgesetz ist doch noch im Bundestag angekommen. Warum Verbraucher jetzt trotzdem erstmal abwarten sollten.
Das umstrittene Heizungsgesetz hat mit dem Erreichen des Bundestages, der es in den nächsten Wochen mit zahlreichen Änderungen versehen wird, viel von seinem Schrecken verloren. Doch auch mit dem Beschluss, die Umstellung auf klimaneutrales Heizen eng mit der Wärmeplanung der Kommunen zu verzahnen, werden Ungewissheiten bleiben. Für die Kommunen und Verbraucher. Aber auch für den Klimaschutz.
Ob die Wärmewende gelingt, bleibt eine Wette auf die Zeit mit vielen Unbekannten. Diese Koalition wird nicht die Letzte sein, die sich über das Heizungsgesetz beugt. Es wird Nachbesserungen und möglicherweise auch Verschärfungen geben müssen, wenn die Klimaziele erreicht werden sollen.
Zum Einen wird viel davon abhängen, auf welchen Energieträger die Kommunen bei der Planung der Fern- und Nahwärmenetze setzen. Da Gasnetze bereits vorhanden sind und sie mit Gas weiter gutes Geld verdienen können, erscheint die Variante, künftig Wasserstoff durchzuleiten, naheliegend. Experten halten es jedoch für unwahrscheinlich, dass davon künftig genügend und damit zu verträglichen Preisen vorhanden sein wird. Und dann?
Die Kopplung des Heizungsgesetzes an den Abschluss der Wärmenetze-Planung bis 2028 wird den vorzeitigen Umstieg auf Wärmepumpen und Co. erstmal bremsen. Wer noch nicht weiß, ob es in seiner Gemeinde schon in wenigen Jahren möglicherweise eine Anschlusspflicht an ein Wärmenetz gibt, wird heute kaum eine Investition in eine klimaneutrale Heizung wagen, die dann obsolet werden könnte. Für die Verbraucher heißt es deshalb: Erstmal abwarten, sich nicht kirre machen lassen und keine vorschnellen Entscheidungen treffen.