Fußball-Relegation  Bitterer Abstieg für Egels-Popens

Wilfried Gronewold
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Von Wilfried Gronewold
| 15.06.2023 11:58 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Gerrit Wilken und Trainer Mario Flier können es nicht fassen: Die SG Egels-Popens ist abgestiegen. Foto: Wilfried Gronewold
Gerrit Wilken und Trainer Mario Flier können es nicht fassen: Die SG Egels-Popens ist abgestiegen. Foto: Wilfried Gronewold
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Nach dem 1:3 gegen die Rot-Weiß/Kickers Emden muss der Auricher Verein in die zweite Kreisklasse. Für Trainer Mario Flier ist der Abstieg kein Grund, das Handtuch zu werfen.

Egels - Lange Gesichter auf dem Sportplatz in Egels: Der Alptraum für den Auricher Stadtverein ist wahr geworden. Die SG Egels-Popens steigt nach der 1:3-Niederlage in der Relegation gegen die SG RW/Kickers Emden in die Ostfrieslandklasse B ab. „Wir haben es in der Relegation nicht geschafft Siege einzufahren. Daraus müssen wir unsere Lehren ziehen und zum Saisonstart wieder Gesicht zeigen“, sagte Trainer Mario Flier, der trotz des Abstieges weiter mit der Mannschaft arbeiten will.

Nach zwei Abstiegen aus der Bezirksliga und der Ostfrieslandliga war Egels-Popens seit 2016 sieben Jahre in der Ostfrieslandklasse A vertreten. In der Vorsaison erreichte die SG mit dem fünften Platz das beste Saisonergebnis in diesem Zeitraum. Nun das Desaster mit dem Absturz in die fußballerische Bedeutungslosigkeit.

0:2 zur Halbzeit

In der Anfangsphase des Spiels sah es so aus, als könnte Egels-Popens die Gäste unter Druck setzen. Wie so oft in der abgelaufenen Spielzeit setzte die SG auf lange Bälle nach vorne auf den schnellen Tim Zimmermann. Durch konsequente Manndeckung der Emder blieben die Angriffe jedoch häufig in der Emder Abwehr stecken. Nach 15 Minuten hatte sich Emden auf das Popenser Spiel eingestellt und fing Bälle früh ab. Schnelle Pässe in das Zentrum brachten Gefahr vor dem Popenser Tor. Dazu sorgten einige Entscheidungen der Unparteiischen für Unruhe auf dem Platz und auf den Trainerbänken. Das führte dazu, dass Egels-Trainer Mario Flier zu laut über die Schiedsrichterleistung nachdachte und die gelbe Karte kassierte. Emdens Spiel hatte Erfolg. In der 23. Spielminute verwandelte Marian Ciaciak einen Freistoß von halblinks direkt zur Emder Führung und erhöhte sechs Minuten später zum 2:0.

Dann erneut Unruhe an der Popenser Trainerbank. Betreuer Rainer Harms sah Gelb-rot. Obwohl Harms die Entscheidung nicht nachvollziehen konnte, akzeptierte er den Platzverweis. Kurz danach ging es mit einem 0:2 Rückstand in die Kabine. Nach dem Wiederanpfiff kam Harms wieder auf den Platz. Das sorgte auch bei Emdens Trainer Markus Tebben für Unverständnis. Was war zwischenzeitlich passiert. „Der Schiedsrichter sagte mir in der Kabine, dass er mir versehentlich die erste gelbe Karte für den Trainer zugeordnet hatte und zog den Platzverweis zurück“, sagte Harms.

Egels wachte zu spät auf

Egels-Popens startete besser in die zweite Halbzeit und war öfter vor dem Emder Tor präsent. Nach kurzer Spielzeit dann die erste gute Chance zum Anschlusstreffer. Der Schiedsrichter erkannte auf Strafstoß. Den schwach ausgeführten Elfmeter von Tim Zimmermann parierte Emdens Schlussmann Luca Marvin Varchmin jedoch problemlos. In der 60. Spielminute kam dann Emden wieder gefährlich vor das Popenser Tor. Torwart Yannik Flier parierte einen strammen Torschuss mit der Faust. Der Abpraller erreichte David Nagel, dessen Abstauber zum 3:0 unhaltbar war.

Die Zuschauer unterstützten die Mannschaft trotz des deutlichen Rückstandes weiter. In der 67. Minute setzte sich Zimmermann sich auf der rechten Seite durch und erzielte den Anschlusstreffer. In der Folge versuchte Egels-Popens alles, um das Spiel doch noch zu drehen, aber die Emder Defensivabteilung war hellwach. Am Ende blieben alle Bemühungen ohne Erfolg. „Wir haben wieder einmal zu spät in das Spiel gefunden und früh den Rückstand kassiert“, sagte ein enttäuschter Flier.

Co-Trainer Gerrit Wilken bemerkte: „Wir müssen in der Saisonvorbereitung wieder lernen Fußball zu spielen. In den letzten Begegnungen glich unser Spiel, auch aus der Situation heraus, eher Gebolze.“ Am Sonntag spielt Emden zu Hause im direkten Duell gegen Rhauderfehn um den Klassenverbleib, Egels kann dagegen für die 2. Kreisklasse planen.

SG Egels-Popens: Flier, Schommer, Bontjer, Löschen (46. Teschner), Zimmermann, Miller (85. Freese), Schuppenies, Tunder, Müller, Möhlmann (78. Kouadio), Schwedler

Tore: 0:1/0:2 Ciaciak (23./29.) 0:3 Nagel (60.), 1:3 Zimmermann (67.)

Gelb-Rot: Schommer (90.+6)

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