Städtische Häuser Auricher Eigentum seit einem Vierteljahrhundert rott
Am Schlehdornweg und am Hohegaster Weg besitzt die Stadt Häuser. Diese verrotten seit Jahren – Besserung ist nicht in Sicht.
Aurich - Seit 25 Jahren kennt Aurichs Bürgermeister Horst Feddermann die städtischen Häuser im Quartier Hohegaster Weg/Schlehdornweg/Ligusterweg. Schon damals seien die Gebäude rott gewesen, sagt er im ON-Gespräch. „Und seitdem sind sie sicherlich nicht besser geworden.“ Denn passiert ist in all den Jahren nichts.
Rund 40 Wohneinheiten könnten in dem Bereich entstehen, so Feddermann. „Es brennt uns ziemlich auf den Nägeln.“ Das Thema sei immer wieder geschoben worden, weil so viele andere Dinge gleichzeitig in der Verwaltung hätten erledigt werden müssen. Andererseits sei der Handlungsdruck auch nicht so groß, als dass nun sofort Maßnahmen ergriffen werden müssten wegen der Häuser. Und man dürfe nicht vergessen, dass in einigen Häusern noch Menschen wohnen. Diesen müsse man adäquaten Ersatz anbieten, ehe an einen Abriss gedacht werden könne.
Warum baut die Stadt nicht selbst?
Seit Jahren versucht die Stadt Aurich, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Das Fazit der Bemühungen bislang: Genau elf neue Wohnungen konnten seit dem Frühjahr 2016 gebaut werden. Damals hatte der Auricher Rat beschlossen, 100 neue Wohnungen zu errichten. Dafür wurden seinerzeit zwölf Millionen Euro in den Haushalt der Stadt eingestellt. Entstanden sind die Wohnungen in der Norderstraße.
Im Krähennestergang werden seit einigen Monaten zwei neue Häuser mit 16 Wohnungen errichtet. Das Projekt aber macht nicht wie zunächst geplant die Stadt. Ein Investor hat die Grundstücke erworben und baut dort nun. Mit äußerst knapper Mehrheit entschied der Rat sich gegen einen sozialen Wohnungsbau und für den Verkauf. Zünglein an der Waage war Ratsherr Hermann Ihnen, der daraufhin die SPD-Fraktion verlassen musste.
Erschließung über Kaserne möglich
Das dritte Projekt, so war der Plan vor sieben Jahren, sollte das Quartier Schlehdornweg/Hohegaster Weg werden. Seitdem haben laut Horst Feddermann immer wieder Investoren verschiedene Modelle vorgestellt, wie man eine Bebauung an der Stelle realisieren könnte. ON-Leser Harm Siebolds dauert das Ganze mittlerweile zu lange. In einem Schreiben an den Bürgermeister fragt er, wann die alten Häuser denn endlich abgerissen würden. Seiner Ansicht nach müsste die Stadt die noch günstigen Zinsen nutzen und selbst dort tätig werden. Dann könnte Aurich dort für mindestens 60 Jahre Mieteinnahmen beziehen und vor allem Eigentümerin von Grundstücken und Häusern bleiben. Jeder Investor, so Harm Siebolds, würde die Fördermittel des Staates für den Wohnungsbau mit Kusshand nehmen. „Diese Fördermittel werden von Steuern, die der Staat von seinen Bürgern einnimmt, bezahlt. Also werden mit unserem Geld Investoren zu Millionären“, schreibt Harm Siebolds.
Direkt dazu äußern will Horst Feddermann sich nicht. Er setze auf die neue Kämmerin der Stadt, Katja Lorenz aus Bockhorn, die am 1. Juli ihren Dienst antreten werde. Sie besitze Fachwissen auf dem Gebiet und habe eventuell neue Ideen.
Einen gewissen Zeitdruck bei der Entwicklung des Quartiers gibt es am Ende doch, so der Bürgermeister. Der Abriss der alten Häuser und der Bau der 40 neuen Wohneinheiten sollten erfolgen, ehe das benachbarte Kasernengelände bebaut werde. Denn noch können schwere Baufahrzeuge über die ehemalige Blücherkaserne zum Hohegaster Weg, zum Schlehdornweg und in den Ligusterweg gelangen. „Wenn die Kaserne erst fertig ist, würden die Baufahrzeuge die schmalen Straßen kaputtfahren.“
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