Berlin  Essen gehen und Trinkgeld: So vermeiden Sie Fettnäpfchen im Ausland

Lennart Eggers, Alina Groen
|
Von Lennart Eggers, Alina Groen
| 07.06.2023 18:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Trinkgeld ist nicht in allen Ländern üblich. Foto: imago/ MiS
Trinkgeld ist nicht in allen Ländern üblich. Foto: imago/ MiS
Artikel teilen:

Die Urlaubszeit rückt näher und viele freuen sich auf einen sonnigen Urlaub. Beim Restaurantbesuch im Ausland gibt es einiges zu beachten. Welche Besonderheiten es zum Beispiel beim Trinkgeld in beliebten Urlaubsländern gibt.

Nach drei Jahren Corona-Pandemie zieht es viele Deutsche wieder in die Ferne. Im Urlaub steht bei vielen neben dem Strandbesuch auch ein Essen im Restaurant an. Ist man mit dem Service im Lokal zufrieden, zeigt man sich hier mit einem Trinkgeld erkenntlich. Etwa fünf bis zehn Prozent sind hierzulande üblich. Doch ist das überall so?

Der Trinkgeld-Knigge gestaltet sich je nach Land unterschiedlich. In manchen Ländern bezahlt man für den Service etwas mehr Geld, in anderen wird überhaupt kein Trinkgeld gezahlt. Mancherorts wird die freiwillige Zulage sogar als Beleidigung aufgefasst.

Nach dem Essen wird in Italien meistens noch ein Kaffee getrunken. Hier sollte es ein Espresso sein, Cappuccino wird hier nur zum Frühstück getrunken.

Kommt es zum Bezahlen, kann der „tip“ für den Service im Portemonnaie gelassen werden, denn Trinkgeld ist in der Gastronomie unüblich. Im Restaurant wird normalerweise eine Gebühr für Gedeck und Brot berechnet, die in der Rechnung unter „coperto“ zu finden ist. Diese Gebühr kommt dem Trinkgeld gleich.

Wer mit dem Essen besonders zufrieden war, kann ein bis zwei Euro an seinem Tisch liegen lassen. In Espressobars steht dafür extra ein Teller oder Sparschweine bereit. Bei einer Taxifahrt ist es üblich, den zu zahlenden Betrag aufzurunden. Für die Reinigungskraft im Hotel sollten sie als Trinkgeld etwa fünf Euro pro Woche einplanen.

Wer nach einer langen Sightseeingtour in Paris noch auf einen französischen Wein in eine Bar einkehrt, sollte im Restaurant auf die Tischeinweisung des Kellners warten. Zudem gibt es, falls man etwas essen möchte, immer vorweg ein Aperitif. Wenn es dann zum Bezahlen kommt, sollte man nicht nach dem Kellner rufen oder Laute von sich geben, wie es teilweise in Deutschland üblich ist, sondern mit dezenten Gesten auf sich aufmerksam machen.

Beim Bezahlen ist es üblich, fünf bis zehn Prozent Trinkgeld einzuberechnen. Dafür sollte nicht extra der Kellner gerufen werden. Das „pourboire“, wie der Franzose sagt, kann beim Verlassen des Lokals einfach auf dem Tisch liegengelassen werden.

Im Hotel sind Urlauber nicht in der Obolus-Pflicht. Bei Taxifahrten sollten Sie jedoch beim Bezahlen etwa zehn Prozent Trinkgeld einplanen.

Wer in diesem Jahr etwas weiter reist und bei seinem Urlaub in Japan beispielsweise in die Geheimnisse der Teezeremonie eingeführt werden möchte, sollte auf einige Verhaltensregeln achten. Japan gilt als ein sehr höfliches und eitles Land um bei den Einheimischen nicht ins Fettnäpfchen zu treten sollte man daher auf einige Sachen achten.

in Japan wird in vielen Restaurants das Essen laut geschlürft um dem Koch zu zeigen das sein Essen gut schmeckt. Sollte Ihnen das unangenehm sein verstehen viele Japaner das und nehmen es Ihnen nicht übel, dennoch sollte man sich nicht wundern, wenn man beim Essen neben einem stark schlürfenden Japaner sitzt.

Auf keinen Fall Trinkgeld geben! Das Land gilt als letzte Anti-Trinkgeld-Bastion. Fernab internationaler Hotels wird es oft sogar als Beleidigung empfunden. Sollte man darauf bestehen, Trinkgeld zu geben, kann dieses in einem Umschlag überreicht werden.

Wer auf der Insel Mallorca oder im spanischen Festland essen oder shoppen gehen möchte, sollte wissen, dass von 13 bis 16 Uhr die Geschäfte wegen der Siesta geschlossen sind.

Ähnlich wie hierzulande beträgt die Höhe eines angemessenen Trinkgelds etwa zehn bis 15 Prozent der Rechnung. Meistens ist das Trinkgeld in der Rechnung schon inbegriffen.

Zudem sollte der „tip“ nicht mit Kleingeld bezahlt werden. Das gilt als unhöflich und könnte das Servicepersonal verärgern. Wer seine Rechnung aufrundet, ist hier auf der sicheren Seite.

Auch auf Griechenland gibt es einige Verhaltensmerkmale zu beachten. Wie in vielen südlicheren Ländern, ist es auch auf der Insel üblich erst recht spät zu essen. Daher machen viele Restaurants frühstens um 21 Uhr auf. Hier sind die Trinkgeldregelungen weniger umfangreich als anderswo und man kann mit den selben Trinkgeldregelungen wie in Deutschland rechnen.

Wichtig sind einige Umgangsformen. Wer sich hier mit den Einheimischen unterhält, wird schnell merken, dass sehr viel gestisch mit Händen und Füßen kommuniziert wird. Anders als in Deutschland „verneint“ man Aussagen mit einem Nicken und „bejaht“ mit einem leichten Schütteln des Kopfes, dabei wird meistens auch laut mit der Zunge geschnalzt. Zudem sollte man es vermeiden, die offenen Handflächen zu zeigen, da dies als Beleidigung gesehen werden kann.

Wer in der Türkei essen gehen möchte, kann sich auf eine vielseitige orientalische Küche freuen. In den meisten Fällen gibt es, was die Ernährung angeht, wenig Einschränkungen. Nur im Fastenmonat Ramadan kann es gelegentlich dazu kommen, dass kein Alkohol ausgeschenkt wird. Zudem sollte man im Restaurant immer deutlich darauf hinweisen, dass man satt ist.

Wenn es zur Bezahlung kommt, sollte man damit rechnen, zehn Prozent Trinkgeld zu geben, da hier Trinkgeld generell von Touristen erwartet wird.

Ähnliche Artikel