Tourismus Tannenhausener wollen eine sanfte Entwicklung
Einen Bürgerworkshop gab es bereits, ein weiterer soll folgen: Die Tannenhausener wollen den Tourismus in ihrem Ort mitgestalten und haben konkrete Wünsche.
Aurich - Es klingt auf den ersten Blick ein bisschen wie die Quadratur des Kreises: Die Tannenhausener wollen für ihren Ort weniger Verkehr, aber mehr Veranstaltungen auf dem Mehrzweckgelände, eine Nutzung der leer stehenden Gebäude wie dem Tannenhausener Hof und einen Ausbau der Sportangebote rund um den Badesee. Das ist das Ergebnis der ersten Beteiligung der Bürger zum Tourismuskonzept Tannenhausen, das bis zum Herbst dieses Jahres erstellt werden soll.
Auf den zweiten Blick muss das kein Widerspruch sein, wie Jens Kuhlmann vom Planungsamt der Stadt Aurich sagt. Er hat in der vergangenen Sitzung des Bauausschusses den Stand der Dinge in Sachen Tourismuskonzept vorgestellt. Denn die Einwohner des Ortsteils fordern gleichzeitig eine bessere Anbindung mit dem ÖPNV an die Auricher Innenstadt sowie eine bessere Verkehrsführung innerhalb des Ortes. Vor allem am Wochenende sei die Busverbindung in die Innenstadt äußerst schlecht. Das habe der Anwohnerworkshop Ende April ergeben. Zudem seien Interviews mit sogenannten Akteuren im Ort geführt worden. Die Bürgerbeteiligung soll wiederholt werden. Beim nächsten Termin am Mittwoch, 5. Juli, sind alle Bürger eingeladen, sich zu beteiligen. Das Treffen beginnt an dem Tag um 18 Uhr im Ratssaal des Rathauses.
Nahversorger wird vermisst
In den vergangenen Jahren sind die Tourismusangebote in Tannenhausen stetig ausgebaut worden. Allerdings stand dahinter kein großer Plan. Nun soll der Tourismus sanft weiterentwickelt werden. Denn, so Kuhlmann, es habe sich gezeigt, dass die Anwohner in der Hauptsaison an der Grenze der Belastbarkeit seien. Gewünscht werde daher eher eine Verlängerung der Saison.
Am 1. April 2011 schloss mit dem Edeka-Aktiv-Markt am Ol Streek der Nahversorger für Tannenhausen und Georgsfeld. Im Jahr darauf kam zwar noch der Gedanke auf, mit einer Genossenschaft wieder einen Lebensmittelmarkt nach Tannenhausen zu bekommen. Der Plan ließ sich aber nicht umsetzen. Bis heute müssen die Einwohner Sandhorst, Moordorf oder Westerholt ansteuern, um für den täglichen Bedarf einzukaufen. Ein Zustand, der auch nach zwölf Jahren immer noch beklagt wird, wie der Workshop im April gezeigt hat.
Stärken sollen herausgearbeitet werden
Zwei direkte Wettbewerber haben die Berater der Glücksburg Consulting AG für den Badesee Tannenhausen ausgemacht: die Hooksieler Skiterrassen und den Beachclub Nethen. Sie sind 50 beziehungsweise 80 Kilometer von Tannenhausen entfernt. Beide bieten Wasserski- und Wakeboardangebote. Es gibt, wie in Tannenhausen, Badeangebote, jeweils einen Aquapark und Beachvolleyballfelder sowie gastronomische Angebote. In Nethen können auch Wohnmobile abgestellt werden. Ein Angebot, das auch in Tannenhausen noch kommen soll. Immerhin: Im direkten Umfeld von Tannenhausen, in einem Umkreis von zehn Kilometern, gibt es kein vergleichbares Angebot.
Es gelte nun, die Stärken des Ferienortes Tannenhausen herauszuarbeiten. Von den Akteuren vor Ort wurden diese benannt. Dabei handelt es sich um die sehr vielfältige touristische Infrastruktur, die bereits jetzt vorhanden ist. Dazu gehörte aber auch die Nähe zum Großen Moor und zum Ewigen Meer.
Bis zum Herbst soll das Tourismuskonzept erstellt werden. Welche konkreten Projekte dann umgesetzt werden, muss am Ende die Politik entscheiden.
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