Halbfinale um Deutsche Meisterschaft Ein denkwürdiger Tag für die SpVg Aurich
Größer könnte der Unterschied fast nicht sein: Die B-Juniorinnen spielen gegen Frankfurt das Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft, die Herren wollen den Absturz in die Kreisliga vermeiden.
Aurich - Schon früh morgens wird SpVg-Vorsitzender Werner Hoffmann heute zum Ellernfeld düsen und ein verrücktes Kontrastprogramm erleben. Um 14 Uhr spielen die Auricher B-Juniorinnen gegen Eintracht Frankfurt um den Einzug in das Finale um die Deutsche Meisterschaft, anschließend kämpft die Erste Herren in Jheringsfehn um den Verbleib in der Bezirksliga – größer könnten die Unterschiede kaum sein.
Hoffmann wird sich, wie es sich für einen Vereinschef gehört, beide Spiele anschauen. „Das wird ein verrückter Tag. Das Mädchenspiel ist in unserer bewegten Vereinsgeschichte ein absoluter Höhepunkt“, sagt Hoffmann. Alle im Verein seien „megastolz“ auf die Leistungen der B-Juniorinnen und alle im Verein helfen mit, dass dieser Sonnabend unvergesslich wird. Der Vorsitzende hat die Schlüsselgewalt und ist der Springer für alle Fälle. „Es ist alles sehr gut organisiert, alle machen mit.“
Mehr als 2500 Zuschauer werden erwartet
Und es wird einiges los sein. Am Donnerstag waren rund 1000 Karten verkauft. Zusammen mit den vielen Freikarten könnten sich nach Einschätzung der Verantwortlichen rund 2500 Zuschauer zum Spiel ab 14 Uhr auf dem Ellernfeld einfinden. Die kleineren Mädchen werden mit den Spielern gemeinsam auf das Feld laufen. Für die Mädchen- und Frauenabteilung des Vereins ist schon die Teilnahme am Halbfinale ein Riesenerfolg. 2010 ist die Mädchen- und Frauenabteilung gegründet worden. 13 Jahre später ist sie zum Aushängeschild des Vereins geworden. Die Frauenmannschaft kämpft noch um den Aufstieg in die 3. Liga, die zweite B-Jugend-Mannschaft wurde kürzlich Niedersachsenmeister und hätte auch in der Bundesliga spielen können. Die B-Juniorinnen spielen nun seit fünf Jahren auf höchster Ebene. Für Hoffmann ist das immer noch fast unglaublich. „Anfangs sind wir als kleiner Dorfverein belächelt worden.“ Der SpVg-Vorsitzende denkt, dass auch der Gegner aus Frankfurt von der großen Kulisse beeindruckt sein wird und ist zuversichtlich, dass die Mannschaft das Finale erreichen wird.
Denselben Optimismus versprüht Hoffmann auch, wenn er an die Herrenmannschaft denkt. „Wir können den letzten Schritt machen und auch für eine mögliche Relegation wären wir selbstbewusst genug“, sagt der Vorsitzende. Für Hoffmann wäre der Klassenverbleib ein großer Erfolg. Er erinnert an den holprigen Saisonstart. Zunächst hatte Trainer Uwe Groothuis kaum Spieler, dann verlor die Sportvereinigung die ersten acht Spiele. „Wir haben aus dem Nichts eine Mannschaft zusammengestellt. Nach dem ersten Saisondrittel haben wir mehr als ordentlich gespielt“, sagt Hoffmann.
Den Herren reicht ein Unentschieden
Auch Trainer Uwe Groothuis und sein Co-Trainer Steven Liesegang versprühen vorsichtigen Optimismus. Sie wollen es nicht vergeigen und beim SV Jheringsfehn/Stikelkamp/Timmel den Deckel draufmachen. Anstoß ist um 17 Uhr. Aurich reicht bereits ein Unentschieden, die Gastgeber müssen gewinnen, um die Relegation gegen den Dritten der Ostfrieslandliga zu vermeiden. Eine einfache und zugleich tückische Ausgangslage. Das weiß auch Liesegang. Er bekennt: „Wir dürfen auf keinen Fall auf Unentschieden spielen, das kann nach hinten losgehen.“ Die Marschroute der Rot-weißen ist klar: „Hinten stabil stehen und vorne eiskalt sein.“ Der Meinung ist auch Groothuis. „Auf Unentschieden spielen, das sind nicht wir“, sagt er mit Nachdruck. Vielmehr werde es drauf ankommen, die Nerven im Zaum zu halten und sich nicht provozieren zu lassen.
Aurich sei fußballerisch stärker als die Fehntjer und werde sich auch Chancen erspielen, glaubt Liesegang. Möglichkeiten habe sich die Mannschaft in den vergangenen Partien immer wieder in ausreichender Anzahl erarbeitet, leider entstanden daraus zu wenig Tore, beschreibt der Cotrainer eine große Schwäche seiner Elf. Er erwartet defensive Jheringsfehntjer, die „bestimmt kein Harakiri spielen, sondern auf Nadelstiche setzen werden“.
Bevor die Auricher Herren in Richtung Moormerland aufbrechen, werden sie sich die erste Halbzeit der Auricher B-Juniorinnen im Halbfinal-Rückspiel gegen Eintracht Frankfurt am Ellernfeld anschauen. Vielleicht eine Motivationspille für das nachfolgende entscheidende Duell. Werner Hoffmann denkt, dass beide Auricher Teams ihre Aufgaben erfüllen können. Eines steht für den SpVg-Vorsitzenden auf jeden Fall fest: „Es wird ein wilder Tag.“