Elmshorn 34-jähriger Mann aus Elmshorn stirbt kurz vor Geburt seines Kindes – Familie startet Spendenaufruf
Die 31-jährige Vienna aus Elmshorn fand ihren Partner Jan tot auf der Couch. Nun wird er seinen ungeborenen Sohn nicht aufwachsen sehen. Ihre Familie hat einen Spendenaufruf gestartet.
Es klingt wie ein mieses Sprichwort, dass das Leben von einem auf den anderen Moment vorbei sein kann. Und dann stirbt plötzlich jemand. Die Trauer und Fassungslosigkeit, die ein Mensch dann empfindet, lassen sich nicht in Worte fassen.
Für Vienna (31) ist eine Welt zusammen gebrochen, als sie am 9. Mai nach Hause kam und ihren Partner Jan tot auf der Couch vorfand. Verzweifelt beginnt sie in dem Moment mit Wiederbelebungsversuchen, die jedoch erfolglos bleiben. Wie sich später herausstellen wird, ist Jan zuvor eines natürlichen Todes gestorben. Für die junge Frau eine Tragödie. Denn nicht nur, dass sich das Paar vor einem Jahr ein Haus in Elmshorn gekauft und angefangen hatte, es aufwendig zu renovieren. Nein, Vienna ist im fünften Monat schwanger. Das gemeinsame Kind wird nun ohne Vater aufwachsen. Hinzu kommen Geldsorgen. Mit einem herzzerreißenden Aufruf hat sich ihre Familie an die Öffentlichkeit gewandt und bittet um Unterstützung. Auf der Plattform gofundme wurde ein Spendenaufruf gestartet, um Vienna zu unterstützen. Die Idee dazu hatte ihr Cousin, Sebastian Sternberg.
Denn so sei Jan auch gewesen, immer hilfsbereit. Also zögerte Sternberg nicht lange und rief vorerst über Paypal eine Spendenkampagne ins Leben. „Entweder hasst sie mich und ist sauer oder ich helfe ihr damit.“
Aber er habe einfach etwas machen müssen. Schließlich sei Jan immer für alle da gewesen. Wurde von allen gemocht. „Er war einfach ein herzensguter Mensch“, sagt Sternberg. Immer erreichbar. Und stets hilfsbereit.
Mit den Renovierungsarbeiten seien die beiden nun fast fertig gewesen. Doch der Traum vom gemeinsamen Familienleben endete, noch bevor er richtig begann. Am 13. Februar habe Vienna von der Schwangerschaft erfahren, einen Tag später, am Valentinstag, verkündete sie Jan die Botschaft. „Die beiden haben sich so darauf gefreut. Es war ein Wunschkind“, sagt Sternberg. Verheiratet war das Paar nicht. Die Pandemie hat ihnen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aber die Liebe zwischen den Beiden sei „so echt“ gewesen. „Das war ehrliche, echte Liebe“, sagt Sternberg.
Aktuell ist Vienna im Beschäftigungsverbot, weil sie im medizinischen Bereich arbeitet, erklärt ihr Cousin weiter. Daher gehe es nun darum, dass sie in dem Haus wohnen bleiben könne. Er, wie auch ein Großteil der Familie, lebt in Norddeutschland. Das familiäre Verhältnis sei gut.
Während Sternberg erzählt, wirkt er gefasst. Seine Gesten aber verraten, dass auch er tief traurig ist. Gedankenverloren reibt er sich die Finger. Dann setzt er an und spricht weiter:
Seine Cousine sei kein materieller Mensch, aber das Haus – so mühevoll gemeinsam hergerichtet – stecke voller Erinnerungen. Deswegen sei es der Familie so wichtig, dass sie weiter in dem Haus wohnen bleiben könne.
Mittlerweile ist aus dem Paypal-Aufruf eine große Spendenaktion bei gofundme geworden. Über 29.000 Euro wurden bereits gespendet. „Damit habe ich nie gerechnet“, sagt Sternberg. Wer Vienna ebenfalls unterstützen möchte, kann das auf der Plattform gofundme.com tun. Der Spendenaufruf der Familie ist unter dem Titel „Tod trennt die Liebe nicht“ zu finden.