Neues Holz für alte Mühle Wahrzeichen wieder vollständig
Die Sterrenberg-Mühle in Upgant-Schott erhielt eine neue Galerie. Der Weg dorthin war holprig.
Upgant-Schott - Kurz vor der Vollendung steht die Erneuerung der Galerie an der Sterrenberg-Mühle in Upgant-Schott. Pünktlich zum Deutschen Mühlentag (Pfingstmontag) sollen die Arbeiten abgeschlossen werden. Die Chancen, dass das klappt, stehen gut. „Bisher ist alles gut mitgelaufen“, sagte Wilfried Graul, Zimmerer der Norder Firma Hass Holzbau. Gemeinsam mit seinem Sohn und Kollegen Timo hatte er in den vergangenen Wochen die Galerie der Mühle komplett demontiert. Alle Teile wurden zum Sitz der Firma transportiert und dort weiterbearbeitet.
Nicht alles musste erneuert werden, erklärte Graul. So blieb das Geländer der Galerie erhalten. Dessen Bestandteile, wie Pfosten, Andreaskreuze und Handlauf, wurden zuletzt 2013 renoviert. Dabei wurde Bilinga-Holz verbaut. Das Holz, das im tropischen Afrika von Sierra Leone bis Uganda wächst, gilt als widerstandsfähig und nahezu unverwüstlich. Die Haltbarkeit dieser Holzsorte wird mit bis zu 50 Jahren angegeben. „Dass das noch einmal ersetzt werden muss, erleben wir nicht mehr“, sagte Graul.
Eichen- statt Tropenholz
Ersetzt wurden der alte Belag der Galerie, die sogenannten Lieger, die ihn tragen, und die sogenannten Schoren, also die Stützen am Achtkant, auf denen die gesamte Galerie ruht. Nach Angaben von Graul, der in seinem Berufsleben schon zahlreiche Mühlen saniert hat, kommt dabei allerdings kein Tropenholz mehr zum Einsatz, sondern Eichenholz. Das zu bekommen, habe sich als echte Herausforderung erwiesen. Nur eine Firma in Deutschland sei in der Lage gewesen, die benötigte Menge zu liefern und selbst das nicht zum gewünschten Termin. Das sei der Grund für die Verzögerung gewesen.
Der ursprüngliche Plan war, die Galerie-Renovierung bis zum Beginn der neuen Saison an Ostern abzuschließen. Doch ging der wegen der Lieferschwierigkeiten nicht auf. Alle noch zu gebrauchenden Galerie-Teile wurden nach Norden gebracht und dort auf dem Gelände der Firma Hass mit den neuen verbunden. Die wurden zuvor zentimetergenau und computergestützt zugeschnitten, berichtet Graul. Nachdem die gesamte Galerie einmal zusammengebaut war, wurde sie wieder in ihre Einzelteile zerlegt, nach Upgant-Schott gebracht und dort an der Mühle montiert. „Bis Pfingsten sollte das alles erledigt sein“, sagte Graul.
Kosten in Höhe von 65.000 Euro
So zuversichtlich wie er hatte sich auch die Vorsitzende des Mühlenvereins Upgant-Schott, Tanja Luitjens, gezeigt. „Wir gehen davon aus, dass das klappt“, sagte sie auf Anfrage.
Ihren Angaben nach kostet die Sanierung der Mühlengalerie rund 65.000 Euro. Ein Drittel davon trage der Verein, ein weiteres Drittel übernehme der Mühlenpool des Landkreises und das dritte Drittel sei Sache der Gemeinde Upgant-Schott, der die Mühle gehört. Auch sie habe ihre Kostenbeteiligung inzwischen zugesichert.