Hamburg  Serien schauen, oder Klima schützen: Wie nachhaltig ist die deutsche Filmbranche?

Laura-Cäcilia Wolfert
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Von Laura-Cäcilia Wolfert
| 26.05.2023 15:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Schauspieler und Klimaschützer Jeremias Meyer in der neuen Serie „Der Greif“ Foto: Gordon A. Timpen, Amazon Studios
Schauspieler und Klimaschützer Jeremias Meyer in der neuen Serie „Der Greif“ Foto: Gordon A. Timpen, Amazon Studios
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Jeremias Meyer ist ein deutscher Nachwuchsschauspieler und setzt sich für Klimaschutz ein. Ein Ausgleich, wie er sagt. Denn Studien zeigen: Nachhaltig scheint die Filmbranche nicht gerade zu sein.

Erst vor kurzem sah man ihn in der erfolgreichen Amazon-Prime-Serie „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ in der Rolle des Axel: Jeremias Meyer zählt zu Deutschlands Nachwuchsschauspielern. Der geborene Münchner setzt seiner Karriere fort, spielt als Nächstes in der Krimi-Serie „Der Greif“ die Hauptrolle – alle sechs Folgen sind ab dem 26. Mai zu streamen, ebenfalls auf Prime.

Mit seinen 23 Jahren gehört Meyer zu der Generation, die beim Klimaschutz besonders aktiv ist: Die Mitglieder von „Fridays for Future“ sind laut Umfragen 25,8 Jahre alt. Der Schauspieler wird im Zuge der Werbemaßnahmen für „Der Greif“ sogar als „passionierter Klimaschützer“ vorgestellt.

Trifft diese Bezeichnung zu? „Das Thema ist mir wichtig“, sagt Meyer im Gespräch mit unserer Redaktion. „Ich weiß nicht, ob es viele Leute in meiner Generation gibt, die nach der Schule fertig sind und bei denen der Klimawandel gar kein Thema ist.“

Sehen Sie hier Jeremias Meyer im Trailer zur neuen Prime-Serie „Der Greif“:

Laut dem Nachwuchstalent sei die entscheidende Frage: „Will ich mit meinem Beruf, oder meinem Leben, etwas machen, das dem Klima schadet – oder hilft?“ Für ihn war wohl früh klar, dass er Schauspieler werden möchte. „Das bedeute für mich aber auch, dass ich mich irgendwie anderweitig mit Klimaschutz befassen muss“, sagt Meyer. Er hatte immer das Gefühl, dass die Schauspielerei nichts ist, mit dem man das Klima aktiv schützen könne. „Daher gehe ich zum Ausgleich auf Demonstrationen.“

Tatsächlich ist es so, dass die Filmbranche viel CO₂ verbraucht. Eine Studie von „Screen New Deal“, die 2020 in Großbritannien erschien, rechnet vor: Die durchschnittliche Emissionsmenge einer großen Filmproduktion beträgt 2.840 Tonnen „CO2-Äquivalent“, gemeint sind unterschiedliche Treibhausgase.

Die Studie rechnet vor: Um diese Mengen wieder auszugleichen, also klimaneutral zu bleiben, bräuchte man eine Fläche von 3.709 Hektar Wald pro Jahr. Allerdings beziehen sich die Untersuchungen eher auf „Big Budget“-Produktionen – Hollywood-Blockbuster.

Hier sehen Sie eine Statistik zu Treibhausgasemissionen nach Ländern weltweit, im Jahr 2020:

Doch auch in Deutschland sind die Emissionen enorm: „Rund 600 Tonnen CO2 hätte der Dreh von Buddy, eine Komödie von Michael Bully Herbig von 2013, unter üblichen Produktionsbedingungen freigesetzt“, heißt es bei „Utopia“ – eine deutsche Online-Plattform zum Thema Nachhaltigkeit. Das entspreche den Emissionen von etwa 65 deutschen Bürgern pro Jahr. 

„Da lässt sich noch ganz viel tun, um das zu minimieren“, sagt Jeremias Meyer und sieht sich dabei selbst in der Verantwortung. „Das ist vielleicht auch etwas, das ich als Darsteller am Set selbst mit beeinflussen kann.“ Dennoch: Laut Meyer käme es weniger auf private Entscheidungen an, sondern viel mehr auf politische.

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