Bahnreaktivierung Neue Ideen für einen ZOB samt Bahnsteig
Die Bahnreaktivierung scheint greifbar nah. Ein Problem wäre, dass die Trasse den heutigen Großparkplatz durchschneiden würde. Jahrmärkte wären nicht mehr möglich. Nun gibt es einen neuen Vorschlag.
Aurich - Es sind große Erwartungen, die an den neuen Zentralen Omnibusbahnhof gerichtet sind. Dieser wird an der Sparkassen-Arena geplant. Viel Platz soll es geben, damit Busse dort auch längere Zeit während der Pausen der Fahrer stehen können. Das ist am jetzigen Standort an der Kleinen Mühlenwallstraße nicht problemlos möglich. Mit geplant werden soll aber auch ein Bahnsteig.
Denn die Reaktivierung der Bahnstrecke Aurich-Abelitz für den Personenverkehr wird derzeit untersucht. Das Land Niedersachsen wiederholt momentan die Prüfung von lohnenswerten Strecken, die bereits 2015 einmal vorgenommen worden war. Damals landete Aurich-Abelitz ganz vorne auf der Liste. Nur der Absprung des Windradherstellers Enercon verhinderte letztlich die Wiederaufnahme des Schienenpersonennahverkehrs.
Alte Bahntrasse würde Jahrmärkte verhindern
Einer der größten Befürworter der Schienenverbindung in Richtung Emden ist Dr. Karl-Georg Schroll. Er hat im vorigen Jahr ein Buch über die Bahnlinie vorgelegt. Darin wird die Geschichte der Strecke beleuchtet. Es wird aber auch ein Blick in die Zukunft gewagt. Unter anderem zeigt Schroll auf, wo eine Endhaltestelle entstehen könnte. Auf einer Grafik ist zu sehen, wie der Wallster Weg an der Einmündung zur Emder Straße zweigleisig gequert wird. Zweigleisig, damit Personenzüge auch abgestellt werden können. Kurz hinter dem Wallster Weg geht es dann eingleisig bis zum jetzigen Bussteig an der Sparkassen-Arena, in Höhe der Tankstelle. Diagonal wird dabei der Karl-Heinrich-Ulrichs-Platz gequert: Wo heute noch Autos geparkt werden, würde dann der vorgeschlagene „TramTrain“ entlangfahren.
Noch dramatischer wäre eine solche Planung für die Schausteller. Diese nutzen den großen Karl-Heinrich-Ulrichs-Platz für den Ostermarkt und den Herbstmarkt. Wird die Straßenbahn quer darüber geführt, wäre für die Jahrmärkte kein Platz mehr. Die Schausteller müssten sich ein weiteres Mal neue Flächen in Aurich suchen. In den vergangenen Jahrzehnten fand der Jahrmarkt unter anderem schon auf dem Marktplatz, auf dem Georgswall und am Ellernfeld statt.
Neue Idee für ZOB, Bahnsteig und Großparkplatz
So weit ist es aber auch noch nicht. Der Auricher Rat hat erst am Dienstag dieser Woche offiziell das Bauleitverfahren für einen neuen ZOB an der Sparkassen-Arena gestartet. Derzeit laufen laut Auskunft sowohl der Kreisverwaltung Aurich als auch der Auricher Kreisbahn Gespräche über den neuen ZOB. Denn die Kreisbahn ist bereit, einen Teil ihres Geländes abzugeben und auf Flächen der ehemaligen Gärtnerei Sander auszuweichen. Diese befinden sich im Eigentum der Stadt Aurich. Nach den ersten Ideen, die bekannt wurden, könnte der neue ZOB dann auf dem Kreisbahn-Gelände gebaut werden. Das würde allerdings nicht das Problem der Schausteller beziehungsweise der Autofahrer lösen.
Nach ON-Informationen gibt es daher in der Auricher Stadtverwaltung eine neue Idee, wie ZOB samt Bahnsteig und Parkplatz angeordnet werden könnten. Demnach könnte der Großparkplatz auf das Kreisbahngelände verlegt werden. Dort könnten auch die Jahrmärkte stattfinden. Der ZOB würde dann an die Ecke Wallster Weg/Emder Straße wandern und damit direkt an die Gleise der Strecke Aurich-Abelitz. Weiterhin wäre es bei einer solchen Planung für Busse möglich, die Einfahrt zu dem Areal bei der Tankstelle und die Ausfahrt neben dem jüdischen Friedhof zu nutzen. Gleichzeitig könnten aber wie gewohnt Oster- und Herbstmarkt dort stattfinden.
Im Auricher Rat gab Planungsamtsleiter Mirko Wento zu bedenken, dass es bei einer Reaktivierung der Bahn für den Personenverkehr eine weitere Schwierigkeit gäbe. Das betrifft die Querung des Wallster Weges selbst. Weitere Ausführungen machte Wento dazu nicht. Ein Blick in alte Karten, zum Beispiel in den Gleisplan aus dem Jahr 1898, machen das Dilemma deutlich: Dort, wo früher einmal Gleise verliefen und der Wallster Weg gequert wurde, steht heute ein Raiffeisen-Markt. Der Bahnübergang befand sich also früher nicht unmittelbar an der Einmündung zur Emder Straße, sondern etwas weiter nach hinten versetzt. Ein Problem, das im weiteren Bauleitverfahren gelöst werden muss – egal, an welcher Stelle ZOB und Bahnsteig schließlich gebaut werden.
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