Glasfaserausbau  Kooperation gegen „weiße Flecken“ in Ihlow

Kim Hüsing
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Von Kim Hüsing
| 23.05.2023 08:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Glasfaserkabel, die in einem Wohngebiet verlegt werden, liegen auf dem Boden. Auch im Ihlower Gemeindegebiet sollen sie dieses Jahr noch zum Einsatz kommen. Foto: DPA
Glasfaserkabel, die in einem Wohngebiet verlegt werden, liegen auf dem Boden. Auch im Ihlower Gemeindegebiet sollen sie dieses Jahr noch zum Einsatz kommen. Foto: DPA
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Die Gemeinde Ihlow möchte alle Haushalte mit Glasfaser versorgen. Nun soll eine Kooperationsvereinbarung getroffen werden. Davon erhofft sich der Bürgermeister vor allem eins.

Ihlow - Noch längst nicht alle Ihlower Haushalte haben Zugriff auf einen Glasfaseranschluss. Zwar sollen mit der zweiten Ausbaustufe durch Vodafone und den Landkreis knapp 700 weitere Anschlüsse im Gemeindegebiet geschaffen werden. Doch dies würde immer noch viele unterversorgte Gebiete, sogenannte „weiße Flecken“, bedeuten. Umso mehr freut sich Bürgermeister Arno Ulrichs auf eine Anfrage der Deutschen Glasfaser Wholesale GmbH. „Sie ist vor Kurzem überraschend auf uns zugekommen“, so Ulrichs. Er sei sehr froh über diese Entwicklung. Denn nun soll alles ganz schnell gehen.

Bereits bei der Ratssitzung am Mittwoch, 24. Mai, entscheidet der Rat, ob eine Kooperationsvereinbarung mit Glasfaser geschlossen werden soll. Der ambitionierte Zeitplan, wie der Bürgermeister sagt, sehe vor, noch im Sommer mit der Werbemaßnahme zu beginnen. So könnten dann im Spätherbst die ersten Bauarbeiten starten. Die bisherigen Verzögerungen beim Ausbau durch den Landkreis seien oftmals durch die Tiefbauarbeiten zustande gekommen. Doch die Deutsche Glasfaser arbeite fest mit Partnern zusammen und würde andere Fristen einhalten können. Ulrichs ist daher zuversichtlich, dass diese Verzögerungen dann nicht auftreten.

Gemeinde will Einfluss auf Ausbaugebiete nehmen

Die zweite Ausbaustufe des Glasfasernetzes durch Vodafone und den Landkreis Aurich arbeitet nicht flächendeckend. Alle Gebiete, die schon mit 30 Megabit-Leitungen versorgt würden, sind ausgenommen, so Ulrichs. „Dabei wissen wir, dass das perspektivisch nicht reicht.“ Deshalb sei es in seinen Augen eine sinnvolle Ergänzung, was die Deutsche Glasfaser plane. So sollen nach ersten groben Kartierungen Bangstede, Ihlowerfehn und Simonswolde, Ludwigsdorf und Fahne, Ostersander, Riepe und Ochtelbur, Teile Westerende-Kirchloogs, Westersander und die Gewerbegebiete Riepe Nord sowie Süd von den Plänen profitieren. „Sollten wir die Kooperation schließen, werden die Gebiete noch verfeinert“, so Ulrichs.

99 Prozent der Haushalte könnten im besten Fall von Glasfaseranschlüssen profitieren. Nur für sehr abwärts gelegene Höfe müsse man eine andere technische Lösung finden, erklärt der Bürgermeister. Erforderlich sei jedoch, dass die Nachfrage der Einwohner entsprechend hoch sei. Die Deutsche Glasfaser setzt Vorverträge von einem Drittel der geplanten Anschlüsse voraus, um eigenwirtschaftlich arbeiten zu können. Das Unternehmen habe die Pläne sowohl mit dem Landkreis Aurich als auch über eine Vermarktungsvereinbarung mit dem Konkurrenten Vodafone abgestimmt, so Ulrichs. Durch die eigene Kooperation erhofft sich der Bürgermeister mehr Einfluss auf die Zuschnitte nehmen zu können.

Auch die Bauphase werde von der Verwaltung begleitet. So soll eine Beweissicherung im Vorfeld sicherstellen, dass etwaige Schäden an Straßen oder Rad- und Fußwegen durch die Deutsche Glasfaser wieder behoben werden. „Sonst können wir das Unternehmen in Regress nehmen“, sagt Ulrichs. Er hoffe auf eine breite Unterstützung des Projekts durch die Politik. Diese stimmt am Mittwoch, 24. Mai, bei der öffentlichen Ratssitzung um 19 Uhr im Bürgerhaus in Ihlowerfehn über einen möglichen Kooperationsvertrag ab.

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