Hamburg  Grünen-Politikerin Emilia Fester blamiert sich bei Geschichts-Quiz

Markus Lorenz
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Von Markus Lorenz
| 19.05.2023 17:50 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Hamburger Grünen-Abgeordnete Emilia Fester am Rednerpult des Bundestages. Foto: imago images/Political Moments
Die Hamburger Grünen-Abgeordnete Emilia Fester am Rednerpult des Bundestages. Foto: imago images/Political Moments
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Politiker sind nicht allwissend – so weit, so bekannt. Nun offenbarten einige Bundestagsabgeordnete aber erstaunliche Lücken bei Fragen zur deutschen Geschichte. Besonderes eine Vertreterin aus Hamburg.

Die Hamburger Bundestagsabgeordnete Emilia Fester hat sich bei einem Geschichts-Quiz im Internet gehörig blamiert. Die 25-jährige Grünen-Politikerin wusste weder, dass Otto von Bismarck Reichskanzler war, noch, wann die Bundesrepublik Deutschland gegründet wurde. Bei dem Beitrag des Youtubers Mirko Drotschmann für das ZDF zeigten auch andere Abgeordnete bei einzelnen Fragen Schwächen – so oft wie Fester lag aber keiner daneben. In den sozialen Medien muss sich die Hamburgerin nun eine Welle aus Kritik und Spott gefallen lassen.

Drotschmann – alias „MrWissen2Go“ – hatte neun Bundestagsabgeordnete aller Fraktionen vor laufender Kamera Fragen zur deutschen Geschichte gestellt. Emilia Fester, mit 25 Jahren zweitjüngstes Mitglied des Parlaments, reagierte verdutzt auf die Frage „Wer wurde 1871 Reichskanzler?“ und fragte ratlos zurück: „Neben dem Kaiser?“ Schließlich strich die Hamburgerin die Segel: „Ich weiß es nicht, ich weiß keine Namen.“

Als der Moderator nachhalf („nach ihm wurde ein Hering benannt“), kicherte die Grünen-Politikerin zunächst und riet schließlich richtig: „Der Bismarck, ach was, wirklich? Der war Kanzler?“ Die peinliche Sequenz beendete die Grüne mit den Worten: „Witzig, ok.“

Zum Gründungsdatum der Bundesrepublik lag Fester immerhin ungefähr richtig. „Nach dem Zweiten Weltkrieg“, sagte sie, tippte dann aber auf das Jahr 1945 („oder 1946?“). Die korrekte Antwort wäre der 23. Mai 1949 gewesen, der Tag, an dem Grundgesetz in Kraft trat. Auch mit dem Namen des Hitler-Attentäters Georg Elser wusste die Hamburgerin zunächst nichts anzufangen, brauchte auch hier massive Hilfe von Drotschmann.

Andere Fragen beantworte Fester dagegen korrekt. Am Ende gab es vom Moderator eine Urkunde mit Smiley und die lobenden Worte: „Mehr als stets bemüht.“

Dennoch ließen kritische, oft hämische Reaktionen nicht lange auf sich warten. Der Hamburger CDU-Bundestagskollege Christoph Ploß – selbst nicht Teilnehmer der Befragung – schrieb auf Twitter: „Emilia Fester offenbart riesige Wissenslücken, will aber allen anderen regelmäßig die Welt erklären.“ Der frühere FDP-Fraktionschef in Nordrhein-Westfalen, Gerhard Papke, bezeichnete Fester als „Dummchen“, das Deutschland regiere.

Die Betroffene äußerte sich auf Nachfrage zunächst nicht zu ihrem misslungenen Auftritt. Laut ihren eigenen Angaben hat sie 2017 in Hildesheim das Abitur gemacht, Durchschnittsnote: 1,3. Im Anschluss war Fester zeitweise als freischaffende Regieassistentin tätig. Seit 2021 sitzt sie für die Hamburger Grünen im Bundestag.

Allerdings wussten auch viele der anderen getesteten Politiker längst nicht alle Fragen auf Anhieb korrekt zu beantworten. Dietmar Bartsch (Fraktionschef der Linken) verlegte die Gründung der BRD ins Jahr 1948, CDU-Vertreter Philipp Amthor fiel beim 30. Januar 1933 zunächst nicht Hitlers Machtergreifung ein, sondern der Reichstagsbrand ein. Und FDP-Frau Marie-Agnes Strack-Zimmermann antwortete auf die Frage, welche der heutigen Parteien schon im 19. Jahrhundert im Reichstag vertreten war, zunächst falsch: „FDP.“ Um dann zutreffend zu korrigieren: „Die Sozialdemokraten.“

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