Dorfregion mit Moormerland Auf Fehntjer Seite gibt es schon viele Projektideen
Teile Großefehns und Moormerlands möchten eine Dorfregion werden. Fördergelder sollen helfen, die Orte weiterzuentwickeln. Dabei sind auch die Bürger gefragt. Erste Ideen gibt es bereits.
Westgroßefehn/Timmel - Um kleine Orte weiterzuentwickeln, reicht oft das Geld in den Kommunen nicht. Gerade die Sanierung alter Gebäude oder Plätze kann teuer werden. Damit einige Projekte doch umgesetzt werden können, arbeiten die Gemeinden Großefehn und Moormerland zusammen. Die Orte Timmel, Westgroßefehn, Hatshausen/Ayenwolde, Boekzetelerfehn und Jheringsfehn möchten eine Dorfregion werden, teilte die Fehntjer Gemeinde jüngst mit. In Timmel und Westgroßefehn beschäftigt sich der gemeinsame Ortsrat schon länger mit dem Thema Ortsgestaltung, verrät Ortsbürgermeisterin Silke Bergmann (Wählerbündnis). „Die Orte sollen schön bleiben, auch wenn sie sich weiterentwickeln“, sagt sie. Zweimal sei deshalb schon ein runder Tisch interessierter Bürger zusammengekommen.
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Die Ideen entwickeln die Ehrenamtlichen unabhängig zu den Plänen, eine Dorfregion zu bilden. Doch den Antrag, der hierfür bis Oktober beim Landwirtschaftsministerium eingehen muss, unterstütze der Ortsrat, so Bergmann. Vorstellen könnte sie sich zum Beispiel eine neue Minigolfanlage am Campingplatz. Die alte sei sehr abgängig und stehe als Projekt sonst immer hinten an. Mit der Förderung durch das Programm Niedersächsische Dorfentwicklung könne sich dies ändern. Verbindungen zu den Nachbarorten in Moormerland sieht die Ortsbürgermeisterin ebenfalls.
Infoveranstaltung mit Ideensammlung
Die Sportvereine würden schon zusammenarbeiten, sagt Bergmann. Diese könnte weiter ausgebaut werden. Außerdem wünsche sie sich eine Radwegeverbindung zwischen Timmeler und Boekzeteler Meer. „Das wäre ein Riesengewinn“, so die Ortsbürgermeisterin. Gerade werde ein neues Baugebiet in Timmel geplant. Doch ihr sei es wichtig, den ostfriesischen Dorfcharakter zu erhalten. Auch Privatpersonen könnten von einer Förderung profitieren, wenn sie ortsbildprägende Gebäude wieder herrichten möchten. Auch für die Ortsdurchfahrt Westgroßefehn sowie die Erneuerung der Schleuse und der Klappbrücke käme eine Finanzspritze des Landes wie gerufen. „Wir haben viele Projekte auf einer Liste“, sagt Bergmann lachend.
Einige dieser Ideen sollen bei einem gemeinsamen Infotag der beiden Gemeinden zusammengetragen werden. Am Sonnabend, 10. Juni, gibt es ab 10 Uhr im Moormerländer Rathaus eine Auftaktveranstaltung, um die Bürger zu informieren. „Dann können auch bereits Projektideen für den Antrag besprochen werden“, sagt der Fehntjer Bürgermeister Erwin Adams. Werde der Antrag vom Landwirtschaftsministerium ausgewählt und die Dorfregion in das Förderprogramm aufgenommen, könne ab 2024 der Dorfentwicklungsplan aufgestellt werden. In diesem Plan werden die Ziele und Maßnahmen festgehalten, die in der Region umgesetzt werden sollen. Dafür werde ein Arbeitskreis mit interessierten Bürgern gegründet sowie ein Planungsbüro zur Unterstützung beauftragt.
Die Gemeinde Moormerland hatte jüngst zusammen mit der Gemeinde Ihlow zu einer Infoveranstaltung eingeladen. Denn auch die Ihlower Orte Simonswolde, Ochtelbur, Riepe und Riepsterhammrich wollen sich mit Gandersum, Oldersum, Rorichum und Tergast zu einer Dorfregion zusammenschließen. „Wir möchten die Gelegenheit der Förderung für mehrere Regionen ergreifen“, sagt Elke Eilers als Leiterin des Planungsamtes der Gemeinde Moormerland. So könnten die Weichen für die Zukunft gestellt werden. „Wir müssen überall etwas machen, können das finanziell aber nicht so einfach alleine regeln.“ Das Projekt sei langfristig angelegt. Vieles werde in der Umsetzung noch Jahre dauern. Ideen können die Ihlower, Moormerländer und nach dem 10. Juni auch die Fehntjer unter anderem über ein Online-Portal einbringen.