Neuer Trainer in Moordorf  Rückkehr zum Heimatverein

| | 16.05.2023 15:22 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Alwin Tierok-Heddinga feiert mit seinen Spielern und den Zuschauern den Sieg mit Riepe im Kreispokal. Nun kehrt er nach Moordorf zurück.Foto: Bernd Wolfenberg
Alwin Tierok-Heddinga feiert mit seinen Spielern und den Zuschauern den Sieg mit Riepe im Kreispokal. Nun kehrt er nach Moordorf zurück.Foto: Bernd Wolfenberg
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Alwin Tierok-Heddinga übernimmt den Trainerposten bei der Ostfrisia. Als Spieler hat Tierok-Heddinga in Moordorf Titel gefeiert und Abstiege erlebt – mit seinem jetzigen Club hat er noch Großes vor.

Moordorf Eigentlich wollte Alwin Tierok-Heddinga nach seinem Aus beim TSV Riepe im Sommer eine Auszeit als Trainer nehmen. So war es für ihn auch nicht sonderlich schwierig, einige Anfragen höflich abzulehnen. Doch dann griff Dennis Ennen von Ostfrisia Moordorf zum Hörer und überzeugte den gebürtigen Südbrookmerlander zu einem Engagement im Sommer bei Ostfrisia Moordorf. „Es ist mein Heimatverein, da bin ich einfach schwach geworden“, sagt Tierok-Heddinga.

Der Zeitpunkt für die Rückkehr an den Waller Weg ist denkbar ungünstig. Die Ostfrisia steigt wieder in die Ostfrieslandliga ab und viele Spieler werden den Verein im Sommer nach Jahren verlassen. Trainer Dennis Debelts hatte bereits vor Wochen seinen sofortigen Rücktritt vollzogen. Doch Tierok-Heddinga hat große Lust auf die Aufgabe. „Wir müssen erstmal Aufbauarbeit leisten. Die Spieler haben fast nur verloren, sie sollen den Spaß am Fußball wiederfinden“, sagt er.

Mit Moordorf in der Landesliga gespielt

Mit Ostfrisia Moordorf verbindet Tierok-Heddinga Kindheit und glanzvolle Zeiten. Seit der E-Jugend lief der Fußballer für die Ostfrisia auf. 1998 spielte er mit Moordorf in der Landesliga, gemeinsam mit Michael Schulz, den Lerf-Brüdern oder Heinz Harms. „Das waren tolle Zeiten, allerdings bin ich nach der Landesliga-Saison auch dreimal in Folge mit Moordorf abgestiegen“, erinnert sich Tierok-Heddinga. Mit dem Beginn seines Studiums verließ er die Ostfrisia in Richtung FC Norden. „Später bin ich nochmal zurückgekehrt und mit Trainer Jens Dieker Meister geworden.“

Das Aus in Riepe kam für viele Betrachter überraschend. Schließlich hatte Tierok-Heddinga eine junge und erfolgreiche Mannschaft geformt. Und eine erfolgreiche dazu: Im vergangenen Sommer gewann Riepe den Kreispokal, in dieser Saison ist der Aufstieg in die Ostfrieslandliga zum Greifen nah. Doch Tierok-Heddinga hat das Ende in Riepe längst verkraftet – und er kann den Schritt des Vereins durchaus nachvollziehen. Der Vorstand wollte einen neuen Impuls setzen und tritt in der kommenden Saison mit einem Trainerduo an. Die A-Jugend-Trainer Sören Tomljanovic und Wolfgang Niehues übernehmen bei Friesenstolz. „Da ist die Mannschaft in guten Händen“, sagt Tierok-Heddinga. Niehues treffe er jeden Tag in der Sporthalle – beide sind Lehrer an derselben Schule. „Da gibt es überhaupt keine Probleme“, sagt Tierok-Heddinga.

Die Probleme bei der Spielersuche

Mit Moordorf könnte er dann in der Ostfrieslandliga sogar auf seinen alten Verein treffen. Mit Spielern vom TSV Riepe? „Nein, nein. Das werden wir mit Sicherheit nicht machen. Das gehört sich auch nicht“, sagt Tierok-Heddinga. Spieler nach Moordorf zu locken, die dem Trainerprofil entsprechen, sei nicht einfach. „Die man gerne haben will, stehen oft schon bei einem anderen Verein im Wort“, sagt der neue Trainer.

Der Kader sei groß genug, an zwei bis drei Stellschrauben will der neue Trainer noch drehen. Das Wort Aufstieg nimmt Tierok-Heddinga nicht in den Mund. „Ich glaube nicht, dass es gleich wieder hoch geht. Das wäre auch nicht gesund für den Verein“, glaubt er. Ein wichtiges Ziel für die nähere Zukunft sei eher der Neuaufbau einer neuen A-Jugend.

Doch bevor Tierok-Heddinga an seine alte Wirkungsstätte zurückkehrt, hat er in Riepe noch einen Auftrag zu erledigen. „Wir wollen unbedingt den Pokalsieg mit der Meisterschaft vergolden.“ Das Restprogramm klingt verlockend. Bei drei noch ausstehenden Spielen in der Ostfrieslandklasse A spielt Riepe noch gegen die beiden Schlusslichter Leybucht und Warsingsfehn. Doch der scheidende Trainer warnt: „Das sind meistens die dicksten Brocken.“ Nach dem Derby gegen Westerende könnte Riepe dann aufsteigen. „Dann kann ich erhobenen Hauptes gehen“, sagt Tierok-Heddinga.

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