Verärgerte Eltern Vorwurf – Ausnahmezustand in Kita in Rechtsupweg hausgemacht
Krise in Rechtsupweger Kita „Lüttje Lüü“: Betroffener Vater kritisiert die Verwaltung scharf. Er macht aber auch Lösungsvorschläge.
Rechtsupweg - Verärgerte Brookmerlander Eltern machen die Verwaltung der Samtgemeinde mitverantwortlich für die Krise in der Kindertagesstätte „Lüttje Lüü“ in Rechtsupweg. Die Probleme dort gebe es nicht erst seit gestern. Zudem seien sie teils hausgemacht, heißt es. Von einem Versagen der Verantwortlichen im Rathaus spricht Bernd Krumrich, Vater eines Krippenkindes, der auf einen ON-Beitrag vom vergangenen Sonnabend reagierte.
Wie darin berichtet und von der Verwaltung bestätigt, kommt es in der Kindertagesstätte „Lüttje Lüü“ in Rechtsupweg wiederholt zu massiven Ausfällen in der Betreuung. Diese seien auf einen vergleichsweise hohen Krankenstand bei den Betreuungskräften und den allgemeinen Fachkräftemangel zurückführen, hieß es seitens der Samtgemeinde.
„Was jetzt gerade eskaliert, zeichnet sich bereits seit mehr als einem Jahr ab“
Aus Sicht von Krumrich steckt hinter dem Ausnahmezustand in Rechtsupweg jedoch mehr. Der Fachkräftemangel sei ein Problem und nicht wegzudiskutieren. Wenn die Samtgemeinde jedoch alles darauf und auf die Langzeiterkrankten schiebe, mache sie es sich zu einfach, so der Vater, der als Lehrer an der IGS Marienhafe-Moorhusen arbeitet.
„Was jetzt gerade eskaliert, zeichnet sich bereits seit mehr als einem Jahr ab“, so Krumrich. Seitdem die Kita „Lüttje Lüü“ Anfang 2022 immer mal wieder für mehrere Tage geschlossen wurde, weise er auf das Kernproblem hin. Das besteht laut Krumrich darin, dass vier Planstellen in der Einrichtung grundsätzlich unbesetzt seien. Zwei Positionen davon seien vakant, weil Mitarbeiterinnen in Rente gegangen seien. Das zeichnete sich rechtzeitig ab. Gegengesteuert worden sei aber nicht, rügt Krumrich. Die von der Samtgemeinde angeführten Langzeiterkrankungen verstärkten die Krise, resultierten aber aus der Überbelastung. Den vorhandenen Mitarbeitern sei kein Vorwurf zu machen. „Das ist eigentlich eine tolle Einrichtung mit einem tollen Team. Die tun ihr Bestes“, betont Krumrich.
Man laufe allerdings Gefahr, diejenigen, die noch gesund und motiviert seien, zu vergraulen. „Es ist höchste Zeit, ernsthaft eine Lösung zu erarbeiten. Da ist jede Menge Frust“, berichtet Krumrich. Denn das Problem bleibe. Mehr noch: Es werde sich verstärken. Spätestens 2025, wenn der Personalbedarf aufgrund neuer Bestimmungen in den Einrichtungen steigen werde.
Krumrich, der früher als Abteilungsleiter für einen Leiterplattenhersteller tätig war und daher sowohl die Arbeitgeber- als auch in die Arbeiternehmerseite nachvollziehen kann, rät den Verantwortlichen in der Verwaltung zu praktischen Maßnahmen, um den Fachkräftemangel anzugehen. „Da muss man kreativ sein“, sagte er. Beispielsweise könnten finanzielle Anreize geschaffen werden, um neue Mitarbeiterinnen zu gewinnen. Auch wäre denkbar, dass die Samtgemeinde ihnen Dienstwagen oder Wohnungen stellte.
Arbeitskreis gegründet
Bleibe man aber vergleichsweise untätig wie bisher, eskaliere die Situation weiter, so Krumrich, der es begrüßt, dass inzwischen immerhin ein Arbeitskreis zur Lösung des Problems gegründet werden soll, dies aber leider ohne Beteiligung der Politik, wie er sagte.
So wie bisher könne es nicht weitergehen. Nicht für die Mitarbeiterinnen, aber auch nicht für die betroffenen Erziehungsberechtigten, die immer wieder gezwungen seien, kurzfristig Alternativen für die Betreuung ihrer Kinder zu finden. Vor allem aber nicht für die betreuten Kinder. Diese benötigten Strukturen, die es in dem derzeit ungeregelten Betrieb nicht gebe.