Ribnitz-Damgarten Fußballer bricht bei Spiel zusammen — Spendenaktion bringt Tausende Euro
Ein Fußballer der SG Einheit Kenz in Mecklenburg-Vorpommern ist am 10. Mai beim Spiel gegen den Ribnitzer SV zusammengebrochen und später gestorben. Er hinterlässt seine Ehefrau und eine Tochter. Mit Spenden soll der Familie geholfen werden.
„Es gibt diese Momente, in denen alles unwichtig wird. Dann zählen keine Tore oder Punkte, sondern die Menschen. Mit großer Bestürzung erfuhren wir, dass beim gestrigen Spiel der Freizeitliga zwischen dem Ribnitzer SV und der SG Einheit Kenz Marcel Reinholz völlig unerwartet starb. Er wurde 33 Jahre alt“, schrieben Verantwortliche des SV Rot-Weiß Trinwillershagen am Donnerstag, 11. Mai, auf der Facebook-Seite des Vereins. Auch beim aktuellen Landesklasse-Vertreter hatte der Fußballer einst gespielt.
Am vergangenen Mittwoch, 10. Mai, kam es während des Fußballspiels der Freizeitliga Nordvorpommern zwischen den Männermannschaften des Ribnitzer SV 1919 und der SG Einheit Kenz zum tragischen Vorfall. Marcel Reinholz brach während der Partie plötzlich zusammen. Spieler beider Mannschaften leiteten Erste-Hilfe-Maßnahmen ein, reanimierten und beatmeten. Mit dem Rettungswagen wurde der kollabierte Spieler ins Krankenhaus nach Rostock gebracht. Dort soll er später am Abend gestorben sein.
Die Anteilnahme nach dem Tod des 33-jährigen Spielers der SG Einheit Kenz ist groß. „Dieses Spiel endete mit Tränen für Menschen, die ihren Ehemann, Vater, Sohn und langjährigen Freund verloren haben“, beschreibt Jess K., eine Freundin des Opfers. „Er hinterlässt eine dreijährige Tochter und seine Ehefrau. Um sie in ihrer schwersten Zeit zu unterstützen und ihre Zukunft sorgenfreier zu gestalten, eröffnen wir diese Kampagne und senden von hier aus unser tiefstes Mitgefühl an alle, die ihn mochten und insbesondere an die Familie“, schreibt die Bartherin, die ihren vollständigen Namen nicht verraten möchte, auf der Online-Plattform „gofundme“.
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In dem emotionalen Spendenaufruf „Wenn ein Fußballspiel alles verändert“, der am Freitag, 12. Mai, gestartet wurde, heißt es: „Deine Fußstapfen hinterlassen Spuren in unserem Herzen, gemeinsam verschmelzen Erinnerungen mit Tränen. Wir halten unsere Hände und tragen unsere Schmerzen. Wir sehen uns wieder, eines Tages auf einem anderen Stern.“ Bis Montagmittag, 15. Mai, kamen mehr als 32.000 Euro zusammen. Mehr als 900 Spenden zwischen fünf und 1000 Euro gingen ein. Damit wurde das Spendenziel von 20.000 Euro weit übertroffen.
Der SV Barth 1950, wo Marcel Reinholz alle Jugendteams bis hoch zu den Männern durchlaufen hat, schrieb am Sonntag auf seiner Facebook-Seite: „Reini war ein bodenständiger, feiner und sympathischer Mensch, den einfach jeder mochte. Ein Kerl, der sich durch seine bescheidene Art auszeichnete.“ Der Verein wie viele andere Beteiligte auch wünschten der Familie ganz viel Kraft in dieser schweren Zeit. „Unser Beileid können wir nicht in Worte fassen“, so die Barther Verantwortlichen.
Der Tod des Kenzer Spielers ist kein Einzelfall. Immer wieder kommt es zu tragischen Vorfällen bei Sportlern. Erst im Februar war bei einem Hallenturnier in Rostock ein Ü-40-Kicker des Sievershäger SV kollabiert und musste wiederbelebt werden. Er hatte Glück und überlebte. Bereits im Februar 2015 war ein Ü-50-Kicker des Sievershäger SV bei einem Hallenturnier in der Fiete-Reder-Halle in Marienehe zusammengebrochen und auf dem Feld gestorben. 2020 war in Wismar ein 24-jähriger Fußballer des FSV Bentwisch während eines Laufs im Dienstsport bei der Polizei kollabiert und später gestorben.