Traum von Deutscher Meisterschaft  B-Juniorinnen der SpVg Aurich sind Meister im Norden

| | 14.05.2023 13:59 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Geschafft: Die Auricher B-Mädchen freuen sich über den Gewinn der Staffelmeisterschaft in der Bundesliga-Nord. Fotos: Aylin Rewohl
Geschafft: Die Auricher B-Mädchen freuen sich über den Gewinn der Staffelmeisterschaft in der Bundesliga-Nord. Fotos: Aylin Rewohl
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Die Auricherinnen holten sich durch ein 2:2 gegen Zehlendorf den Staffelsieg in der Bundesliga. Weshalb das Halbfinale um die Meisterschaft zum logistischen Problem wird.

Aurich - Stadionsprecher Siggi Sneider ist lange genug im Fußball-Sport dabei, um die sportliche Tragweite der Leistung auf dem Rasenplatz am Ellernfeld einzuordnen. „Das ist ein historischer Tag“, rief er nach dem Schlusspfiff in sein Mikrofon. Und tatsächlich: Die Auricher B-Juniorinnen haben etwas wohl einmaliges geschafft. Das 2:2-Unentschieden gegen den Tabellendritten Hertha Zehlendorf reichte am Sonnabend aus, um den Staffelsieg in der Bundesliga-Nord/Nordost zu sichern. Eine Sensation – Mannschaften wie Werder Bremen, der HSV oder Wolfsburg waren chancenlos gegen die Auricherinnen. Die Teenager spielen nun für die SpVg Aurich um die Deutsche Meisterschaft – wer hätte das vor einigen Jahren für möglich gehalten.

Die Zuschauer sahen ein umkämpftes Spitzenspiel.
Die Zuschauer sahen ein umkämpftes Spitzenspiel.

Doch nach dem späten Ausgleich der Berlinerinnen in der Nachspielzeit, war den Auricher Spielerinnen zunächst gar nicht zum Feiern zumute. Erst nach der Aufforderung der verletzten Spielerin Elisabeth Steiner hüpften die Mädchen und sangen „Staffelsieger, Staffelsieger“. Der Meistertrainer Stefan Wilts schaute sich die Szenerie mit einigem Abstand an. Er dachte wohl schon an das nächste große Spiel.

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Gegner steht noch nicht fest

Denn genau dort verbirgt sich ein organisatorisches Problem. Die Staffel Süd macht es spannend, der Auricher Gegner für das Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft am 27. Mai und 3. Juni steht noch nicht fest. Nürnberg und Frankfurt trennten sich 2:2-Unentschieden, die Entscheidung über den Staffelsieg ist auf den letzten Spieltag am kommenden Wochenende vertagt. „Das ist schwierig für uns, wir müssen dann noch schnell einen Bus organisieren. Da wir nicht wissen, ob wir gegen Frankfurt oder Nürnberg spielen, wird es in der Vorbereitung ein Fünf-Tage-Plan“, sagte Wilts.

Der Plan, gegen die Berlinerinnen, aus einer tiefstehenden Formation zu Umschaltaktionen zu kommen, war schnell dahin. Die Berlinerinnen gingen nach acht Minuten mit 1:0 in Führung. Ein Abschlag von Torhüterin Paula Blum geriet zu kurz. Die Gäste schalteten schnell und Lotte Reimold traf überlegt ins lange Eck. Die Berlinerinnen bewiesen mit ihren schnellen und technisch versierten Spielerinnen, warum sie in der Tabelle so weit oben stehen. „Ein sehr schwerer Gegner“, musste auch Wilts anerkennen. Die Auricherinnen stellten ihre Spielweise aber schnell um und taten nun mehr. Und sie konnten sich auf ihre treffsicherste Spielerin verlassen. Ann-Carolin Hoffmann wirbelte und war von ihrer Gegenspielerin nur selten zu halten. In der 24. Minute setzte sich Sina Brühl sehenswert an der Strafraumgrenze durch und passte den Ball in den Strafraum. Alina Vogel schoss zunächst die Torhüterin an, doch Hoffmann war zur Stelle und staubte mit ihrem 18. Saisontor zum Ausgleich ab.

Nun geht es für Aurich gegen Nürnberg oder Frankfurt.
Nun geht es für Aurich gegen Nürnberg oder Frankfurt.

Ausgleich in der Nachspielzeit

Nur wenige Minuten später war Hoffmann auch entscheidend beteiligt am Führungstreffer. Nach einem energischen Sololauf setzte sie Vogel in Szene, die noch das Auge für die besser postierte Charlette Sittner hatte. Sittner traf humorlos ins lange Eck, das Tor zur Staffelmeisterschaft war weit aufgestoßen.

In der zweiten Halbzeit verpuffte die Anfangsoffensive der Gäste nach gut einer Viertelstunde. Die Auricherinnen taten nun gut dran, den Gegner vom eigenen Tor fern zu halten. Als Wilts dann munter durchwechselte, trafen die Gäste dann doch noch. Elfie Wellhausen umkurvte die zögerliche SpVg-Torhüterin Blum und schob den Ball ins Tor. „Das war schon ein wenig ärgerlich“, sagte Wilts über den kleinen Schönheitsfleck. Denn mit diesem Treffer überholte die Berlinerin Ann-Carolin Hoffmann in der Torschützinnenliste.

Der Staffelsieg, oder die Norddeutsche Meisterschaft wie man sagen könnte, ist unter Dach und Fach. Nun greifen die Auricher Mädchen im Halbfinale nach den Sternen.