Gasmangel im Winter  EWE-Kunden senkten ihren Verbrauch deutlich

Kim Hüsing
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Von Kim Hüsing
| 14.05.2023 17:33 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Viele EWE-Kunden haben im Winter auf den Verbrauch ihrer Gasheizungen geachtet und die Temperatur lieber etwas abgesenkt. Foto: DPA
Viele EWE-Kunden haben im Winter auf den Verbrauch ihrer Gasheizungen geachtet und die Temperatur lieber etwas abgesenkt. Foto: DPA
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Die Kunden des Energieversorgers EWE haben ihren Verbrauch im Winter deutlich gesenkt, wie aktuelle Zahlen zeigen. Probleme gibt es weiterhin mit dem Erstellen der Abrechnungen.

Aurich - Zum Gassparen rief Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) alle Deutschen im vergangenen Jahr auf. Als Folge des Angriffs Russlands auf die Ukraine drohte die Gasversorgung im Land knapp zu werden. Viele Kunden des Oldenburger Energieversorgers EWE haben sich anscheinend an die Aufforderung gehalten. Denn der Gasverbrauch konnte deutlich gesenkt werden, wie Volker Diebels als Sprecher der EWE Netz auf ON-Anfrage mitteilte. „Der Einspareffekt beim Erdgas im Mehrjahresvergleich für das gesamte Jahr 2022 lag bei rund neun Prozent“, so Diebels. Da spielten jedoch auch die Monate vor dem Krieg in der Ukraine mit hinein.

Betrachte man nur den letzten Winter von Oktober 2022 bis März 2023, liege der Rückgang sogar bei zwölf bis 13 Prozent im Vergleich zu demselben Vorjahreszeitraum, erklärte der Sprecher. Dies treffe sowohl auf die privaten Haushalte als auch kleinere Gewerbekunden in der Region Ems-Weser-Elbe zu. Der Wert sei bereits temperaturbereinigt. Das bedeutet, der milde Winter ist in die Berechnungen eingeflossen. Die Einsparanstrengungen seien in den Monaten September und Oktober jedoch größer gewesen als zum Beispiel Ende des Jahres. „Dies ist wohl darauf zurückzuführen, dass die Heizthermen bewusst später eingeschaltet wurden als in vergangenen Wintern“, so der Sprecher. Auf das gesamte Jahr 2022 bezogen falle der Rückgang im Bereich der kleineren Gewerbe- und Haushaltskunden stärker aus als im Bereich der großen Gewerbe- und Industriekunden.

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Kunden warten auf ihre Abrechnungen

Doch die Folgen des Ukraine-Krieges sind weiterhin im Unternehmen zu spüren. So reagierte die Bundesregierung auf die steigenden Energiepreise mit einer Gaspreisbremse, Mehrwertsteuersenkungen und drehte an vielen Stellschrauben. Die Auswirkungen dieser Änderungen verzögern die Abrechnung durch die EWE. Zahlreiche Leser haben den ON gemeldet, dass ihre Jahresabrechnung viel später als üblich oder tatsächlich bis heute noch nicht in ihrem Briefkasten lag. „Für einige Kunden hat sich die Abrechnung verschoben“, räumte EWE-Sprecher Mathias Radowski ein. Als Grund hierfür gibt er die Einführung der staatlichen Maßnahmen wie Preisbremsen und Mehrwertsteuersenkung an. Dadurch habe das System mehrfach angepasst werden müssen. Dies stelle alle Versorger vor große Herausforderungen, so der Sprecher.

„Die Bremsen sind sehr komplex konstruiert, und die systemseitige Umsetzung wurde vollumfänglich den Energieanbietern übertragen“, sagte Radowski. Dies sei eine mehr als herausfordernde Situation für die gesamte Branche. Darauf habe der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) vergangenes Jahr auch hingewiesen. „Wir bedauern, dass Kundinnen und Kunden derzeit noch auf die Jahresabrechnung 2022 warten müssen“, so der Sprecher. Die EWE arbeite weiter mit Hochdruck daran, diese so schnell wie möglich zu versenden.