Verkehrsplanung Auricher Straßensanierung soll Autos zurückdrängen
Glupe und Dwarsglupe sollen mit zehnjähriger Verspätung saniert werden. Dabei wird auch der Raum neu verteilt - und es wird über eine Fahrradstraße nachgedacht.
Aurich - Vor zehn Jahren fasste die Auricher Politik den Entschluss, die Straßen Glupe und Dwarsglupe zu sanieren. Zu gefährlich waren die von Schlaglöchern und Versackungen geprägten Klinkerstraßen geworden. Passiert ist seitdem nichts. Das Wasser steht immer noch an den Straßenrändern. Und der rote Klinker ist an vielen Stellen zerbröselt. So schlimm, dass in der Dwarsglupe nun zu provisorischen Reparaturmaßnahmen gegriffen werden muss. Deswegen hat der Auricher Verkehrsausschuss nun erneut die Sanierung der beiden Straßen beschlossen. Geplant werden soll zunächst die Sanierung der Dwarsglupe sowie der Glupe zwischen Dwarsglupe und Cirksenastraße.
Bernd Ewerth, Leiter des Auricher Tiefbauamtes, erläuterte das Vorhaben, mit dem die beiden Straßen ein völlig neues Gesicht erhalten sollen. „Wir streben eine zukunftsorientierte Planung an.“ Das bedeute, es werde sehr genau überlegt, welchem Verkehrsträger künftig wie viel Raum eingeräumt werden soll. Klar schien schon am Dienstag im Ausschuss: Das Auto wird auf öffentlichen Raum verzichten müssen. Radfahrer und Fußgänger sollen mehr Platz bekommen. Monika Gronewold (CDU) empfahl die beiden Straßen spontan als neue Fahrradstraßen in Aurich. Auch Arno Fecht (FDP) würde „eine Fahrradstraße richtig schick finden.“
Schmale und gefährliche Fußwege
Das würde eine große Veränderung bedeuten. Denn wie schon im Grünen Weg dürften dann auf den beiden Straßen keine Autos mehr abgestellt werden. Sowohl in der Glupe als auch in der Dwarsglupe stehen aber viele Mehrfamilienhäuser. Die Frage, wo deren Bewohner ihre Fahrzeuge dann abstellen sollten, blieb unbeantwortet.
Die Dwarsglupe ist bis zu elf Meter breit. In der Glupe sind es nur zehneinhalb Meter. Sieben bis neun Meter davon nimmt die Fahrbahn ein. Die schmalen Fußwege liegen höher als die Fahrbahn. Bäume haben ihre Wurzeln teilweise durch das Pflaster gedrückt. Besonders bei nassem Wetter ist der Klinker glatt. Die Rutschgefahr für Fußgänger ist hoch.
Straßenausbausatzung soll noch gekippt werden
„Die Verkehrssicherheit ist nicht mehr gegeben“, resümierte denn auch Bernd Ewerth. In der Dwarsglupe seien die Klinker so zerstört, dass sie für Radfahrer auf der östlichen Seite eine Gefahr darstellten. Deswegen würde nun provisorisch repariert. Aus diesem Grund ist die Dwarsglupe derzeit voll gesperrt. Kreativer als in früheren Zeiten wollen die städtischen Planer an die beiden Straßen herangehen. Das bedeutet laut Ewerth nicht nur, dass Fußgänger und Radfahrer mehr Raum erhalten. „Wir wollen auch Flächen entsiegeln.“
Hendrik Siebolds (Linke) und Volker Rudolph (GAP) erinnerten an die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge. Die entsprechende Satzung wollen eigentlich alle Fraktionen abschaffen. Geschehen ist dies aber noch nicht. Die Straßen seien eine gern genommene Abkürzung, so Rudolph. „Die Anwohner werden nicht zahlen wollen, was andere kaputt gefahren haben.“
Nicht nur die Oberfläche soll saniert werden. Auch die Kanalisation ist in den beiden Straßen in die Jahre gekommen. Deswegen wird die Auricher Stadtentwässerung die Chance nutzen und gleich neue Rohre verlegen. Das ist auch der Grund, warum die benachbarte Hans-Böckler-Straße noch nicht saniert wird. „Das Pflaster ist genauso schlecht, aber die Rohre sind in einem besseren Zustand“, so Bernd Ewerth. Los gehen wird es allerdings nicht sofort. Zunächst müssen in diesem und im nächsten Jahr die Planungen erfolgen.