Hamburg Kritik an der Filmbranche: Nora Tschirner widerspricht Constantin-Chef
Die Vorwürfe gegen Til Schweiger haben eine Debatte über die Zustände in der Filmbranche ausgelöst. Schauspielerin Nora Tschirner reagierte nun auf eine Behauptung des Chefs der Filmproduktionsfirma Constantin, wonach sie die Missstände in den vergangenen Jahren nicht angesprochen habe.
Gegenüber dem „Spiegel“ hatten mehrere Mitarbeiter der Filmbranche schwere Vorwürfe gegen den Schauspieler und Produzenten Til Schweiger erhoben. Doch längst geht es nicht nur um mögliche Vorfälle am Filmset von „Manta Manta – Zwoter Teil“. Vielmehr ist eine grundsätzliche Diskussion über die zum Teil schlechten Bedingungen bei Dreharbeiten entbrannt.
Kurz nach Bekanntwerden der Vorwürfe hatte sich auch Schauspielerin Nora Tschirner in die Debatte eingeschaltet. „Für jeden in der Branche ist es seit Jahrzehnten ein offenes Geheimnis, dass diese Zustände herrschen“, erklärte sie damals in einem Video auf Instagram. Dabei werde der Mut der Leute, die mit ihren Erfahrungen an die Öffentlichkeit gehen, weitestgehend ignoriert. „Da mache ich nicht mehr mit“, so Tschirner.
Der Chef der Filmproduktions- und Verleihfirma Constantin, Martin Moszkowicz, behauptete daraufhin im Interview mit der „FAZ“, Tschirner sei „in all den Jahren nie zu mir gekommen und hat gesagt: Die Zustände bei der Constantin Film sind so untragbar, dass ich hier nicht mehr arbeiten will.“
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Dem widerspricht nun Tschirner vehement. In einem erneuten Statement auf Instagram erklärte sie: „Das stimmt so nicht. Ich drehe aktuell mit der Constantin und habe nach dem ersten Drehtag eine umfassende Nachricht an den Produzenten geschrieben und mich kritisch geäußert.“
Die Schauspielerin sagte in dem Video weiter, sie habe vermeiden wollen, sich zu ihrer eigenen Person äußern zu müssen. Stattdessen wolle sie zu einer Diskussion über Arbeitsschutzmaßnahmen bei Filmproduktionen und anderen Branchen beitragen. Sie können die Aussagen von Constantin-Chef Moszkowicz dennoch nicht so stehen lassen, als wäre sie immer zu feige, was zu sagen.
Zusätzlich postete Tschirner eine Chatnachricht, die sie an den Produzenten ihrer aktuellen Produktion geschickt hatte. Darin heißt es unter anderem: „Ihr könntet eure hohen Positionen in der Industrie nutzen, um mitzuhelfen, ein neues, faires Film-System mitzubauen, in dem solche Gespräche unnötig werden, weil solche Zeiten normaler werden. Weil der naturwissenschaftliche Fakt akzeptiert wird, dass ein Tag 24 Stunden hat.“